Inadmissibility of subsidiary constitutional complaint for lack of reasoning

5D_217/2011Bundesgericht / II. zivilrechtliche Abteilung22.11.2011Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Court held that only a subsidiary constitutional complaint was available against the cantonal order on an advance payment in an Art. 85a SchKG action, but the appellant’s filing did not meet the strict pleading requirements for constitutional complaints. Requests aimed at the underlying debt enforcement and the creditor’s claim were inadmissible. The application for legal aid was denied because the complaint was manifestly hopeless and the appellant is a legal person. Court costs of CHF 300 were imposed on the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 113 ff. BGG, Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 and Art. 108 Abs. 1 lit. a/b BGG; subsidiary constitutional complaint against a cantonal decision in a pecuniary matter below the value threshold: admissibility is limited to the annulment of the appealable decision, and grievances must be formulated and substantiated in a clear and detailed manner with reference to the decisive reasoning. A mere abstract invocation of constitutional rights, in particular against the refusal of legal aid to a legal person, does not satisfy the requirement of substantiation; absent a concrete showing of an exception to the general rule, the complaint is not entered into. Where the complaint is manifestly hopeless, legal aid is to be refused under Art. 64 Abs. 1 BGG; the losing party bears the costs under Art. 66 Abs. 1 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
5D_217/2011

Urteil vom 22. November 2011
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________ AG,
Beschwerdeführerin,

gegen

Z.________,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Kostenvorschuss (Aberkennungs- bzw. Feststellungsklage nach Art. 85a SchKG).

Verfassungsbeschwerde gegen die Präsidialverfügung vom 29. September 2011 des Obergerichts des Kantons Zug (II. Beschwerdeabteilung).

Nach Einsicht
in die Verfassungsbeschwerde gegen die Präsidialverfügung vom 29. September 2011 des Obergerichts des Kantons Zug, das auf eine Beschwerde der Beschwerdeführerin gegen eine erstinstanzliche Kostenvorschussverfügung (Aufforderung der Beschwerdeführerin zur Leistung eines Kostenvorschusses von Fr. 600.-- innerhalb von 10 Tagen für eine Aberkennungs- bzw. Feststellungsklage nach Art. 85a SchKG der Beschwerdeführerin) nicht eingetreten ist,

in Erwägung,
dass gegen die in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit ergangene Verfügung des Obergerichts mangels Erreichens der Streitwertgrenze (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) und mangels Vorliegens einer Ausnahme gemäss Art. 74 Abs. 2 BGG allein die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113ff. BGG offen steht, weshalb die Eingabe der Beschwerdeführerin als solche entgegengenommen worden ist,
dass die Verfassungsbeschwerde zum Vornherein unzulässig ist, soweit die Beschwerdeführerin mehr oder anderes als die Aufhebung der im vorliegenden Verfahren allein anfechtbaren Präsidialverfügung vom 29. September 2011 beantragt,
dass dies namentlich für die Begehren gilt, die sich gegen die (dem Aberkennungs- bzw. Feststellungsprozess vorausgegangene) Betreibung sowie gegen die Beitragsforderung der Beschwerdegegnerin als solche richten,
dass sodann in einer subsidiären Verfassungsbeschwerde die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte vorzubringen und zu begründen (Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG sowie Art. 116 BGG), d.h. anhand der Erwägungen des kantonalen Entscheids klar und detailliert darzulegen ist, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch diesen Entscheid verletzt sein sollen (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399), ansonst auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG),
dass das Obergericht in der Verfügung vom 29. September 2011 erwog, die von der Beschwerdeführerin beantragte unentgeltliche Rechtspflege könne dieser als juristischer Person nicht gewährt werden, ihre Beschwerde gegen die Kostenvorschussverfügung sei daher offensichtlich unbegründet, auf ihre weiteren sachfremden Anträge sei nicht einzutreten,
dass die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe an das Bundesgericht nicht rechtsgenüglich auf die entscheidenden obergerichtlichen Erwägungen eingeht,
dass es insbesondere nicht genügt, die Verweigerung der unentgeltlichen Rechtspflege an juristische Personen als Verfassungsverletzung zu rügen, ohne in nachvollziehbarer Weise darzutun und zu belegen, weshalb im vorliegenden Fall eine Ausnahme vom Grundsatz der Nichtgewährung der unentgeltlichen Rechtspflege an juristische Personen gegeben sein soll (vgl. BGE 119 Ia 337),
dass die Beschwerdeführerin erst recht nicht nach den gesetzlichen Anforderungen, d.h. klar und detailliert anhand der entscheidenden obergerichtlichen Erwägungen aufzeigt, inwiefern die Präsidialverfügung des Obergerichts vom 29. September 2011 verfassungswidrig sein soll,
dass somit auf die - offensichtlich unzulässige bzw. keine hinreichende Begründung enthaltende - Verfassungsbeschwerde in Anwendung von Art. 117 i.V.m. Art 108 Abs. 1 lit. a und b BGG nicht einzutreten ist,
dass mit dem Beschwerdeentscheid die zahlreichen Verfahrensanträge (u.a. aufschiebende Wirkung, vorsorgliche Massnahmen) gegenstandslos werden,
dass der Beschwerdeführerin als juristischer Person die unentgeltliche Rechtspflege auch für das bundesgerichtliche Verfahren nicht gewährt werden kann, zumal die Verfassungsbeschwerde zum Vornherein aussichtslos war (Art. 64 Abs. 1 BGG),
dass die unterliegende Beschwerdeführerin kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG),
dass in den Fällen des Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und die Abteilungspräsidentin zuständig ist,
erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 300.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zug schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 22. November 2011
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Hohl

Der Gerichtsschreiber: Füllemann

Schlagwörter

subsidiary constitutional complaintlegal aidadmissibilityreasoning requirementadvance paymentcourt costslegal person

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the subsidiary constitutional complaint was admissible against the cantonal procedural order

Extrahierter Entscheid

The complaint was inadmissible because the challenged decision was a pecuniary matter below the statutory value threshold and no exception applied.

Extrahierte Begründung

Only the subsidiary constitutional complaint was open under Art. 113 ff. BGG; however, the filing sought relief beyond annulment of the sole appealable order and did not meet the strict reasoning requirements.

Kernrechtsfrage

Whether the complaint sufficiently alleged a violation of constitutional rights

Extrahierter Entscheid

It did not; the appellant failed to specifically and clearly challenge the decisive reasoning of the cantonal court.

Extrahierte Begründung

In a subsidiary constitutional complaint, constitutional violations must be pleaded and substantiated in a clear and detailed manner; merely asserting that legal aid was wrongly denied to a legal person was insufficient, especially without showing an exception to the general rule.

Kernrechtsfrage

Whether legal aid should be granted for the federal proceedings

Extrahierter Entscheid

No legal aid was granted because the complaint was manifestly hopeless and the appellant is a legal person.

Extrahierte Begründung

The complaint had no prospect of success, so the request for legal aid failed under Art. 64 Abs. 1 BGG.

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