Involuntary commitment upheld under Art. 397a ZGB

5A_869/2010Bundesgericht / II. zivilrechtliche Abteilung14.12.2010Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Court dealt with a complaint against a 10-week involuntary psychiatric placement ordered by the cantonal guardianship authority and upheld by the Basel-Landschaft cantonal court. The appellant broadly denied the medical findings and requested a hearing, but failed to raise specific constitutional objections against the factual findings. The Federal Court therefore accepted the cantonal findings on illness, lack of insight, treatment need, and risk of self-harm. On that basis, the placement under Art. 397a ZGB was lawful. The complaint was dismissed insofar as admissible, and no court costs were imposed.

Omnilex-Regeste

Art. 105 and 106 Abs. 2 BGG; Art. 397a ZGB; review of involuntary commitment for mental illness. The Federal Court is bound by the cantonal findings of fact unless they are shown, by specific constitutional reasoning, to be manifestly inaccurate or otherwise unlawful. A merely generic denial of the medical assessment is insufficient. Where the established facts show that personal care cannot otherwise be ensured and that inpatient treatment is necessary to prevent self-endangerment, commitment to a suitable institution is compatible with Art. 397a ZGB. In proceedings under Art. 109 BGG, the Court may reject an evidently unfounded complaint without conducting evidence, and may waive court costs.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
5A_869/2010

Urteil vom 14. Dezember 2010
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Bundesrichterin Escher, Bundesrichter Marazzi,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Kantonales Vormundschaftsamt.

Gegenstand
Fürsorgerische Freiheitsentziehung,

Beschwerde nach Art. 72 ff. BGG gegen das Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft (Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht) vom
30. November 2010.

Nach Einsicht:
in die (gestützt auf Art. 72 Abs. 2 lit. b Ziff. 6 BGG erhobene) Beschwerde gegen das Urteil vom 30. November 2010 des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, das eine Beschwerde der Beschwerdeführerin gegen ihre am 15. November 2010 in Anwendung von Art. 397a ZGB für längstens 10 Wochen angeordnete Einweisung in die Kantonale Psychiatrische Klinik in A.________ abgewiesen hat,

in Erwägung:
dass das Kantonsgericht - auf Grund ärztlicher Berichte und nach Anhörung der Beschwerdeführerin - erwog, die ... leidende Beschwerdeführerin habe keine Krankheitseinsicht und müsse stationär behandelt werden, weil sie bei sofortiger Entlassung die Medikamente absetzen, sich ins Ausland begeben und sich selbst gefährden würde, zumal die Beschwerdeführerin über keine Wohnung verfüge und von ihrer Mutter nicht aufgenommen werden könne,
dass das Bundesgericht seinem Beschwerdeentscheid den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt zu Grunde zu legen hat (Art. 105 Abs. 1 BGG), es sei denn, die für den Verfahrensausgang entscheidenden Feststellungen sind offensichtlich unrichtig, d.h. unhaltbar und damit willkürlich nach Art. 9 BV (BGE 133 III 393 E. 7.1 S. 398) oder beruhen auf einer anderweitigen Rechtsverletzung (Art. 97 Abs. 1 BGG),
dass die bundesgerichtliche Überprüfung eines verfassungswidrig festgestellten Sachverhalts voraussetzt, dass in der Beschwerdeschrift die Verfassungsverletzung gerügt (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 134 I 83 E. 3.2 S. 88 mit Hinweisen, 133 IV 286 E. 1.4 S. 287 f.), d.h. neben der Erheblichkeit der gerügten Tatsachenfeststellungen dargelegt wird, inwiefern diese verfassungswidrig, namentlich unhaltbar sind, weil sie den Tatsachen klar widersprechen, auf einem offenkundigen Versehen beruhen oder sich sachlich nicht vertreten lassen (BGE 133 II 249 E. 1.2.2 S. 252),
dass die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe an das Bundesgericht zwar den vom Kantonsgericht festgestellten Krankheitszustand pauschal bestreitet, jedoch keine den erwähnten Begründungsanforderungen entsprechenden Sachverhaltsrügen erhebt,
dass somit das Bundesgericht von den tatsächlichen Feststellungen des Kantonsgerichts über den Krankheitszustand der Beschwerdeführerin, ihre Behandlungsbedürftigkeit und die drohende Selbstgefährdung auszugehen hat, zumal auch kein Grund besteht, den Sachverhalt von Amtes wegen zu berichtigen oder zu ergänzen (Art. 105 Abs. 2 BGG), zudem nimmt das Bundesgericht selber keine Beweise ab, womit dem Antrag auf Anhörung nicht gefolgt werden kann,
dass auf Grund des vom Kantonsgericht festgestellten Sachverhalts die gestützt auf Art. 397a Abs. 1 ZGB verfügte Einweisung der Beschwerdeführerin in die Kantonale Psychiatrische Klinik in A.________ bundesrechtskonform ist,
dass nämlich gemäss dieser Bestimmung eine Person wegen Geisteskrankheit in eine geeignete Anstalt eingewiesen und darin zurückbehalten werden darf, wenn ihr die nötige persönliche Fürsorge nicht anders zuteil werden kann,
dass im vorliegenden Fall der zufolge des Krankheitszustandes der Beschwerdeführerin nötige Schutz vor Selbstgefährdung nur durch die angeordnete stationäre Behandlung gewährleistet werden kann, bis die freiwillige Medikamenteneinnahme sichergestellt ist,
dass im Übrigen auf die zutreffenden Erwägungen im Urteil des Kantonsgerichts verwiesen wird (Art. 109 Abs. 3 BGG),
dass sich somit die Beschwerde, soweit sie zulässig ist, als offensichtlich unbegründet erweist,
dass keine Gerichtskosten erhoben werden,
dass das bundesgerichtliche Urteil im Verfahren nach Art. 109 BGG ergeht,

erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, dem Kantonalen Vormundschaftsamt und dem Kantonsgericht Basel-Landschaft schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 14. Dezember 2010
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Hohl Füllemann

Schlagwörter

involuntary commitmentpsychiatric treatmentself-harm riskfact reviewconstitutional complaintcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the factual findings on illness, need for treatment, and risk of self-harm could be reviewed and corrected by the Federal Court

Extrahierter Entscheid

The Federal Court was bound by the cantonal findings because no sufficiently substantiated constitutional challenge was raised, and no reason existed for ex officio correction.

Extrahierte Begründung

Under Art. 105 BGG, factual findings may be revised only if manifestly incorrect or based on a legal error; constitutional objections must be pleaded specifically under Art. 106(2) BGG. The appellant merely denied the medical condition in general terms.

Kernrechtsfrage

Whether the involuntary commitment under Art. 397a ZGB was lawful

Extrahierter Entscheid

Yes. On the established facts, the psychiatric placement was lawful because personal care could not otherwise be ensured and protection from self-endangerment required inpatient treatment.

Extrahierte Begründung

A person may be placed and retained in a suitable institution for mental illness when necessary personal care cannot be provided otherwise. The court accepted the need for supervision until voluntary medication intake was secured.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged

Extrahierter Entscheid

No court costs were levied.

Extrahierte Begründung

The Federal Court expressly ordered no judicial fees.

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