Subsidiary constitutional complaint inadmissible for insufficient reasoning

5D_143/2009Bundesgericht / II. zivilrechtliche Abteilung30.09.2009Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court treated the filing as a subsidiary constitutional complaint because the value threshold was not reached and no exception applied. It held that the complainant failed to challenge the cantonal appellate reasoning in a constitutionally cognizable and sufficiently detailed manner. Since no specific constitutional violation was alleged or substantiated, the court did not enter into the merits. The complainant was ordered to pay court costs of CHF 50.

Omnilex-Regeste

Art. 113 ff. BGG, Art. 116 BGG, Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 and Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; subsidiäre Verfassungsbeschwerde und Begründungsanforderungen. Against a cantonal decision in a pecuniary matter below the value threshold, only the subsidiary constitutional complaint is available. Such a remedy requires that the alleged violation of constitutional rights be specifically invoked and, in light of the reasoning of the cantonal decision, clearly and in detail substantiated; a mere disagreement with the outcome is insufficient. If the filing does not meet these requirements, the Federal Supreme Court does not enter into it in simplified procedure. The unsuccessful complainant bears the court costs (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
5D_143/2009

Urteil vom 30. September 2009
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Schweizerische Eidgenossenschaft,
Kanton Aargau,
Beschwerdegegner,
beide vertreten durch das Steueramt des Kantons Aargau.

Gegenstand
Definitive Rechtsöffnung,

Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid vom 17. August 2009 des Obergerichts des Kantons Aargau (Zivilgericht, 4. Kammer).

Nach Einsicht
in die Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid vom 17. August 2009 des Obergerichts des Kantons Aargau, das eine Beschwerde des Beschwerdeführers gegen die erstinstanzliche Erteilung der definitiven Rechtsöffnung an die Beschwerdegegner für Fr. 60.-- (nebst Zins) abgewiesen hat, soweit es darauf eingetreten ist,

in Erwägung,
dass gegen den in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit ergangenen Entscheid des Obergerichts mangels Erreichens der Streitwertgrenze (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) und mangels Vorliegens einer Ausnahme gemäss Art. 74 Abs. 2 BGG allein die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113ff. BGG offen steht, weshalb die Eingabe des Beschwerdeführers als solche entgegengenommen worden ist,
dass in einer subsidiären Verfassungsbeschwerde die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte vorzubringen und zu begründen (Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG sowie Art. 116 BGG), d.h. anhand der Erwägungen des kantonalen Entscheids klar und detailliert darzulegen ist, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch diesen Entscheid verletzt sein sollen (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399), ansonst auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG),
dass das Obergericht im Entscheid vom 17. August 2009 erwog, die Rechtsöffnungsforderung beruhe auf einer rechtskräftigen Veranlagungsverfügung für die ordentliche direkte Bundessteuer 2006 und damit auf einem definitiven Rechtsöffnungstitel im Sinne von Art. 80 Abs. 2 Ziffer 3 SchKG, der Beschwerdeführer erhebe zwar die Einrede der Tilgung durch Verrechnung, lege jedoch zum Beweis dieser Einrede keine Urkunde vor, die mindestens zur provisorischen Rechtsöffnung berechtigen würde, weshalb die definitive Rechtsöffnung zu erteilen sei,
dass der Beschwerdeführer nicht in nachvollziehbarer Weise auf die entscheidenden obergerichtlichen Erwägungen eingeht und auch keine Verletzung verfassungsmässiger Rechte geltend macht,
dass er erst recht nicht anhand der obergerichtlichen Erwägungen nach den gesetzlichen Begründungsanforderungen aufzeigt, inwiefern der angefochtene Entscheid des Obergerichts vom 17. August 2009 verfassungswidrig sein soll,
dass somit auf die - offensichtlich keine hinreichende Begründung enthaltende - Verfassungsbeschwerde in Anwendung von Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht einzutreten ist,
dass der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG),
dass in den Fällen des Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und die Abteilungspräsidentin zuständig ist,

erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 50.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 30. September 2009
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Hohl Füllemann

Schlagwörter

debt enforcementdefinitive enforcementconstitutional complaintadmissibilityreasoning requirementcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the subsidiary constitutional complaint was sufficiently reasoned

Extrahierter Entscheid

No. The complainant did not engage with the cantonal court's reasoning or allege specific constitutional violations in the required manner.

Extrahierte Begründung

A subsidiary constitutional complaint must identify and substantiate constitutional rights allegedly violated by reference to the appealed reasoning; the filing contained no adequate, detailed argumentation.

Kernrechtsfrage

Whether the federal court should review the merits of the definitive debt enforcement order

Extrahierter Entscheid

No. Because the complaint was inadmissible for lack of reasoning, the merits were not examined.

Extrahierte Begründung

The appeal failed at the admissibility stage under the strict reasoning requirements applicable to subsidiary constitutional complaints.

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