No standing for criminal complaint; federal appeal inadmissible

6B_1029/2009Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung04.01.2010Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court held that the appellant was not directly affected in a legally protected interest and therefore lacked standing to challenge the refusal to prosecute a municipal official. His constitutional and human-rights arguments were insufficiently reasoned. The court did not enter into the appeal, denied free legal aid because the claims were hopeless, and imposed reduced court costs of CHF 500 on the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG; standing in criminal matters requires direct impairment of legally protected interests, not mere aggrievement; an appellant alleging only indirect harm is not entitled to appeal. Art. 106 Abs. 2 BGG demands precise substantiation of constitutional or human-rights grievances; absent such reasoning, the complaint is inadmissible. Under Art. 108 BGG the court may decide non-entry in summary procedure. Free legal aid under Art. 64 BGG is excluded where the appeal lacks prospects of success; costs are imposed under Art. 66 Abs. 1 BGG, with consideration of financial circumstances under Art. 65 Abs. 2 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_1029/2009

Urteil vom 4. Januar 2010
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Einzelrichter,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Amtsstatthalteramt Luzern, 6011 Kriens,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Vonderhandweisungsentscheid,

Beschwerde gegen den Entscheid der Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern vom 29. Oktober 2009 (AK-Nr. 03 09 72).
Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1.
Da es um eine Strafsache geht, ist die Beschwerde in "Zivilsachen" als eine solche in Strafsachen gemäss Art. 78 ff. BGG entgegenzunehmen.

2.
Die Beschwerde richtet sich dagegen, dass das Amtsstatthalteramt Luzern am 4. August 2009 eine Strafklage gegen einen Gemeindeammann wegen des Vorwurfs der Unterlassung der Nothilfe, strafbarer Handlungen gegen die Amts- und Berufspflicht sowie weiterer Delikte von der Hand wies und im angefochtenen Entscheid ein dagegen gerichteter Rekurs abgewiesen wurde. Was der Beschwerdeführer dem Beschuldigten zur Last legt, ergibt sich aus dem Entscheid vom 4. August 2009 (angefochtener Entscheid S. 2 E. I/1 mit Hinweis auf Beschwerdebeilage 2 E. 2-8). Es ist indessen nicht ersichtlich, inwieweit der Beschwerdeführer insbesondere dadurch, dass er zum Aufenthalt in seinen Geschäftsräumen gezwungen sein soll, in seiner körperlichen oder psychischen Integrität unmittelbar beeinträchtigt und deshalb Opfer im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG sein könnte. Als allenfalls Geschädigter ist er zur vorliegenden Beschwerde nicht legitimiert (BGE 6B_540/2009 vom 22. Oktober 2009 E. 1.9, 133 IV 228). Soweit er im Übrigen die Verletzung der Menschenrechte bzw. der Verfassung rügt (Beschwerde S. 3), genügt die Eingabe den Begründungsanforderungen von Art. 106 Abs. 2 BGG nicht. Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

3.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist in Anwendung von Art. 64 BGG abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen. Der finanziellen Lage des Beschwerdeführers ist bei der Bemessung der Gerichtsgebühr Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).
Demnach erkennt der Einzelrichter:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und der Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 4. Januar 2010

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Schneider Monn

Schlagwörter

standinginadmissibilitycriminal complaintlegal aidcourt costssubstantiationnon-entry

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appellant had standing to bring the federal criminal appeal

Extrahierter Entscheid

He lacked standing because he was not shown to be directly affected in his physical or psychological integrity and, at most, was only a person allegedly harmed.

Extrahierte Begründung

The court found no indication that the alleged coercion to remain in his business premises made him an injured party under Art. 81(1)(b) No. 5 BGG; as merely an aggrieved person, he was not entitled to appeal.

Kernrechtsfrage

Whether the constitutional and human-rights complaints met the federal reasoning requirements

Extrahierter Entscheid

No; the submissions did not satisfy the required level of substantiation.

Extrahierte Begründung

The appeal did not comply with Art. 106(2) BGG for complaints alleging constitutional or human-rights violations.

Kernrechtsfrage

Whether the appeal should be entered into under the summary non-entry procedure

Extrahierter Entscheid

No; the appeal was not entered into.

Extrahierte Begründung

Because standing and substantiation were lacking, the appeal failed at the threshold and had to be dealt with under Art. 108 BGG.

Kernrechtsfrage

Whether free legal aid should be granted

Extrahierter Entscheid

No; the request was rejected because the appeal had no prospects of success.

Extrahierte Begründung

Under Art. 64 BGG, legal aid is unavailable where the claims are manifestly hopeless.

Kernrechtsfrage

Who bears the court costs

Extrahierter Entscheid

The appellant must pay CHF 500 in costs, with his financial situation taken into account.

Extrahierte Begründung

Costs were imposed under Art. 66(1) BGG and the fee was moderated in light of Art. 65(2) BGG.

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