Non-entry for insufficiently reasoned appeal in involuntary placement case

5A_270/2011Bundesgericht / II. zivilrechtliche Abteilung11.04.2011Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

X. appealed to the Federal Supreme Court against a Basel-Landschaft cantonal order that had dismissed her complaint about involuntary placement after she withdrew it, waived court costs, and offset party costs. The Federal Supreme Court held that the appeal was inadmissible because it attacked the underlying first-instance measure rather than the only appealable cantonal order, and because the filing did not engage with the cantonal reasoning or satisfy the substantiation requirements. The court therefore declined to enter into the appeal and imposed no court costs.

Omnilex-Regeste

Art. 75 Abs. 1, Art. 42 Abs. 1 and 2, Art. 106 Abs. 2, Art. 108 Abs. 1 lit. a and b BGG; admissibility and substantiation requirements of an appeal to the Federal Supreme Court. A federal appeal lies only against the legally relevant cantonal decision actually attacked; challenges directed solely against an underlying first-instance measure are inadmissible when only the subsequent cantonal dismissal order is appealable. The appeal must, by reference to the impugned reasoning, identify the legal norms and constitutional rights allegedly violated and explain the alleged infringement in a concrete and detailed manner. Mere disagreement with the outcome or renewed factual assertions do not suffice; otherwise, non-entry follows in simplified procedure (consid. 1-3).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
5A_270/2011

Urteil vom 11. April 2011
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Kantonales Vormundschaftsamt,

Gegenstand
Fürsorgerische Freiheitsentziehung, Kosten.

Beschwerde nach Art. 72 ff. BGG gegen die Verfügung des Kantonsgerichts Basel-Landschaft (Präsidentin, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht) vom 28. März 2011.

Nach Einsicht
in die Beschwerde gemäss Art. 72 ff. BGG gegen die Verfügung vom 28. März 2011 des Kantonsgerichts Basel-Landschaft (Präsidentin), das ein Beschwerdeverfahren (betreffend fürsorgerische Freiheitsentziehung und Kosten) als zufolge Beschwerderückzugs abgeschrieben, keine Verfahrenskosten erhoben und die Parteikosten wettgeschlagen hat,

in Erwägung,
dass das Kantonsgericht erwog, nachdem die Beschwerdeführerin ihre Beschwerde zurückgezogen habe, sei das Verfahren abzuschreiben, auf die Erhebung von Verfahrenskosten werde verzichtet, dem Kanton Basel-Landschaft sei keine Parteientschädigung zuzusprechen,
dass die Beschwerde nach Art. 72 ff. BGG, die sich nur gegen letztinstanzliche kantonale Entscheide richten kann (Art. 75 Abs. 1 BGG), zum Vornherein unzulässig ist, soweit die Beschwerdeführerin den erstinstanzlichen Entscheid (betreffend fürsorgerische Freiheitsentziehung und Kosten) anficht, indem sie die Notwendigkeit dieser Massnahme und die Diagnose ihrer Krankheit bestreitet,
dass sodann die Beschwerde nach Art. 72ff. BGG nebst einem Antrag eine Begründung zu enthalten hat, in welcher in gedrängter Form dargelegt wird, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95f. BGG) verletzt (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), ansonst auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG),
dass m.a.W. in der Beschwerdeschrift auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids einzugehen und im Einzelnen zu zeigen ist, welche Vorschriften und warum sie von der Vorinstanz verletzt worden sind (BGE 133 IV 286 E. 1.4 S. 287),
dass auch Verfassungsrügen in der Beschwerdeschrift vorzubringen und zu begründen sind (Art. 106 Abs. 2 BGG), dass m.a.W. in der Beschwerdeschrift klar und detailliert anhand der Erwägungen des angefochtenen Entscheids darzulegen ist, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch den kantonalen Entscheid verletzt sind (BGE 134 I 83 E. 3.2 S. 88 mit Hinweisen; 133 IV 286 E. 1.4 S. 287f.),

dass die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe an das Bundesgericht nicht auf die Erwägungen des Kantonsgerichts in der (vorliegend allein anfechtbaren) Verfügung vom 28. März 2011 eingeht,
dass sich die Beschwerdeführerin nicht mit dieser Verfügung auseinandersetzt, indem sie die Notwendigkeit der fürsorgerischen Freiheitsentziehung bestreitet, nachdem die Beschwerdeführerin ihre kantonale Beschwerde zurückgezogen hat,
dass die Beschwerdeführerin erst recht nicht nach den gesetzlichen Anforderungen anhand der kantonsgerichtlichen Erwägungen aufzeigt, inwiefern die Verfügung des Kantonsgerichts vom 28. März 2011 rechts- oder verfassungswidrig sein soll,
dass somit auf die - offensichtlich unzulässige bzw. keine hinreichende Begründung enthaltende - Beschwerde in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. a und b BGG nicht einzutreten ist,
dass keine Kosten erhoben werden,
dass in den Fällen des Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und die Abteilungspräsidentin zuständig ist,
erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, dem Kantonalen Vormundschaftsamt und dem Kantonsgericht Basel-Landschaft schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 11. April 2011
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Hohl Füllemann

Schlagwörter

inadmissibilitysubstantiationinvoluntary placementcostssimplified procedure

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Admissibility of the appeal against the cantonal order after withdrawal of the lower-court complaint

Extrahierter Entscheid

The appeal was inadmissible insofar as it attacked the original first-instance involuntary placement decision rather than the only appealable cantonal order of 28 March 2011.

Extrahierte Begründung

Federal review lies only against final cantonal decisions; the appellant challenged the underlying placement and diagnosis, not the appealed withdrawal-based dismissal order.

Kernrechtsfrage

Admissibility of the appeal for lack of substantiation

Extrahierter Entscheid

The appeal was not admitted because it did not address the reasoning of the cantonal order and did not show any violation of law or constitutional rights.

Extrahierte Begründung

A federal appeal must state, in a concise manner and by reference to the impugned reasoning, which provisions were violated and why; constitutional claims must be specifically argued. The filing contained no such analysis.

Kernrechtsfrage

Court costs in the federal proceedings

Extrahierter Entscheid

No court costs were charged.

Extrahierte Begründung

In simplified procedure under Art. 108 BGG, the court dispensed with fees in this case.

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