Federal Supreme Court did not enter on insufficiently reasoned complaint

6B_191/2010Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung25.02.2010Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

X. filed a criminal complaint to the Federal Supreme Court against a decision of the Bern Court of Appeal Chamber that had refused to enter into his cantonal appeal for lack of sufficient reasoning. The Federal Supreme Court held that the complaint itself did not engage with the lower court's reasoning and did not satisfy the requirements of Art. 42(2) and Art. 106(2) BGG. The President therefore issued a non-entry decision under Art. 108 BGG. Court costs were exceptionally waived.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2 und Art. 108 BGG; Begründungsanforderungen an die Beschwerde ans Bundesgericht; auf eine Beschwerde ist nicht einzutreten, wenn sie sich mit den tragenden Erwägungen des angefochtenen Entscheids nicht auseinandersetzt und deshalb den gesetzlichen Begründungsanforderungen nicht genügt. Die Rüge muss klar und sachbezogen darlegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt; blosse Unverständlichkeit oder appellatorische Kritik genügen nicht (E. 1). Das vereinfachte Nichteintretensverfahren erlaubt dem Präsidenten, offensichtlich ungenügend begründete Eingaben ohne materielle Prüfung zu erledigen. Kosten können ausnahmsweise erlassen werden.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_191/2010

Urteil vom 25. Februar 2010
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X._________,
Beschwerdeführer,

gegen

Generalprokurator des Kantons Bern, 3001 Bern,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Nichteintretensentscheid (Unterschiebung von unwahren Taten),

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern, Anklagekammer, vom 18. Januar 2010 (AK.Nr.2009/511/RIP).

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Im angefochtenen Entscheid wurde auf einen Rekurs des Beschwerdeführers nicht eingetreten, weil das Rechtsmittel nicht hinreichend begründet war. Mit der Frage der Begründungspflicht eines kantonalen Rekurses befasst sich der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vor Bundesgericht, soweit diese überhaupt verständlich ist, nicht. Folglich genügt die Eingabe den Begründungsanforderungen von Art. 42 Abs. 2 bzw. Art. 106 Abs. 2 BGG nicht. Darauf ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Ausnahmsweise kann auf eine Kostenauflage verzichtet werden.

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern, Anklagekammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 25. Februar 2010

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre Monn

Schlagwörter

non-entryreasoned appealfederal complaintcriminal proceduresummary procedurecourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the federal complaint met the reasoning requirements under Art. 42(2) and Art. 106(2) BGG.

Extrahierter Entscheid

The complaint did not address the cantonal court's reasoning and was therefore insufficiently reasoned.

Extrahierte Begründung

The appellant failed to engage with the lower court's holding on the duty to state reasons for a cantonal appeal. As the submission was not comprehensible in that respect, it did not satisfy the federal reasoning requirements.

Kernrechtsfrage

Whether the Federal Supreme Court could enter into the complaint under the simplified procedure of Art. 108 BGG.

Extrahierter Entscheid

No entry was possible under Art. 108 BGG.

Extrahierte Begründung

Because the pleading manifestly failed to meet the statutory reasoning standards, the President could refuse entry in summary procedure.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged.

Extrahierter Entscheid

No court costs were imposed exceptionally.

Extrahierte Begründung

The court expressly waived the costs order in this case.

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