Cantonal appeal inadmissible for prison reporting order

6A.105/2006Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung01.12.2006Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Court dismissed the administrative law complaint against the cantonal Administrative Court’s non-entry decision concerning a summons to begin serving a custodial sentence. It held that § 43 VRG/ZH limits cantonal review to matters open to federal administrative judicial review or falling under Art. 6(1) ECHR, and that this limitation cannot be circumvented by alleging procedural defects such as denial of the right to be heard. The request for suspensive effect became moot. The appellant was ordered to pay court costs of CHF 1,000.

Omnilex-Regeste

§ 43 VRG/ZH; reviewability of complaints in matters of execution of criminal sentences; procedural complaints do not create jurisdiction where the underlying decision is excluded from federal administrative review. The scope of the cantonal remedy depends on the nature of the decision itself, not on the legal arguments invoked against it. Where the matter is not open to Federal Court review and does not fall within Art. 6(1) ECHR, the cantonal administrative court may refuse to enter into the complaint; alleged violations of the right to be heard do not alter this result (consid. 2). Mootness of interim relief follows once the main matter is decided.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6A.105/2006 /bri

Urteil vom 1. Dezember 2006
Kassationshof

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Präsident,
Bundesrichter Wiprächtiger, Zünd,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt
Rolf W. Rempfler,

gegen

Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Amtsleitung, Feldstrasse 42, 8090 Zürich,
Verwaltungsgericht des Kantons Zürich, 4. Abteilung, Einzelrichter, Postfach, 8090 Zürich.

Gegenstand
Strafantritt,

Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen die Verfügung des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich, 4. Abteilung, Einzelrichter, vom 10. November 2006.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
1.
Mit Verfügung vom 22. August 2006 lud das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich X.________ auf den 5. Dezember 2006 vor, um eine vollstreckbare Freiheitsstrafe von anderthalb Monaten zu verbüssen. Dagegen rekurierte X.________. Er stellte unter anderem die Anträge, es sei die Verfügung vom 22. August 2006 aufzuheben, eventualiter sei das Amt für Justizvollzug anzuweisen, den Strafvollzug in Frauenfeld bzw. den Strafantritt nach Neujahr 2007 zu gewähren. Mit Verfügung vom 5. Oktober 2006 hiess die Direktion der Justiz und des Innern den Rekurs insoweit gut, als X.________ auf den 5. Dezember 2006 nun neu zum Strafvollzug in das Kantonalgefängnis Frauenfeld vorgeladen wurde. Dagegen führte X.________ Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Der Einzelrichter am Verwaltungsgericht trat mit Verfügung vom 10. November 2006 auf die Beschwerde nicht ein. Er führte aus, das Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich (VRG/ZH) erlaube die Beschwerde gegen die Anordnungen in Straf- und Polizeistrafsachen einschliesslich des Vollzugs von Strafen und Massnahmen nur, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen stehe oder es sich um Angelegenheiten gemäss Art. 6 Abs. 1 EMRK handle. Für den strittigen Strafantritt treffe beides nicht zu.

X.________ führt Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht und beantragt, die Verfügung vom 10. November 2006 sei aufzuheben und das Verfahren sei an die Vorinstanz zurückzuweisen. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
2.
Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe vor der Vorinstanz eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend gemacht. Dies stelle eine Verletzung von Bundesrecht dar, welche mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht gerügt werden könne (Beschwerde S. 3 Ziff. III/3).

Diese Auffassung geht an der Sache vorbei. § 43 VRG/ZH lässt eine Beschwerde in Bezug auf den Vollzug von Strafen und Massnahmen zu, "soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offensteht". Damit sind die Gebiete bzw. Anordnungen gemeint, die im Rahmen einer Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom Bundesgericht überprüft werden können, und nicht die einzelnen Rügen, die im Rahmen einer zulässigen Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben werden können. Ist ein Entscheid der Beurteilung durch das Bundesgericht entzogen, so ist er es auch mit Bezug auf die Geltendmachung von Verfahrensmängeln (ebenso für das Verfahren vor dem kantonalen Verwaltungsgericht Alfred Kölz/Jürg Bosshart/ Martin Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. Auflage, § 43 N 57). Die Beschwerde ist klarerweise unbegründet. Sie ist jedenfalls abzuweisen, und es kann offen bleiben, ob darauf überhaupt eingetreten werden kann.
3.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die bundesgerichtlichen Kosten zu tragen (Art. 156 Abs. 1 OG). Mit dem Entscheid in der Sache ist das Gesuch um aufschiebende Wirkung gegenstandslos geworden.

Demnach erkennt das Bundesgericht im Verfahren nach Art. 36a OG:
1.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.
3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Amtsleitung, und dem Verwaltungsgericht des Kantons Zürich, 4. Abteilung, Einzelrichter, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 1. Dezember 2006
Im Namen des Kassationshofes
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

prison reporting ordernon-entry decisionjurisdictionright to be heardsuspensive effectcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the cantonal Administrative Court could hear the complaint against the prison reporting order and procedural objections.

Extrahierter Entscheid

The Administrative Court rightly refused to enter into the complaint because § 43 VRG/ZH allows review only where federal administrative judicial review is open or where Art. 6(1) ECHR applies; neither condition was met.

Extrahierte Begründung

The limitation concerns the type of decisions subject to review, not merely the individual grounds raised. If a decision is outside federal review, procedural complaints cannot create cantonal jurisdiction either.

Kernrechtsfrage

Whether the alleged violation of the right to be heard could make the complaint admissible.

Extrahierter Entscheid

No. The alleged denial of the right to be heard did not open a review path otherwise excluded by law.

Extrahierte Begründung

The court held that procedural defects do not extend jurisdiction where the underlying matter is not reviewable by the Federal Court.

Kernrechtsfrage

Whether the request for suspensive effect remained pending.

Extrahierter Entscheid

It became moot once the merits were decided.

Extrahierte Begründung

The substantive decision disposed of the case, making the interim request pointless.

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