Subsidiary constitutional complaint inadmissible for insufficient reasoning

5D_222/2011Bundesgericht / II. zivilrechtliche Abteilung30.11.2011Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court treated the filing as a subsidiary constitutional complaint against a Zurich cantonal order requiring a CHF 600 advance payment in an arrest matter and refusing suspensive effect. It held that the complaint was inadmissible to the extent it attacked the first-instance decision and otherwise failed to satisfy the strict constitutional reasoning requirements because it did not address the cantonal court's decisive grounds. As a result, the Court did not enter on the complaint, declared the request for suspensive effect moot, denied legal aid for lack of prospects, and imposed CHF 300 in court costs on the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 113 ff. and Art. 117 in Verbindung with Art. 106 Abs. 2 BGG; subsidiary constitutional complaint and requirements of substantiation. A subsidiary constitutional complaint is admissible only against final cantonal decisions. The complainant must, by reference to the decisive reasoning of the cantonal decision, allege and substantiate in a clear and detailed manner which constitutional rights were violated and how; a merely appellatory submission is insufficient. If the complaint manifestly lacks such reasoning, the Federal Supreme Court does not enter into the matter under Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG. Where the complaint is hopeless, legal aid is refused under Art. 64 Abs. 1 BGG; the losing party bears the court costs under Art. 66 Abs. 1 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
5D_222/2011

Urteil vom 30. November 2011
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Z.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Urs Erne,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Kostenvorschuss, aufschiebende Wirkung (Arresteinsprache).

Verfassungsbeschwerde gegen die Verfügung vom 21. November 2011 des Obergerichts des Kantons Zürich (II. Zivilkammer).

Nach Einsicht
in die (als Verfassungsbeschwerde entgegengenommene) Eingabe gegen die Verfügung vom 21. November 2011 des Obergerichts des Kantons Zürich, das dem Beschwerdeführer eine Frist von 10 Tagen zur Leistung eines Kostenvorschusses von Fr. 600.-- (für seine Beschwerde gegen einen erstinstanzlichen Entscheid betreffend Arrest mit Streitwert von Fr. 6'100.-- zuzüglich Mehrwertsteuer) angesetzt und sein Gesuch um aufschiebende Wirkung abgewiesen hat,
in die Gesuche um aufschiebende Wirkung und um unentgeltliche Rechtspflege für das bundesgerichtliche Verfahren,

in Erwägung,
dass gegen die in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit ergangene Verfügung des Obergerichts mangels Erreichens der Streitwertgrenze (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) und mangels Vorliegens einer Ausnahme gemäss Art. 74 Abs. 2 BGG allein die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113ff. BGG offen steht, weshalb die Eingabe des Beschwerdeführers als solche entgegengenommen worden ist,
dass die Verfassungsbeschwerde, die sich nur gegen letztinstanzliche kantonale Entscheide richten kann (Art. 113 BGG), zum Vornherein unzulässig ist, soweit der Beschwerdeführer den erstinstanzlichen Entscheid anficht,
dass sodann in einer subsidiären Verfassungsbeschwerde die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte vorzubringen und zu begründen (Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG sowie Art. 116 BGG), d.h. anhand der Erwägungen des kantonalen Entscheids klar und detailliert darzulegen ist, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch diesen Entscheid verletzt sein sollen (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399), ansonst auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG),
dass das Obergericht in der Verfügung vom 21. November 2011 erwog, die Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Nichtaussichtslosigkeit, Bedürftigkeit) seien im Gesuch darzutun und zu belegen, was der Beschwerdeführer unterlasse, weshalb er zur Vorschussleistung aufzufordern sei, gemäss dem Streitwert betrage dieser Fr. 600.--, als lex specialis schliesse Art. 278 Abs. 4 SchKG die Gewährung der aufschiebenden Wirkung, die den obergerichtlichen Entscheid vorwegnähme, aus,
dass der Beschwerdeführer in seiner Eingabe an das Bundesgericht nicht in nachvollziehbarer Weise auf die entscheidenden obergerichtlichen Erwägungen eingeht,
dass er erst recht nicht nach den gesetzlichen Anforderungen, d.h. klar und detailliert anhand dieser Erwägungen aufzeigt, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch die obergerichtliche Verfügung vom 21. November 2011 verletzt sein sollen,
dass somit auf die - offensichtlich keine hinreichende Begründung enthaltende - Verfassungsbeschwerde in Anwendung von Art. 117 i.V.m. Art 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht einzutreten ist,
dass mit dem Beschwerdeentscheid das Gesuch um aufschiebende Wirkung gegenstandslos wird,
dass dem Beschwerdeführer in Anbetracht der Aussichtslosigkeit der Verfassungsbeschwerde die unentgeltliche Rechtspflege nicht gewährt werden kann (Art. 64 Abs. 1 BGG),
dass der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG),
dass in den Fällen des Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und die Abteilungspräsidentin zuständig ist,
erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 300.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich (II. Zivilkammer) schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 30. November 2011
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Hohl

Der Gerichtsschreiber: Füllemann

Schlagwörter

constitutional complaintinadmissibilitylegal aidcourt costsreasoned appealadvance paymentsuspensive effect

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the subsidiary constitutional complaint was admissible against the cantonal order, including to the extent it attacked the first-instance decision.

Extrahierter Entscheid

The complaint was inadmissible insofar as it challenged the first-instance decision; otherwise it lacked a sufficiently reasoned constitutional argument against the cantonal ruling.

Extrahierte Begründung

A subsidiary constitutional complaint lies only against final cantonal decisions. The filing did not engage with the decisive reasoning of the cantonal court and did not identify, in a clear and detailed manner, which constitutional rights were violated and how.

Kernrechtsfrage

Whether legal aid for the federal proceedings should be granted.

Extrahierter Entscheid

Legal aid was denied because the complaint had no prospects of success.

Extrahierte Begründung

Under Art. 64(1) BGG, legal aid requires non-frivolous claims; the complaint was obviously insufficiently reasoned and therefore hopeless.

Kernrechtsfrage

Whether suspensive effect should be granted in the federal proceedings.

Extrahierter Entscheid

The request became moot once the complaint was not entered upon.

Extrahierte Begründung

After the non-entry decision, there was no remaining need to decide interim suspension.

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