Late constitutional complaint against recusal ruling

5D_154/2011Bundesgericht / II. zivilrechtliche Abteilung09.09.2011Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Swiss Federal Supreme Court dealt with a constitutional complaint against a cantonal refusal to recuse a justice of the peace in a debt-enforcement matter. Because the complaint was filed more than a year after the cantonal decision was deemed served, the Court held it to be untimely and therefore inadmissible. The allegation of denial of justice was moot, since the cantonal decision had already been issued. Legal aid was refused because the complaint lacked any prospect of success, and CHF 200 in court costs were imposed on the appellant. The case was handled in simplified procedure by the presiding member.

Omnilex-Regeste

Art. 113 ff., Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. a, Art. 64 Abs. 1 and Art. 66 Abs. 1 BGG; timeliness and admissibility of the subsidiary constitutional complaint, legal aid, and costs. A subsidiary constitutional complaint must be filed within the statutory time limit; service by deemed delivery after expiry of the postal collection period starts the appeal period. A complaint lodged after expiry is manifestly inadmissible. Claims of denial of justice become moot once the challenged cantonal decision has been rendered and served. Legal aid is refused where the complaint is hopeless. Costs are borne by the unsuccessful party.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
5D_154/2011

Urteil vom 9. September 2011
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Escher, präsidierendes Mitglied,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Amtsgerichtspräsident von Y.________,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Ausstandsbegehren gegen den Rechtsöffnungsrichter,

Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid vom 19. Juni 2010 des Obergerichts des Kantons Luzern (Justizkommission).

Nach Einsicht
in die (vom Obergericht des Kantons Luzern zuständigkeitshalber dem Bundesgericht übermittelte und von diesem als Verfassungsbeschwerde entgegengenommene) Eingabe gegen den Entscheid vom 19. Juni 2010 (JK 10 17) des Obergerichts des Kantons Luzern, das ein Ausstandsbegehren des Beschwerdeführers gegen den Beschwerdegegner (in einem Rechtsöffnungsverfahren mit einem Streitwert von Fr. 500.--) mangels konkreter Ausstandsgründe abgewiesen und dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege (wegen Aussichtslosigkeit) verweigert hat,
in das sinngemässe Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege auch für das bundesgerichtliche Verfahren,

in Erwägung,
dass gegen den in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit ergangenen Entscheid des Obergerichts mangels Erreichens der Streitwertgrenze (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) und mangels Vorliegens einer Ausnahme gemäss Art. 74 Abs. 2 BGG allein die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG offen steht, weshalb die Eingabe des Beschwerdeführers als solche entgegengenommen worden ist,
dass sich die Verfassungsbeschwerde zum Vornherein als gegenstandslos erweist, soweit der Beschwerdeführer dem Obergericht im Verfahren JK 10 17 Rechtsverweigerung vorwirft, nachdem dessen Entscheid bereits am 19. Juni 2010 ergangen ist und - wegen Nichtabholens der eingeschriebenen Sendung bei der Post - als dem Beschwerdeführer am letzten Tag der postalischen Abholfrist, d.h. als am 2. Juli 2010 zugestellt gilt,
dass sodann Beschwerden an das Bundesgericht gemäss Art. 100 Abs. 1 BGG innert 30 Tagen nach der Eröffnung des kantonalen Entscheids beim Bundesgericht einzureichen oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post zu übergeben sind (Art. 48 Abs. 1 BGG),
dass im vorliegenden Fall der Beschwerdeführer seine Eingabe erst am 1. September 2011 und damit lange nach Ablauf der am 2. Juli 2010 beginnenden Beschwerdefrist eingereicht hat,
dass auf die verspätete und damit offensichtlich unzulässige Verfassungsbeschwerde, soweit nicht gegenstandslos, in Anwendung von Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG nicht einzutreten ist,
dass die Verfassungsbeschwerde im Übrigen den Begründungsanforderungen der Art. 116 und 117/106 Abs. 2 BGG in keiner Weise entspricht und - darüber hinaus - auch deshalb unzulässig wäre, weil der Beschwerdeführer missbräuchlich prozessiert (Art. 42 Abs. 7 BGG),
dass dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege in Anbetracht der Aussichtslosigkeit der Verfassungsbeschwerde nicht gewährt werden kann (Art. 64 Abs. 1 BGG),
dass der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG),
dass in den Fällen des Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und das präsidierende Abteilungsmitglied zuständig ist,
dass sich das Bundesgericht in dieser Sache vorbehält, allfällige weitere Eingaben in der Art der bisherigen, namentlich missbräuchliche Revisionsgesuche ohne Antwort abzulegen,

erkennt das präsidierende Mitglied:

1.
Soweit sie nicht gegenstandslos ist, wird auf die Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 200.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Luzern schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 9. September 2011
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Das präsidierende Mitglied: Escher

Der Gerichtsschreiber: Füllemann

Schlagwörter

constitutional complaintrecusaladmissibilitydeadlinedeemed servicelegal aidcostsmootnesssimplified procedure

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the constitutional complaint was timely against the cantonal decision.

Extrahierter Entscheid

The complaint was filed long after the 30-day deadline and is therefore inadmissible.

Extrahierte Begründung

The cantonal decision was deemed served on 2010-07-02 after non-collection of the registered mail, while the federal filing occurred only on 2011-09-01.

Kernrechtsfrage

Whether the complaint was moot insofar as it alleged denial of justice by the cantonal court.

Extrahierter Entscheid

That part became moot because the cantonal decision had already been issued and served.

Extrahierte Begründung

A denial-of-justice complaint cannot be pursued once the challenged decision exists and has been deemed served.

Kernrechtsfrage

Whether legal aid should be granted for the federal proceedings.

Extrahierter Entscheid

Legal aid was refused because the complaint had no prospect of success.

Extrahierte Begründung

The appeal was obviously inadmissible and also failed to meet the reasoning requirements, so it lacked chances of success.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be imposed on the appellant.

Extrahierter Entscheid

The losing appellant was ordered to pay court costs.

Extrahierte Begründung

Costs follow the outcome under the Federal Supreme Court Act.

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