Non-payment of advance costs leads to non-entry on appeal

6B_106/2009Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung16.04.2009Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The appellant filed a criminal appeal against the Cantonal Court of Graubünden. The Federal Supreme Court had previously set a deadline, then a statutory grace period, for payment of a CHF 2,000 advance on costs. The notices were returned as not collected but were deemed served. Because the advance was not paid within the extended deadline, the Criminal Law Division, acting through its president, did not enter into the appeal under Art. 108 BGG and ordered the appellant to pay CHF 800 in court costs.

Omnilex-Regeste

Art. 44 Abs. 2, Art. 62 Abs. 3 und Art. 108 BGG; Nichtleistung des Kostenvorschusses trotz Fristansetzung und Nachfrist. Wird der vorgeschriebene Kostenvorschuss nicht innert der angesetzten Frist und Nachfrist bezahlt, ist auf das Rechtsmittel im vereinfachten Verfahren nicht einzutreten. Die Zustellfiktion nach Art. 44 Abs. 2 BGG gilt auch für als unabgeholt retournierte Gerichtsurkunden. Die unterliegende Partei trägt die Gerichtskosten nach Art. 66 Abs. 1 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_106/2009

Urteil vom 16. April 2009
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Gerichtsschreiberin Arquint Hill.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Graubünden, Sennhofstrasse 17, 7001 Chur,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Mehrfaches Fahren in fahrunfähigem Zustand etc.,

Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden, Kantonsgerichtsausschuss, vom 12. November 2008.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Dem Beschwerdeführer wurden mit Verfügungen vom 11. Februar 2009 und 10. März 2009 eine Frist bis 4. März 2009 bzw. die in Art. 62 Abs. 3 BGG vorgeschriebene Nachfrist bis 31. März 2009 angesetzt, dem Bundesgericht einen Kostenvorschuss von Fr. 2'000.-- einzuzahlen, ansonsten auf das Rechtsmittel nicht eingetreten werde. Die dem Beschwerdeführer mit Gerichtsurkunde zugestellten Verfügungen kamen mit dem Vermerk "nicht abgeholt" zurück. Die Zustellungen gelten indessen als erfolgt (Art. 44 Abs. 2 BGG). Da die Frist zur Bezahlung des Kostenvorschusses mithin unbenutzt verstrichen ist, ist auf die Beschwerde androhungsgemäss im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).
Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht von Graubünden, Kantonsgerichtsausschuss, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 16. April 2009

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Favre Arquint Hill

Schlagwörter

advance costsnon-entryservice by fictioncriminal appealcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal could be entered into despite failure to pay the advance costs in time.

Extrahierter Entscheid

No. Because the advance costs were not paid within the deadline, the appeal was not entered into under the warning given.

Extrahierte Begründung

The payment deadline, including the supplementary deadline under Art. 62(3) BGG, expired unused. The notices were deemed served even though returned marked 'not collected' under Art. 44(2) BGG. The court therefore applied non-entry procedure under Art. 108 BGG.

Kernrechtsfrage

Who must bear the court costs of the federal proceedings.

Extrahierter Entscheid

The appellant must bear the court costs.

Extrahierte Begründung

As the unsuccessful party in the non-entry decision, the appellant was charged costs under Art. 66(1) BGG.

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