Non-entry for lack of standing in theft case

6B_1091/2010Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung24.01.2011Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court did not enter into the complaint against the cantonal dismissal of a theft investigation. It held that the complainant lacked standing under the former Art. 81 BGG because he was neither a private prosecutor nor a victim within the meaning of the Victim Assistance Act. His allegations of bias and other procedural-rights violations were not sufficiently reasoned under Art. 106(2) BGG. Court costs of CHF 500 were imposed on him.

Omnilex-Regeste

Art. 81 BGG (old version) and Art. 106 Abs. 2 BGG; standing to appeal a dismissal of criminal proceedings and substantiation requirements for constitutional/procedural-rights complaints. A person merely injured by an offence, without direct impairment of physical, psychological or sexual integrity, is not a victim within Art. 1 Abs. 1 OHG and lacks standing under the former Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG. Where the public prosecutor participated in the cantonal proceedings, private-prosecutor status under Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 BGG is excluded. Alleged violations of procedural rights must be specifically reasoned; bare assertions of bias or unfairness do not suffice (consid. 1-2).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_1091/2010

Urteil vom 24. Januar 2011
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

  1. Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8001 Zürich,
  2. A.________, vertreten durch Rechtsanwalt Peter Bettoni,
    Beschwerdegegner.

Gegenstand
Einstellung der Untersuchung (Diebstahl),

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, III. Strafkammer, vom 11. November 2010.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Der angefochtene Entscheid datiert vom 11. November 2010, und die Beschwerde vom 21. Dezember 2010 ging beim Bundesgericht am 27. Dezember 2010 ein. In Bezug auf die Frage der Legitimation ist Art. 81 BGG in der bis zum 31. Dezember 2010 geltenden Fassung anwendbar.

2.
Die Beschwerde richtet sich dagegen, dass die Staatsanwaltschaft See/Oberland ein Strafverfahren gegen den Beschwerdegegner 2 wegen Diebstahls einstellte und die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid einen dagegen gerichteten Rekurs abwies, soweit darauf eingetreten wurde.

Da die Staatsanwaltschaft am kantonalen Verfahren beteiligt war, ist der Beschwerdeführer indessen nicht Privatstrafkläger im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 BGG. Da er durch den angeblichen Diebstahl in seiner körperlichen, psychischen oder sexuellen Integrität nicht unmittelbar beeinträchtigt wurde, ist er auch nicht Opfer im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 OHG. Als Geschädigter, der nicht Opfer ist, war er nach dem alten Recht zur vorliegenden Beschwerde grundsätzlich nicht legitimiert (BGE 136 IV 29).

Eine Verletzung von Rechten, die dem Beschwerdeführer als am Verfahren beteiligte Partei nach dem Prozessrecht oder aufgrund der BV oder der EMRK zustehen, macht er nicht in einer dem Art. 106 Abs. 2 BGG genügenden Weise geltend. Er rügt zwar, die ermittelnde Staatsanwältin habe sich geweigert, offensichtliche und klare Indizien zu würdigen (Beschwerde S. 2 Ziff. 1). Dazu führt die Vorinstanz indessen aus, die Vorwürfe entbehrten jeder Grundlage in den Akten. Allein der Umstand, dass die Untersuchung gegen den Willen des Beschwerdeführers eingestellt worden sei und seine Vorwürfe sich aufgrund des Ermittlungsergebnisses als nicht erwiesen herausstellten, vermöge keine Parteilichkeit oder Befangenheit der Staatsanwältin zu begründen oder glaubhaft zu machen (angefochtener Entscheid S. 7/8). Inwieweit diese Erwägung gegen das schweizerische Recht im Sinne von Art. 95 BGG verstossen könnte, ergibt sich aus der Beschwerde nicht.

Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

3.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Dem Beschwerdegegner 2 ist keine Entschädigung auszurichten, weil er vor Bundesgericht keine Umtriebe hatte.

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 24. Januar 2011

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre Monn

Schlagwörter

standingnon-entrytheftvictim statusprivate prosecutorsubstantiationbiascourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complainant had standing to challenge the dismissal of the theft investigation

Extrahierter Entscheid

He lacked standing under the former Art. 81 BGG because he was neither a private prosecutor nor an injured victim.

Extrahierte Begründung

The public prosecutor participated in the cantonal proceedings, excluding private-prosecutor status. The alleged theft did not directly impair the complainant's physical, psychological, or sexual integrity, so he was not a victim under the Victim Assistance Act. As a merely injured person, he was not entitled to file the complaint under the old law.

Kernrechtsfrage

Whether a violation of procedural rights or constitutional/ECHR rights was sufficiently substantiated

Extrahierter Entscheid

No such violation was properly alleged with the specificity required by Art. 106(2) BGG.

Extrahierte Begründung

The complaint did not explain how the cantonal court's reasoning on the absence of evidence of bias or partiality violated federal law. Mere dissatisfaction with the dismissal did not show arbitrariness or bias.

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