Federal appeal inadmissible for insufficient reasoning and abuse

5A_110/2013Bundesgericht / II. zivilrechtliche Abteilung11.02.2013Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The appellant challenged a cantonal non-entry decision concerning inspection of records in a visitation-rights matter. The Federal Supreme Court held that the appeal did not meet the statutory reasoning requirements, because it failed to address the cantonal court's grounds and did not substantiate any constitutional violation. The court also noted abusive litigation conduct. As a result, it did not enter into the appeal, denied free legal aid because the appeal was hopeless, and imposed court costs of CHF 300 on the appellant. The request for suspensive effect became moot.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 1 and 2, Art. 106 Abs. 2, Art. 108 Abs. 1 lit. b and c, Art. 64 Abs. 1, Art. 66 Abs. 1 BGG; admissibility of a federal appeal and requirements for substantiation of legal and constitutional complaints. A federal appeal must, by reference to the contested reasoning, show specifically which provisions were violated and why; mere criticism or unsupported assertions is insufficient. Constitutional grievances are subject to qualified pleading requirements. Where the submission is manifestly unreasoned or abusive, non-entry is proper under the summary procedure. Free legal aid is unavailable when the appeal lacks prospects of success, and costs are borne by the unsuccessful appellant.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
5A_110/2013

Urteil vom 11. Februar 2013
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter von Werdt, Präsident,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Y.________,
vertreten durch Fürsprecher August Biedermann,
Beschwerdegegnerin,

Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen.

Gegenstand
Akteneinsicht (Besuchsrecht).

Beschwerde nach Art. 72 ff. BGG gegen den Entscheid vom 20. Dezember 2012 des Kantonsgerichts St. Gallen (Einzelrichter im Familienrecht).

Nach Einsicht
in die Beschwerde gemäss Art. 72 ff. BGG gegen den Entscheid vom 20. Dezember 2012 des Kantonsgerichts St. Gallen, das auf eine Beschwerde des Beschwerdeführers gegen die Verweigerung (durch das Departement) der Akteneinsicht (in einem Verfahren gegen die Beschwerdegegnerin als Kindsmutter betreffend das Besuchsrecht des Beschwerdeführers gegenüber seiner ausserehelich geborenen Tochter) nicht eingetreten ist,

in Erwägung,
dass das Kantonsgericht erwog, der Beschwerdeführer habe (nach Abweisung seines Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege wegen Aussichtslosigkeit) den Kostenvorschuss von Fr. 300.-- auch innerhalb der Nachfrist nicht geleistet, weshalb androhungsgemäss auf die Beschwerde nicht einzutreten sei (Art. 101 Abs. 3, 59 Abs. 2 lit. f ZPO),
dass die Beschwerde nach Art. 72 ff. BGG nebst einem Antrag eine Begründung zu enthalten hat, in welcher in gedrängter Form dargelegt wird, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 f. BGG) verletzt (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), ansonst auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG),
dass m.a.W. in der Beschwerdeschrift auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids einzugehen und im Einzelnen zu zeigen ist, welche Vorschriften und warum sie von der Vorinstanz verletzt worden sind (BGE 133 IV 286 E. 1.4 S. 287),
dass auch Verfassungsrügen in der Beschwerdeschrift vorzubringen und zu begründen sind (Art. 106 Abs. 2 BGG), dass m.a.W. in der Beschwerdeschrift klar und detailliert anhand der Erwägungen des angefochtenen Entscheids darzulegen ist, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch den kantonalen Entscheid verletzt sind (BGE 134 I 83 E. 3.2 S. 88 mit Hinweisen; 133 IV 286 E. 1.4 S. 287 f.),
dass der Beschwerdeführer in seinen Eingaben an das Bundesgericht nicht in nachvollziehbarer Weise auf die kantonsgerichtlichen Erwägungen eingeht,
dass er erst recht nicht nach den gesetzlichen Anforderungen anhand dieser Erwägungen aufzeigt, inwiefern der Entscheid des Kantonsgerichts vom 20. Dezember 2012 rechts- oder verfassungswidrig sein soll,
dass der Beschwerdeführer ausserdem einmal mehr missbräuchlich prozessiert (Art. 42 Abs. 7 BGG),
dass somit auf die - offensichtlich keine hinreichende Begründung enthaltende und überdies missbräuchliche - Beschwerde in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. b und c BGG nicht einzutreten ist,
dass mit dem Beschwerdeentscheid das Gesuch des Beschwerdeführers um aufschiebende Wirkung gegenstandslos wird,
dass dem Beschwerdeführer in Anbetracht der Aussichtslosigkeit der Beschwerde die unentgeltliche Rechtspflege nicht gewährt werden kann (Art. 64 Abs. 1 BGG),
dass der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG),
dass in den Fällen des Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und der Abteilungspräsident zuständig ist,
dass sich das Bundesgericht in dieser Sache vorbehält, weitere Eingaben in der Art der bisherigen, namentlich missbräuchliche Revisionsgesuche ohne Antwort abzulegen,

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 300.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen und dem Kantonsgericht St. Gallen schriftlich mitgeteilt mitgeteilt.

Lausanne, 11. Februar 2013
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: von Werdt

Der Gerichtsschreiber: Füllemann

Schlagwörter

admissibilityreasoning requirementconstitutional complaintlegal aidcostsabusive litigationnon-entrysummary procedure

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the federal appeal was sufficiently reasoned to be admissible

Extrahierter Entscheid

The appeal did not engage with the cantonal court's reasoning in a comprehensible manner and therefore did not satisfy the Federal Supreme Court's reasoning requirements.

Extrahierte Begründung

A federal appeal must explain, in a concise form, which legal provisions were violated and why; constitutional complaints must be specifically and clearly argued. The appellant did not meet these requirements.

Kernrechtsfrage

Whether the appeal was abusive

Extrahierter Entscheid

The appellant acted abusively, which independently supported non-entry.

Extrahierte Begründung

The court noted repeated abusive conduct in the filing history, allowing non-entry under the Federal Supreme Court Act.

Kernrechtsfrage

Whether the request for free legal aid should be granted

Extrahierter Entscheid

Free legal aid was denied because the appeal had no prospects of success.

Extrahierte Begründung

Since the appeal was manifestly insufficiently reasoned and abusive, it lacked any reasonable chance of success.

Kernrechtsfrage

How the court costs should be allocated

Extrahierter Entscheid

Court costs of CHF 300 were imposed on the appellant as the losing party.

Extrahierte Begründung

Costs follow the result, and the appellant had to bear them.

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