Subsidiary constitutional complaint inadmissible for lack of reasoning

5D_16/2010Bundesgericht / II. zivilrechtliche Abteilung25.02.2010Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court treated the filing as a subsidiary constitutional complaint because the cantonal order on definitive debt enforcement did not reach the ordinary appeal value. It held that the complainant did not raise or substantiate any constitutional rights and thus failed to meet the strict reasoning requirements. The complaint was therefore not entered into. The request for free legal aid was rejected for lack of prospects of success, and court costs of CHF 400 were imposed on the complainant.

Omnilex-Regeste

Art. 113 ff., 116, 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 and Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; subsidiary constitutional complaint: the appellant must, with reference to the challenged reasoning, clearly and in detail allege which constitutional rights were violated and in what respect. A merely appellatory or unsupported submission does not satisfy the special duty of reasoning; in such a case the court will not enter the complaint. Where the complaint is manifestly insufficiently reasoned, the simplified procedure applies. Free legal aid under Art. 64 Abs. 1 BGG is excluded if the complaint lacks prospects of success; costs follow the outcome under Art. 66 Abs. 1 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
5D_16/2010

Urteil vom 25. Februar 2010
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Kanton Luzern,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Definitive Rechtsöffnung.

Verfassungsbeschwerde gegen den Beschluss vom 14. Dezember 2009 des Obergerichts des Kantons Thurgau.

Nach Einsicht
in die Verfassungsbeschwerde gegen den Beschluss vom 14. Dezember 2009 des Obergerichts des Kantons Thurgau, das einen Rekurs des Beschwerdeführers gegen die erstinstanzliche Erteilung der definitiven Rechtsöffnung für Fr. 1'200.-- (nebst Zins) an den Beschwerdegegner abgewiesen hat,

in Erwägung,
dass gegen den in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit ergangenen Beschluss des Obergerichts mangels Erreichens der Streitwertgrenze (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) und mangels Vorliegens einer Ausnahme gemäss Art. 74 Abs. 2 BGG allein die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113ff. BGG offen steht, weshalb die Eingabe des Beschwerdeführers als solche entgegengenommen worden ist,
dass in einer subsidiären Verfassungsbeschwerde die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte vorzubringen und zu begründen (Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG sowie Art. 116 BGG), d.h. anhand der Erwägungen des kantonalen Entscheids klar und detailliert darzulegen ist, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch diesen Entscheid verletzt sein sollen (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399), ansonst auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG),
dass das Obergericht im Beschluss vom 14. Dezember 2009 erwog, die Rechtsöffnungsforderung beruhe auf einer gemäss Empfangsbestätigung vom Beschwerdeführer am 3. Juni 2009 in Empfang genommenen, rechtskräftigen Strafverfügung wegen Zechprellerei, diese stelle gemäss Art. 373 StGB mit Bezug auf die Busse (Fr. 800.--) und die Verfahrenskosten (Fr. 400.--) einen definitiven Rechtsöffnungstitel dar,
dass der Beschwerdeführer in seiner Eingabe an das Bundesgericht kein verfassungsmässiges Recht anruft,
dass er erst recht nicht anhand der obergerichtlichen Erwägungen nach den gesetzlichen Anforderungen aufzeigt, inwiefern der Beschluss des Obergerichts vom 14. Dezember 2009 verfassungswidrig sein soll,
dass somit auf die - offensichtlich keine hinreichende Begründung enthaltende - Verfassungsbeschwerde in Anwendung von Art. 117 i.V.m. Art 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht einzutreten ist,
dass das nachträgliche Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege in Anbetracht der Aussichtslosigkeit der Verfassungsbeschwerde abzuweisen ist (Art. 64 Abs. 1 BGG),
dass der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG),
dass in den Fällen des Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und die Abteilungspräsidentin zuständig ist,

erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 400.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Thurgau schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 25. Februar 2010
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Hohl Füllemann

Schlagwörter

debt enforcementconstitutional complaintadmissibilityreasoned pleadinglegal aidcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the subsidiary constitutional complaint was sufficiently reasoned to be admissible.

Extrahierter Entscheid

No. The filing did not invoke any constitutional right and failed to show, with reference to the cantonal reasoning, how the challenged order violated constitutional rights.

Extrahierte Begründung

In a subsidiary constitutional complaint, constitutional violations must be specifically alleged and substantiated; otherwise the court will not enter the complaint.

Kernrechtsfrage

Whether the request for free legal aid should be granted.

Extrahierter Entscheid

No. The complaint had no prospect of success, so legal aid had to be refused.

Extrahierte Begründung

Unsuccessful prospects bar free legal aid under the Federal Supreme Court Act.

Kernrechtsfrage

Who bears the federal court costs.

Extrahierter Entscheid

The complainant must pay court costs of CHF 400.

Extrahierte Begründung

As the losing party, the complainant is liable for costs.

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