Subsidiary constitutional complaint rejected for insufficient reasoning

5D_85/2010Bundesgericht / II. zivilrechtliche Abteilung17.06.2010Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court held that the subsidiary constitutional complaint against the Aargau Higher Court's non-entry decision was inadmissible because the complainant did not meet the strict reasoning requirements for alleging constitutional violations. He merely repeated his view that the creditor must always prepay costs, without addressing the cantonal court's reasoning on cost advances and the missed deadline. The complaint was therefore not entertained in simplified procedure, and CHF 150 in court costs were imposed on the complainant.

Omnilex-Regeste

Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 and Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; subsidiary constitutional complaint; reasoning requirements: the complainant must, by reference to the decisive reasons of the challenged decision, set out in a clear and detailed manner which constitutional rights were violated and why. A mere repetition of arguments rejected below or abstract allegations of arbitrariness does not satisfy the pleading burden and leads to non-entry. In the simplified procedure under Art. 108 BGG, the division president may decide. Costs follow Art. 66 Abs. 1 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
5D_85/2010

Urteil vom 17. Juni 2010
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Kanton Aargau, Obergerichtskasse des Kantons Aargau, Obere Vorstadt 40, 5000 Aarau,,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Definitive Rechtsöffnung.

Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid vom 10. Mai 2010 des Obergerichts des Kantons Aargau (Zivilgericht, 4. Kammer).

Nach Einsicht
in die Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid vom 10. Mai 2010 des Obergerichts des Kantons Aargau, das auf eine Beschwerde des Beschwerdeführers gegen die erstinstanzliche Erteilung der definitiven Rechtsöffnung an den Beschwerdegegner für Fr. 320.-- (nebst Zins und Kosten) nicht eingetreten ist,

in Erwägung,
dass gegen den in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit ergangenen Entscheid des Obergerichts mangels Erreichens der Streitwertgrenze (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) und mangels Vorliegens einer Ausnahme gemäss Art. 74 Abs. 2 BGG allein die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113ff. BGG offen steht, weshalb die Eingabe des Beschwerdeführers als solche entgegengenommen worden ist,
dass in einer subsidiären Verfassungsbeschwerde die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte vorzubringen und zu begründen (Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG sowie Art. 116 BGG), d.h. anhand der Erwägungen des kantonalen Entscheids klar und detailliert darzulegen ist, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch diesen Entscheid verletzt sein sollen (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399), ansonst auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG),
dass das Obergericht im Entscheid vom 10. Mai 2010 erwog, entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers seien im Rechtsöffnungsverfahren die Gerichtskosten gemäss Art. 49 Abs. 2 GebV SchKG (SR 281.35) von derjenigen Partei vorzuschiessen, die das Gericht anrufe bzw. einen Gerichtsentscheid weiterziehe, im vorliegenden Fall sei dies der (die Beschwerde erhebende) Beschwerdeführer, die (unter Androhung des Nichteintretens ergangene) Aufforderung vom 30. März 2010 zur Leistung eines Kostenvorschusses von Fr. 180.-- sei diesem am 21. April 2010 zugestellt worden, die 10-tägige Frist habe daher am 22. April 2010 zu laufen begonnen (Art. 31 Abs. 1 SchKG) und am Montag, den 3. Mai 2010 geendet (Art. 31 Abs. 3 SchKG), der Beschwerdeführer habe indessen den Kostenvorschuss nicht fristgerecht geleistet, weshalb androhungsgemäss zu verfahren sei,
dass der Beschwerdeführer in seiner Eingabe an das Bundesgericht den obergerichtlichen Entscheid zwar als willkürlich bezeichnet,
dass er jedoch nicht auf die entscheidenden Erwägungen des Obergerichts eingeht, indem er sich darauf beschränkt, seinen bereits vom Obergericht widerlegten Einwand zu wiederholen, wonach stets der Gläubiger kostenvorschusspflichtig sei,
dass der Beschwerdeführer erst recht nicht nach den gesetzlichen Anforderungen anhand der obergerichtlichen Erwägungen aufzeigt, inwiefern der angefochtene Entscheid vom 10. Mai 2010 verfassungswidrig sein soll,
dass somit auf die - offensichtlich keine hinreichende Begründung enthaltende - Verfassungsbeschwerde in Anwendung von Art. 117 i.V.m. Art 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht einzutreten ist,
dass der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG),
dass in den Fällen des Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und die Abteilungspräsidentin zuständig ist,
erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 150.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 17. Juni 2010
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Hohl Füllemann

Schlagwörter

debt enforcementsubsidiary constitutional complaintreasoning requirementsnon-entrycost advancecourt costsinadmissibility

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the subsidiary constitutional complaint was sufficiently reasoned to be admissible.

Extrahierter Entscheid

No. The complaint did not engage with the cantonal court's decisive reasoning and merely repeated an already rejected argument, so it failed the specific reasoning requirements.

Extrahierte Begründung

In a subsidiary constitutional complaint, the alleged violation of constitutional rights must be clearly and specifically argued by reference to the challenged reasoning; mere criticism or repetition of prior arguments is insufficient.

Kernrechtsfrage

Who bears the federal court costs after the inadmissible complaint.

Extrahierter Entscheid

The unsuccessful complainant must pay the court costs.

Extrahierte Begründung

Under the general costs rule, the losing party is charged with costs.

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