Lack of standing to appeal a non-prosecution order

6B_21/2007Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung03.03.2007Inadmissible

Zusammenfassung

The complainant appealed against a district court decision that had refused to entertain her challenge to a prosecutor’s non-prosecution order in a usury matter. The Federal Supreme Court held that the criminal claim belongs to the state and that the complainant had no legally protected interest in securing the accused’s conviction. As she was neither a private prosecutor nor a victim under the Federal Supreme Court Act, the complaint was manifestly inadmissible and was not entered into under Art. 108 BGG. Court costs of CHF 500 were imposed on her.

Regest

Art. 81 Abs. 1 lit. b BGG, Art. 108 BGG; standing to challenge a non-prosecution decision in criminal matters. The criminal claim belongs in principle exclusively to the state. A complainant seeking only the conviction of the accused lacks a legally protected interest unless she is entitled to participate as private prosecutor or qualifies as a victim within the meaning of Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 or 5 BGG. In the absence of such status, the complaint is manifestly inadmissible and the Federal Supreme Court may decline to enter into it under the summary procedure of Art. 108 BGG (consid. 1). Costs are borne by the unsuccessful appellant under Art. 66 Abs. 1 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_21/2007 /mon

Urteil vom 3. März 2007
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Präsident,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Postfach, 8090 Zürich.

Gegenstand
Nichteintretensverfügung (Wucher),

Beschwerde in Strafsachen [BGG] gegen die Verfügung des Bezirksgerichts Zürich, Einzelrichter für Zivil- und Strafsachen, vom 9. Februar 2007.

Der Präsident der Strafrechtlichen Abteilung zieht in Erwägung:
1.
Die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat trat am 22. August 2006 auf eine Strafanzeige der Beschwerdeführerin gegen eine Person wegen Wuchers nicht ein. Auf einen dagegen gerichteten Rekurs trat der Einzelrichter am Bezirksgericht Zürich mit Verfügung vom 9. Februar 2007 nicht ein. Die Beschwerdeführerin bemängelt, die Behörden pervertierten das Recht, so dass der/die Strafbare immer wieder im Recht stehe. Sie strebt folglich eine Verurteilung der Beschuldigten an. Da der Strafanspruch jedoch grundsätzlich allein dem Staat zusteht und die Geschädigte deshalb kein rechtlich geschütztes Interesse im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b BGG an einer Verurteilung der Beschuldigten hat, und da sie nicht Privatstrafklägerin im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 BGG oder Opfer im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG ist, ist die Beschwerde offensichtlich unzulässig im Sinne von Art. 108 BGG. Es ist deshalb darauf nicht einzutreten.
2.
Die Gerichtskosten werden der Beschwerdeführerin auferlegt (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt der Präsident der Strafrechtlichen Abteilung im Verfahren nach Art. 108 BGG:
1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt.
3.
Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich und dem Bezirksgericht Zürich, Einzelrichteramt für Zivil- und Strafsachen, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 3. März 2007
Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

standingnon-prosecutioncriminal complaintprivate prosecutorvictim statusinadmissibilitycourt costs