Non-entry on constitutional complaint in debt enforcement

5D_29/2012Bundesgericht / II. zivilrechtliche Abteilung16.02.2012Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court did not enter into the subsidiary constitutional complaint against the Zurich Higher Court’s decision in a definitive debt-enforcement matter. The complaint was inadmissible insofar as it attacked the first-instance order or raised a new CHF 8 million damages claim. It also failed to meet the strict substantiation requirements for alleging constitutional violations because it did not engage with the cantonal court’s reasoning. Legal aid was refused as the complaint was hopeless. Court costs of CHF 100 were imposed on the complainant, and no party compensation was awarded.

Omnilex-Regeste

Art. 113, 116, 117 and 108 BGG; subsidiary constitutional complaint: admissibility and substantiation requirements. The remedy lies only against final cantonal decisions; challenges to first-instance rulings and new substantive claims are inadmissible. The complaint must, by reference to the decisive cantonal reasoning, set out clearly and in detail which constitutional rights were violated and in what respect; mere criticism or incomplete submissions are insufficient. Failure to satisfy these requirements leads to non-entry under Art. 108 Abs. 1 lit. a and b BGG. Legal aid is denied where the complaint is devoid of prospects of success; costs follow the outcome under Art. 66 Abs. 1 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
5D_29/2012

Urteil vom 16. Februar 2012
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Sozialversicherungsanstalt A.________,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Definitive Rechtsöffnung,

Verfassungsbeschwerde gegen den Beschluss vom 14. Dezember 2011 des Obergerichts des Kantons Zürich (I. Zivilkammer).

Nach Einsicht
in die Verfassungsbeschwerde gegen den Beschluss vom 14. Dezember 2011 des Obergerichts des Kantons Zürich, das auf eine Beschwerde der Beschwerdeführerin gegen die erstinstanzliche Erteilung der definitiven Rechtsöffnung an die Beschwerdegegnerin für Fr. 138.35 (nebst Zins und Kosten) nicht eingetreten ist,
in das sinngemässe Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege,

in Erwägung,
dass gegen den in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit ergangenen Beschluss des Obergerichts mangels Erreichens der Streitwertgrenze (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) und mangels Vorliegens einer Ausnahme gemäss Art. 74 Abs. 2 BGG allein die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113ff. BGG offen steht, weshalb die Eingabe der Beschwerdeführerin als solche entgegengenommen worden ist,
dass die Verfassungsbeschwerde, die sich nur gegen letztinstanzliche kantonale Entscheide richten kann (Art. 113 BGG), zum Vornherein unzulässig ist, soweit die Beschwerdeführerin auch den erstinstanzlichen Rechtsöffnungsentscheid anficht,
dass sich die Verfassungsbeschwerde als ebenso unzulässig erweist, soweit die Beschwerdeführerin Schadenersatz von 8 Millionen Franken fordert, weil diese Forderung weder Gegenstand des kantonalen Verfahrens bilden konnte noch Gegenstand des bundesgerichtlichen Verfahrens sein kann,
dass sodann in einer subsidiären Verfassungsbeschwerde die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte vorzubringen und zu begründen (Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG sowie Art. 116 BGG), d.h. anhand der Erwägungen des kantonalen Entscheids klar und detailliert darzulegen ist, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch diesen Entscheid verletzt sein sollen (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399), ansonst auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG),
dass das Obergericht im Beschluss vom 14. Dezember 2011 erwog, auf die Beschwerde sei bereits mangels expliziter Rechtsbegehren nicht einzutreten, sie enthalte auch keine substantiierte Auseinandersetzung mit den erstinstanzlichen Erwägungen, im Übrigen wäre die Beschwerde auch als unbegründet abzuweisen gewesen, weil die erste Instanz die verspätet eingereichte Stellungnahme der Beschwerdeführerin samt Beilagen zu Recht unberücksichtigt gelassen habe, ebenso zu Recht habe die erste Instanz weder die materielle Begründetheit der auf einer rechtskräftigen Verfügung der Beschwerdegegnerin und damit auf einem definitiven Rechtsöffnungstitel (Art. 80 Abs. 2 Ziffer 2 SchKG) beruhenden Betreibungsforderung (Sozialversicherungsbeiträge) noch die (sich erst beim Pfändungsvollzug nach Art. 92 f. SchKG stellende) Frage der Zahlungsfähigkeit der Beschwerdeführerin geprüft, schliesslich habe diese Akteneinsicht erhalten,
dass die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe an das Bundesgericht nicht in nachvollziehbarer Weise auf die entscheidenden obergerichtlichen Erwägungen eingeht,
dass sie erst recht nicht anhand dieser Erwägungen nach den gesetzlichen Anforderungen, d.h. klar und detailliert aufzeigt, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch den Beschluss des Obergerichts vom 14. Dezember 2011 verletzt sein sollen,
dass somit auf die - offensichtlich unzulässige bzw. keine hinreichende Begründung enthaltende - Verfassungsbeschwerde in Anwendung von Art. 117 i.V.m. Art 108 Abs. 1 lit. a und b BGG nicht einzutreten ist,
dass der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege in Anbetracht der Aussichtslosigkeit der Verfassungsbeschwerde nicht gewährt werden kann (Art. 64 Abs. 1 BGG),
dass die unterliegende Beschwerdeführerin kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG) und keine Parteientschädigung zugesprochen erhält,
dass in den Fällen des Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und die Abteilungspräsidentin zuständig ist,
erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das sinngemässe Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 100.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

4.
Der Beschwerdeführerin wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 16. Februar 2012
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Hohl

Der Gerichtsschreiber: Füllemann

Schlagwörter

debt enforcementdefinitive enforcementconstitutional complaintadmissibilitysubstantiationlegal aidcourt costsnon-entry

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the constitutional complaint against the cantonal decision was admissible as to the first-instance debt-enforcement order.

Extrahierter Entscheid

It was inadmissible insofar as it challenged the first-instance order, because only final cantonal decisions may be attacked by subsidiary constitutional complaint.

Extrahierte Begründung

Article 113 BGG limits this remedy to last cantonal decisions.

Kernrechtsfrage

Whether the claim for CHF 8 million damages could be examined in this proceeding.

Extrahierter Entscheid

It could not be examined, because it was neither part of the cantonal proceedings nor capable of being part of the federal proceedings.

Extrahierte Begründung

The federal proceeding is limited to reviewing the contested cantonal decision; new substantive claims are not admissible.

Kernrechtsfrage

Whether the complaint sufficiently alleged violations of constitutional rights.

Extrahierter Entscheid

It did not, because it failed to address the decisive reasoning of the cantonal court in a clear and detailed manner.

Extrahierte Begründung

A subsidiary constitutional complaint must identify and substantiate constitutional rights allegedly violated by reference to the cantonal reasoning; otherwise non-entry follows under Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG.

Kernrechtsfrage

Whether legal aid should be granted.

Extrahierter Entscheid

Legal aid was refused because the complaint had no prospect of success.

Extrahierte Begründung

Art. 64 Abs. 1 BGG excludes legal aid for hopeless proceedings.

Kernrechtsfrage

How costs and party compensation should be allocated.

Extrahierter Entscheid

Court costs were imposed on the complainant and no party compensation was awarded.

Extrahierte Begründung

The losing party bears the costs under Art. 66 Abs. 1 BGG; the respondent received no compensation.

Setzen Sie Ihre Recherche in ChatGPT oder Claude fort

Verbinden Sie Omnilex, um den Rechtskorpus über Ihren KI-Assistenten zu durchsuchen.