Involuntary psychiatric detention upheld under Art. 397a ZGB

5A_369/2009Bundesgericht / II. zivilrechtliche Abteilung29.05.2009Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The appellant challenged his continued retention in the Universitäre Psychiatrische Dienste after a cantonal decision upholding involuntary psychiatric detention. The Federal Court held that it was bound by the lower court’s factual findings because the appellant raised no specific constitutional objections. On the established facts, the measure was lawful under Art. 397a ZGB because the appellant’s illness, lack of insight, suicidal risk, and environmental burden justified continued inpatient treatment. The complaint was dismissed insofar as admissible, and no court costs were imposed.

Omnilex-Regeste

Art. 105 Abs. 1, Art. 106 Abs. 2 and Art. 109 BGG; Art. 397a Abs. 1 and 2 ZGB: scope of review in summary federal proceedings and requirements for challenging findings of fact; prerequisites for involuntary psychiatric retention. The Federal Court is bound by the cantonal findings unless the appellant specifically alleges and substantiates constitutional infirmity, especially arbitrariness. In the absence of such objections, the Court examines the legality of retention on the established facts only. Continued detention in an appropriate institution is lawful where, owing to mental illness, the necessary personal care cannot otherwise be provided and the measure is required to prevent self-endangerment; the burden on the surroundings may be taken into account as an additional factor (consid. 1-3).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
5A_369/2009

Urteil vom 29. Mai 2009
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Bundesrichter Marazzi,
Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Universitäre Psychiatrische Dienste,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Fürsorgerische Freiheitsentziehung,

Beschwerde nach Art. 72ff. BGG gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern (Kantonale Rekurskommission für fürsorgerische Freiheitsentziehungen) vom 13. Mai 2009.

Nach Einsicht
in die (gestützt auf Art. 72 Abs. 2 lit. b Ziff. 6 BGG erhobene) Beschwerde gegen das Urteil vom 13. Mai 2009 des Obergerichts des Kantons Bern, das einen Rekurs des (am 19. März 2009 in die Universitären Psychiatrischen Dienste A.________ eingewiesenen) Beschwerdeführers gegen seine am 28. April 2009 in Anwendung von Art. 397a Abs. 1 ZGB angeordnete Zurückbehaltung in der Klinik abgewiesen hat,

in Erwägung,
dass das Obergericht - auf Grund ärztlicher Berichte und nach Anhörung des Beschwerdeführers - erwog, der ... leidende Beschwerdeführer habe keine Krankheitseinsicht und müsse zur Sicherstellung der antipsychotischen Medikation stationär behandelt werden, weil er sonst sich selbst gefährden würde (Todeswunsch), zumal auch die gegenüber Nachbarn ausgestossenen Drohungen ernst zu nehmen seien und die Belastung für die Umwelt zu berücksichtigen sei,
dass das Bundesgericht seinem Beschwerdeentscheid den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt zu Grunde zu legen hat (Art. 105 Abs. 1 BGG), es sei denn, die für den Verfahrensausgang entscheidenden Feststellungen sind offensichtlich unrichtig, d.h. unhaltbar und damit willkürlich nach Art. 9 BV (BGE 133 III 393 E. 7.1 S. 398) oder beruhen auf einer anderweitigen Rechtsverletzung (Art. 97 Abs. 1 BGG),
dass die bundesgerichtliche Überprüfung eines verfassungswidrig festgestellten Sachverhalts voraussetzt, dass in der Beschwerdeschrift die Verfassungsverletzung gerügt (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 134 I 83 E. 3.2 S. 88 mit Hinweisen, 133 IV 286 E. 1.4 S. 287f.), d.h. neben der Erheblichkeit der gerügten Tatsachenfeststellungen dargelegt wird, inwiefern diese verfassungswidrig, namentlich unhaltbar sind, weil sie den Tatsachen klar widersprechen, auf einem offenkundigen Versehen beruhen oder sich sachlich nicht vertreten lassen (BGE 133 II 249 E. 1.2.2 S. 252),
dass im vorliegenden Fall der Beschwerdeführer in seiner Eingabe an das Bundesgericht keine Sachverhaltsrügen erhebt,
dass somit das Bundesgericht von den tatsächlichen Feststellungen des Obergerichts über den Krankheitszustand des Beschwerdeführers, seine Behandlungsbedürftigkeit und die drohende Selbstgefährdung auszugehen hat,
dass auf Grund des vom Obergericht festgestellten Sachverhalts die gestützt auf Art. 397a Abs. 1 ZGB verfügte Zurückbehaltung des Beschwerdeführers in den Universitären Psychiatrischen Diensten bundesrechtskonform ist,
dass nämlich gemäss dieser Bestimmung eine Person wegen Geisteskrankheit in eine geeignete Anstalt eingewiesen und darin zurückbehalten werden darf, wenn ihr die nötige persönliche Fürsorge nicht anders zuteil werden kann,
dass im vorliegenden Fall der zufolge des Krankheitszustandes des Beschwerdeführers nötige Schutz vor Selbstgefährdung nur durch die angeordnete stationäre Behandlung gewährleistet werden kann, zumal beim Entscheid auch die Belastung zu berücksichtigen ist, die der Beschwerdeführer für die Umgebung darstellt (Art. 397a Abs. 2 ZGB),
dass im Übrigen auf die zutreffenden Erwägungen im obergerichtlichen Urteil verwiesen wird (Art. 109 Abs. 3 BGG),
dass sich somit die Beschwerde, soweit sie zulässig ist, als offensichtlich unbegründet erweist,
dass keine Gerichtskosten erhoben werden,
dass das bundesgerichtliche Urteil im Verfahren nach Art. 109 BGG ergeht,
erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 29. Mai 2009
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Hohl Füllemann

Schlagwörter

involuntary commitmentpsychiatric detentionmental illnessstandard of reviewarbitrarinessself-harmsummary proceedingscourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complaint could succeed despite no specific challenge to the lower court's factual findings.

Extrahierter Entscheid

The Federal Court was bound by the cantonal findings because no admissible factual objections were raised.

Extrahierte Begründung

Under Art. 105(1) BGG and Art. 106(2) BGG, factual findings are reviewed only if specifically challenged as arbitrary or otherwise constitutionally unlawful; the appellant raised no such objections.

Kernrechtsfrage

Whether the involuntary psychiatric detention was lawful under Art. 397a ZGB.

Extrahierter Entscheid

The retention in the psychiatric clinic was compatible with federal law.

Extrahierte Begründung

Given the established mental illness, lack of insight, need for antipsychotic treatment, and risk of self-harm, personal care could not be provided otherwise; the burden on the environment also supported the measure under Art. 397a(2) ZGB.

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