Late appeal in marital protection proceedings declared inadmissible

5A_131/2012Bundesgericht / II. zivilrechtliche Abteilung10.02.2012Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court dealt with an appeal against a cantonal marital protection decision. It held that the appeal was filed after the 30-day time limit and that the deadline suspension for holidays did not apply because the case concerned measures under Art. 98 BGG. The appeal was therefore not entered into under the simplified procedure. As the appeal was hopeless, the request for free legal aid was denied. Court costs of CHF 500 were imposed on the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 100 Abs. 1, Art. 48 Abs. 1 and 46 Abs. 2 BGG; Art. 98 BGG; late appeal against a decision on provisional measures. The 30-day appeal period runs without holiday suspension in cases governed by Art. 98 BGG. An appeal lodged after expiry of that period is manifestly inadmissible and is not entered into under Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG. Where the appeal is hopeless, free legal aid is to be refused under Art. 64 Abs. 1 BGG. The losing appellant bears the costs under Art. 66 Abs. 1 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
5A_131/2012

Urteil vom 10. Februar 2012
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Y.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Stephan Zimmerli,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Eheschutz,

Beschwerde nach Art. 72 ff. BGG gegen den Entscheid vom 29. November 2011 des Obergerichts des Kantons Luzern (3. Abteilung als Rekursinstanz).

Nach Einsicht
in die Beschwerde gemäss Art. 72 ff. BGG gegen den Entscheid vom 29. November 2011 des Obergerichts des Kantons Luzern betreffend Eheschutz,
in das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege,

in Erwägung,
dass die Beschwerde nach Art. 72 ff. BGG innert 30 Tagen nach der Eröffnung des kantonalen Entscheids beim Bundesgericht einzureichen oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post zu übergeben ist (Art. 100 Abs. 1, 48 Abs. 1 BGG),
dass der Friststillstand gemäss Art. 46 Abs. 1 lit. c BGG in Fällen wie dem vorliegenden, wo sich die Beschwerden gegen einen im Rahmen eines Verfahrens betreffend vorsorgliche Massnahmen ergangenen Entscheid und damit gegen einen Entscheid im Sinne von Art. 98 BGG richtet, kraft der ausdrücklichen Vorschrift des Art. 46 Abs. 2 BGG nicht gilt,
dass der Entscheid des Obergerichts vom 29. November 2011 der Anwältin des Beschwerdeführers am 5. Dezember 2011 eröffnet worden ist,
dass der Beschwerdeführer die Beschwerde an das Bundesgericht erst am 7. Februar 2012 und damit nach Ablauf der Beschwerdefrist der Post übergeben hat,
dass sich somit die Beschwerde als verspätet und daher als offensichtlich unzulässig erweist, weshalb darauf im Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG nicht einzutreten ist,
dass die Beschwerde im Übrigen auch mangels rechtsgenüglicher Begründung unzulässig wäre (Art. 42 Abs. 2 und 106 Abs. 2 BGG), zumal im bundesgerichtlichen Verfahren nur die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte offenstünde (Art. 98 BGG),
dass dem Beschwerdeführer in Anbetracht der Aussichtslosigkeit der Beschwerde die unentgeltliche Rechtspflege nicht gewährt werden kann (Art. 64 Abs. 1 BGG),
dass der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG),
dass in den Fällen des Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und die Abteilungspräsidentin zuständig ist,

erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Beschwerde nach Art. 72 ff. BGG wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Luzern schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 10. Februar 2012
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Hohl

Der Gerichtsschreiber: Füllemann

Schlagwörter

marital protectionappeal deadlinedeadline suspensioninadmissibilityfree legal aidcourt costssummary procedure

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the federal appeal was filed within the 30-day deadline and thus admissible.

Extrahierter Entscheid

The appeal was filed after expiry of the deadline and is manifestly inadmissible; no entry is made.

Extrahierte Begründung

The suspension of deadlines under Art. 46(1)(c) BGG does not apply to decisions under Art. 98 BGG. The cantonal decision was served on 5 December 2011, so the appeal submitted on 7 February 2012 was late.

Kernrechtsfrage

Whether the appellant qualifies for free legal aid.

Extrahierter Entscheid

Free legal aid is denied because the appeal had no prospects of success.

Extrahierte Begründung

An obviously inadmissible late appeal is hopeless within the meaning of Art. 64(1) BGG.

Kernrechtsfrage

Who bears the court costs.

Extrahierter Entscheid

The appellant bears the costs.

Extrahierte Begründung

The losing party must pay costs under Art. 66(1) BGG.

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