Non-entry on constitutional complaint; legal aid refused

5D_49/2011Bundesgericht / II. zivilrechtliche Abteilung29.03.2011Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court dealt with a subsidiary constitutional complaint against a cantonal decision refusing legal aid for an appeal in debt-enforcement proceedings and ordering an advance on costs. It held that the filing did not satisfy the strict reasoning requirements for constitutional complaints, because no constitutional right and no concrete breach were adequately articulated. The complaint was therefore inadmissible under the simplified procedure. Federal legal aid was denied because the case was hopeless, and costs of CHF 400 were charged to the complainant.

Omnilex-Regeste

Art. 117 in conjunction with Art. 106 Abs. 2 and Art. 116 BGG; subsidiary constitutional complaint: admissibility requires clear and specific invocation and substantiation of constitutional rights by reference to the cantonal reasoning. A merely blanket or incomprehensible allegation of deficient reasoning does not satisfy the pleading burden; the Federal Supreme Court will not enter into the matter under Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG. Where the complaint is manifestly inadmissible or hopeless, legal aid under Art. 64 Abs. 1 BGG must be refused. Costs are borne by the unsuccessful party pursuant to Art. 66 Abs. 1 BGG; in such cases the simplified procedure applies and the division president may decide.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
5D_49/2011

Urteil vom 29. März 2011
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Obergericht des Kantons Bern,
Appellationshof, 1. Zivilkammer,
Postfach 7475, 3001 Bern,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Unentgeltliche Rechtspflege (für eine Appellation gegen einen definitiven Rechtsöffnungsentscheid).

Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid vom 16. Februar 2011 des Obergerichts des Kantons Bern (Zivilabteilung, 1. Zivilkammer).

Nach Einsicht
in die Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid vom 16. Februar 2011 des Obergerichts des Kantons Bern, das ein Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege für seine Appellation gegen einen definitiven Rechtsöffnungsentscheid über Fr. 14'231.10 (nebst Zins) abgewiesen und den Beschwerdeführer zur Leistung eines Kostenvorschusses von Fr. 750.-- innerhalb von 10 Tagen aufgefordert hat,
in das sinngemässe Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege auch für das bundesgerichtliche Verfahren,

in Erwägung,
dass gegen den in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit ergangenen Entscheid des Obergerichts mangels Erreichens der Streitwertgrenze (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) und mangels Vorliegens einer Ausnahme gemäss Art. 74 Abs. 2 BGG allein die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113ff. BGG offen steht, weshalb die Eingabe des Beschwerdeführers als solche entgegengenommen worden ist,
dass in einer subsidiären Verfassungsbeschwerde die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte vorzubringen und zu begründen (Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG sowie Art. 116 BGG), d.h. anhand der Erwägungen des kantonalen Entscheids klar und detailliert darzulegen ist, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch diesen Entscheid verletzt sein sollen (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399), ansonst auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG),
dass das Obergericht im Entscheid vom 16. Februar 2011 erwog, das Verfahren richte sich noch nach bisherigem Prozessrecht, die Prozesskostenvorschusspflicht des unterhalts- und beistandspflichtigen Ehegatten einer prozessführenden Partei gehe der unentgeltlichen Rechtspflege vor, demzufolge habe der verheiratete Beschwerdeführer, der die unentgeltliche Rechtspflege beantrage, die Einkommens- und Vermögensverhältnisse seiner Familie umfassend offenzulegen und zu belegen, nachdem dies der Beschwerdeführer (trotz zweimaliger Aufforderung) unterlassen und damit die Abklärung der finanziellen Situation beider Ehegatten verunmöglicht habe, sei das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege mangels Substantiierung der Prozessarmut abzuweisen,
dass der Beschwerdeführer in seiner Eingabe an das Bundesgericht (abgesehen von einer so pauschalen wie unverständlichen Berufung auf eine angeblich "komplett" fehlende Begründung) keine Verletzung verfassungsmässiger Rechte geltend macht,
dass er erst recht nicht anhand der obergerichtlichen Erwägungen nach den gesetzlichen Anforderungen, d.h. klar und detailliert aufzeigt, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch den Entscheid des Obergerichts vom 16. Februar 2011 verletzt sein sollen,
dass somit auf die - offensichtlich keine hinreichende Begründung enthaltende - Verfassungsbeschwerde in Anwendung von Art. 117 i.V.m. Art 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht einzutreten ist,
dass dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege in Anbetracht der Aussichtslosigkeit der Verfassungsbeschwerde nicht gewährt werden kann (Art. 64 Abs. 1 BGG),
dass der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG),
dass in den Fällen des Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und die Abteilungspräsidentin zuständig ist,
erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das sinngemässe Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 400.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 29. März 2011
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Hohl Füllemann

Schlagwörter

constitutional complaintlegal aidadmissibilityreasoning dutycost advancesimplified procedurecourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the subsidiary constitutional complaint was sufficiently reasoned to be admissible.

Extrahierter Entscheid

The complaint did not allege or substantiate any violation of constitutional rights with the required clarity and detail, so the Court could not review it on the merits.

Extrahierte Begründung

In a subsidiary constitutional complaint, constitutional-right violations must be specifically invoked and reasoned by reference to the cantonal decision; a merely vague assertion of missing reasoning is insufficient.

Kernrechtsfrage

Whether federal legal aid should be granted for the constitutional complaint.

Extrahierter Entscheid

Legal aid was refused because the complaint had no prospects of success.

Extrahierte Begründung

Since the complaint was manifestly insufficiently reasoned and therefore inadmissible, it was hopeless within the meaning of the Legal Judicial Assistance Act.

Kernrechtsfrage

Who bears the federal court costs.

Extrahierter Entscheid

The complainant must pay the court costs.

Extrahierte Begründung

The losing party is liable for costs.

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