Revision of federal judgment dismissed as inadmissible

4F_7/2012Bundesgericht / I. zivilrechtliche Abteilung22.06.2012Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A.________ sought revision of Federal Supreme Court judgment 4A_225/2012, which had not entered into his appeal and had denied legal aid. He invoked revision grounds under Arts. 121-123 BGG, but the Court held that he merely criticized the prior judgment and did not substantiate any statutory ground. It also rejected the objections concerning court composition, the absence of an ECtHR judgment, and any criminal influence on the prior decision. The revision request was dismissed insofar as admissible, legal aid was denied as manifestly hopeless, CHF 500 in costs were imposed on the applicant, and no party compensation was granted.

Omnilex-Regeste

Arts. 121-123 BGG; revision of a Federal Supreme Court judgment is admissible only on the exhaustively enumerated statutory grounds and must be specifically pleaded under Art. 42(2) BGG. Mere criticism of the earlier decision or invocation of constitutional violations does not establish a revision ground. Art. 121 lit. a BGG is not violated where, in simplified proceedings under Art. 108 BGG, a single judge decides on legal aid pursuant to Art. 64(3) sentence 2 BGG. Art. 122 BGG presupposes an ECtHR judgment; Art. 123(1) BGG requires a substantiated showing that a criminal offense influenced the decision. Manifestly hopeless revision requests justify refusal of legal aid under Art. 64(1) BGG (consid. 1-4).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
4F_7/2012

Urteil vom 22. Juni 2012
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Bundesrichter Corboz,
Bundesrichterin Rottenberg Liatowitsch,
Gerichtsschreiber Leemann.

Verfahrensbeteiligte
A.________,
Gesuchsteller,

gegen

X.________ AG,
vertreten durch Rechtsanwalt Jürg Friedli,
Gesuchsgegnerin.

Gegenstand
Revision des bundesgerichtlichen Urteils 4A_225/2012 vom 25. Mai 2012.

In Erwägung,
dass A.________ (Gesuchsteller) mit Entscheid des Regionalgerichts Oberland vom 29. Februar 2012 angewiesen wurde, den Autogaragenbetrieb "Y.________" in Z.________ bis Donnerstag, 15. März 2012, 12.00 Uhr, zu räumen, zu verlassen und der X.________ AG (Gesuchsgegnerin) in ordentlichem Zustand zu übergeben;
dass der Gesuchsteller den Entscheid des Regionalgerichts Oberland vom 29. Februar 2012 beim Obergericht des Kantons Bern erfolglos mit Berufung anfocht und das Obergericht den Gesuchsteller mit Entscheid vom 18. April 2012 anwies, den Autogaragenbetrieb "Y.________" in Z.________ bis Montag, 30. April 2012, 12.00 Uhr, zu räumen und zu verlassen und der Gesuchsgegnerin in ordentlichem Zustand zu übergeben;
dass der Gesuchsteller diesen Entscheid beim Bundesgericht mit Beschwerde anfocht, das mit Urteil vom 25. Mai 2012 (Verfahren 4A_225/2012) auf das Rechtsmittel mangels hinreichender Begründung (Art. 42 Abs. 2 BGG) im Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht eintrat und das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wegen Aussichtslosigkeit abwies;
dass der Gesuchsteller dem Bundesgericht eine vom 10. Juni 2012 datierte Eingabe einreichte, in der er erklärte, gegen das Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2012 Revision einzulegen, und er am 16. Juni 2012 eine weitere Eingabe mit Beilagen nachreichte;
dass die Revision eines Entscheids des Bundesgerichts nur aufgrund der in den Art. 121 - 123 BGG abschliessend aufgeführten Gründen verlangt werden kann, wobei in einem Revisionsgesuch im Einzelnen darzulegen ist, inwiefern ein gesetzlich vorgesehener Revisionsgrund vorliegt (vgl. Art. 42 Abs. 2 BGG);
dass der Gesuchsteller in seiner Rechtsschrift die Revisionsgründe von Art. 121, 122 und Art. 123 Abs. 1 BGG anruft;
dass nach Art. 64 Abs. 3 Satz 2 BGG in Fällen, die im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 BGG behandelt werden, die Einzelrichterin über das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege entscheiden kann, weshalb die Vorschriften über die Besetzung des Gerichts (Art. 121 lit. a BGG) entgegen der Ansicht des Gesuchstellers eingehalten worden sind;
dass der Gesuchsteller nicht hinreichend begründet, inwiefern ein weiterer in Art. 121 BGG vorgesehener Revisionsgrund gegeben sein soll, sondern in seiner Eingabe in unzulässiger Weise Kritik am angefochtenen Entscheid übt bzw. die Verletzung verschiedener verfassungsmässiger Rechte ins Feld führt;
dass der Revisionsgrund von Art. 122 BGG ausser Betracht fällt, weil in dieser Sache kein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte ergangen ist;
dass im Übrigen unerfindlich ist, inwiefern durch ein Verbrechen oder Vergehen zum Nachteil des Gesuchstellers auf den Nichteintretensentscheid des Bundesgerichts eingewirkt worden sein soll (Art. 123 Abs. 1 BGG);
dass das Revisionsgesuch aus diesen Gründen abzuweisen ist, soweit darauf eingetreten werden kann;
dass das sinngemässe Gesuch um aufschiebende Wirkung mit dem Entscheid in der Sache gegenstandslos wird;
dass das Revisionsgesuch von vornherein aussichtslos war, weshalb das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege abzuweisen ist (Art. 64 Abs. 1 BGG);
dass die Gerichtskosten dem Gesuchsteller aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 BGG);
dass die Beschwerdegegnerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung hat, da ihr aus dem bundesgerichtlichen Verfahren kein Aufwand erwachsen ist;

erkennt das Bundesgericht:

1.
Das Revisionsgesuch wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Gesuchsteller auferlegt.

4.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern, Zivilabteilung, 1. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 22. Juni 2012

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Klett

Der Gerichtsschreiber: Leemann

Schlagwörter

revisionlegal aidnon-entrysubstantiationcourt compositionECtHRcriminal influencecourt costsparty compensation

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether grounds for revision under Arts. 121-123 BGG were sufficiently substantiated

Extrahierter Entscheid

The applicant did not sufficiently substantiate any statutory ground for revision; the request was therefore dismissed insofar as it was admissible.

Extrahierte Begründung

Revision is limited to the exhaustive grounds in Arts. 121-123 BGG and must be specifically pleaded. The filing mainly criticized the prior judgment and invoked constitutional rights without showing a revision ground.

Kernrechtsfrage

Whether the composition of the court violated Art. 121 lit. a BGG

Extrahierter Entscheid

No violation was established; in simplified proceedings under Art. 108 BGG, a single judge may decide on legal aid under Art. 64(3) sentence 2 BGG.

Extrahierte Begründung

The applicant's objection failed because the court composition complied with the BGG rules applicable to simplified proceedings.

Kernrechtsfrage

Whether revision could be based on Art. 122 BGG

Extrahierter Entscheid

No, because no ECtHR judgment had been rendered in the matter.

Extrahierte Begründung

Art. 122 BGG applies only where an ECtHR judgment exists in the relevant case.

Kernrechtsfrage

Whether revision could be based on Art. 123(1) BGG

Extrahierter Entscheid

No actionable allegation of a crime or offense influencing the non-entry judgment was shown.

Extrahierte Begründung

The applicant failed to explain how any criminal act had affected the Federal Supreme Court's prior decision.

Kernrechtsfrage

Whether legal aid should be granted for the revision proceedings

Extrahierter Entscheid

Legal aid was denied because the revision request was manifestly hopeless.

Extrahierte Begründung

Under Art. 64(1) BGG, legal aid requires prospects of success; this condition was absent.

Kernrechtsfrage

Whether the respondent was entitled to a party compensation

Extrahierter Entscheid

No party compensation was awarded because the respondent incurred no compensable effort in the federal proceedings.

Extrahierte Begründung

Without reimbursable expense, no indemnity is due.

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