Non-entry for insufficiently reasoned appeal; legal aid denied

5A_128/2014Bundesgericht / II. zivilrechtliche Abteilung13.02.2014Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court dealt with an appeal in a child-protection matter after the Aargau High Court had declined to enter into the cantonal appeal because the appellants failed to pay the required advance on costs. The appellants also tried to challenge the first-instance order. The Federal Supreme Court held that the filing was inadmissible because it did not properly address the reasons of the cantonal decision and did not satisfy the federal motivation requirements. It therefore did not enter into the appeal, denied legal aid due to lack of prospects, and imposed court costs of CHF 100 on the appellants jointly and severally.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 1 und 2, Art. 64 Abs. 1, Art. 66 Abs. 1 und 5, Art. 75 Abs. 1, Art. 106 Abs. 2, Art. 108 Abs. 1 lit. a und b BGG; requirements for admissibility and reasoning of a Federal Supreme Court appeal. A complaint must be directed against a final cantonal decision and must, in a concise yet specific manner, engage with the decisive reasoning of the challenged decision; it must show, by reference to those reasons, which federal or constitutional norms were violated. Mere reference to earlier instances or abstract criticism is insufficient. If these requirements are not met, the Court enters no matter under the simplified procedure. Legal aid is refused where the appeal lacks any reasonable prospects of success; costs are charged to the unsuccessful party, and may be imposed jointly and severally on multiple appellants.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}

5A_128/2014

Urteil vom 13. Februar 2014

II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter von Werdt, Präsident,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte

  1. A.X.________,
  2. B.X.________,
    Beschwerdeführer,

gegen

Bezirksgericht Baden, Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde.

Gegenstand
Weisung (Kindesschutz),

Beschwerde nach Art. 72 ff. BGG gegen den Entscheid vom 13. Januar 2014 des Obergerichts des Kantons Aargau (Kammer für Kindes- und Erwachsenenschutz).

Nach Einsicht
in die Beschwerde nach Art. 72 ff. BGG gegen den Entscheid vom 13. Januar 2014 des Obergerichts des Kantons Aargau, das auf eine Beschwerde der Beschwerdeführer gegen einen erstinstanzlichen Entscheid betreffend Weisung hinsichtlich ihres Sohnes (Kindesschutz) nicht eingetreten ist,
in das (sinngemässe) Gesuch der Beschwerdeführer um unentgeltliche Rechtspflege für das bundesgerichtliche Verfahren,

in Erwägung,
dass das Obergericht erwog, die Beschwerdeführer seien mit Verfügungen vom 6. November und 5. Dezember 2013 zur Leistung eines Kostenvorschusses von Fr. 400.-- aufgefordert worden, sie hätten auch innerhalb der nicht erstreckbaren Nachfrist (gemäss der im Gegensatz zur ersten nicht abgeholten zweiten Verfügung) den Vorschuss nicht bezahlt, weshalb androhungsgemäss auf die Beschwerde nicht einzutreten sei (Art. 101 Abs. 3 BGG),
dass die Beschwerde nach Art. 72 ff. BGG, die sich nur gegen letztinstanzliche kantonale Entscheide richten kann (Art. 75 Abs. 1 BGG), von Vornherein unzulässig ist, soweit die Beschwerdeführer auch den erstinstanzlichen Entscheid anfechten,
dass sodann die Beschwerde nach Art. 72 ff. BGG nebst einem Antrag eine Begründung zu enthalten hat, in welcher in gedrängter Form dargelegt wird, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 f. BGG) verletzt (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), ansonst auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG),
dass m.a.W. in der Beschwerdeschrift auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids einzugehen und im Einzelnen zu zeigen ist, welche Vorschriften und warum sie von der Vorinstanz verletzt worden sind (BGE 133 IV 286 E. 1.4 S. 287),
dass auch Verfassungsrügen in der Beschwerdeschrift vorzubringen und zu begründen sind (Art. 106 Abs. 2 BGG), dass m.a.W. in der Beschwerdeschrift klar und detailliert anhand der Erwägungen des angefochtenen Entscheids darzulegen ist, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch den kantonalen Entscheid verletzt sind (BGE 134 I 83 E. 3.2 S. 88 mit Hinweisen; 133 IV 286 E. 1.4 S. 287 f.),
dass die Beschwerdeführer in ihrer Eingabe an das Bundesgericht nicht rechtsgenüglich auf die entscheidenden obergerichtlichen Erwägungen eingehen,
dass sie erst recht nicht nach den gesetzlichen Anforderungen anhand dieser Erwägungen aufzeigen, inwiefern der Entscheid des Obergerichts vom 13. Januar 2014 rechts- oder verfassungswidrig sein soll,
dass somit auf die - offensichtlich unzulässige bzw. keine hinreichende Begründung enthaltende - Beschwerde in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. a und b BGG nicht einzutreten ist,
dass den Beschwerdeführern in Anbetracht der Aussichtslosigkeit der Beschwerde die unentgeltliche Rechtspflege nicht gewährt werden kann (Art. 64 Abs. 1 BGG),
dass die unterliegenden Beschwerdeführer kostenpflichtig werden (Art. 66 Abs. 1 und 5 BGG),
dass in den Fällen des Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und der Abteilungspräsident zuständig ist,

erkennt der Präsident:

1.

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.

Die Gerichtskosten von Fr. 100.-- werden den Beschwerdeführern unter Solidarhaft auferlegt.

4.

Dieses Urteil wird den Beschwerdeführern, dem Bezirksgericht Baden, Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde, und dem Obergericht des Kantons Aargau schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 13. Februar 2014
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: von Werdt

Der Gerichtsschreiber: Füllemann

Schlagwörter

admissibilityreasoning requirementslegal aidcost advancenon-entrychild protectioncourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal against the cantonal decision was admissible before the Federal Supreme Court

Extrahierter Entscheid

The appeal was inadmissible because it partly challenged a first-instance decision and otherwise did not meet the Federal Supreme Court's reasoning requirements.

Extrahierte Begründung

Only final cantonal decisions may be challenged, and the filing failed to engage with the decisive appellate reasoning or to show any violation of law or constitutional rights as required by Art. 42 and 106 BGG.

Kernrechtsfrage

Whether the appellants were entitled to free legal aid for the federal proceedings

Extrahierter Entscheid

Free legal aid was denied because the appeal had no prospects of success.

Extrahierte Begründung

Under Art. 64 BGG, legal aid is unavailable for manifestly hopeless proceedings.

Kernrechtsfrage

Who bears the costs of the federal proceedings

Extrahierter Entscheid

The appellants were ordered to pay the court costs jointly and severally.

Extrahierte Begründung

As the losing parties, they must bear costs under Art. 66 BGG.

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