Revision of Federal Supreme Court judgment dismissed

4F_3/2012Bundesgericht / I. zivilrechtliche Abteilung06.03.2012Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The applicants sought revision of a Federal Supreme Court judgment of 1 February 2012 that had not entered into their complaint for insufficient reasoning. They invoked various revision grounds and also requested suspensive effect and legal aid. The Court held that no omitted-request ground existed, the alleged overlooked facts were irrelevant, and the other asserted grounds were not properly substantiated. The request for suspensive effect became moot. Legal aid was denied because the revision had no prospects of success. Court costs of CHF 1,000 were imposed jointly and severally on the applicants.

Omnilex-Regeste

Art. 121 lit. c and d BGG; revision of a Federal Supreme Court judgment. A revision ground under Art. 121 lit. c BGG presupposes that the Court failed to adjudicate a genuine request; where the Court does not enter into a complaint for inadmissibility, all requests linked to the challenged decision are deemed disposed of. Under Art. 121 lit. d BGG, only facts that were in the file and could objectively have influenced the outcome are relevant; manifestly immaterial facts cannot justify revision. Revision grounds under Art. 121 lit. a BGG and Art. 122 BGG must be pleaded in a comprehensible and substantiated manner. Unfounded revision requests do not justify legal aid under Art. 64 Abs. 1 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
4F_3/2012

Urteil vom 6. März 2012
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Bundesrichter Corboz,
Bundesrichterin Kiss,
Gerichtsschreiber Huguenin.

Verfahrensbeteiligte
C.________ und D.________,
Gesuchsteller,

gegen

Stadt Zürich,
Gesuchsgegnerin.

Gegenstand
Revision,

Revisionsgesuch gegen das Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts 4A_15/2012 vom 1. Februar 2012.
In Erwägung,
dass das Bundesgericht mit Urteil vom 1. Februar 2012 (4A_15/2012) auf die von den Gesuchstellern gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich vom 16. Dezember 2011 erhobene Beschwerde mangels hinreichender Begründung nicht eintrat;

dass die Gesuchsteller dem Bundesgericht am 14. Februar 2012 eine Eingabe zustellten, in der sie erklärten, gegen das Urteil des Bundesgerichts vom 1. Februar 2012 Revision einzureichen;

dass die Gesuchsteller mit Verfügung vom 16. Februar 2012 aufgefordert wurden, bis zum 2. März 2012 einen Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- einzureichen, und ihr Gesuch um aufschiebende Wirkung abgewiesen wurde;

dass die Gesuchsteller am 20. Februar 2012 eine Eingabe einreichten, die sie unter Bezugnahme auf Art. 93 BGG als Berufung bezeichneten und mit der sie beantragten, der Berufung sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen und es sei ihnen die unentgeltliche Rechtspflege samt Rechtsbeistand zu gewähren;

dass die Gesuchsteller mit ihrer Eingabe vom 14. Februar 2012 vorbrachten, es seien die Revisionsgründe von Art. 121 lit. c und d BGG gegeben, weil das Bundesgericht ihre Anträge nicht beurteilt habe, dass "die Sistierung des Mängelverfahrens aufzuheben, eventualiter ... das Mietverhältnis auf 4 Jahre zu erstrecken, eventualiter ... das Verfahren an die Vorinstanz ... zur neuen Überprüfung" zurückzuweisen sei, und weil dadurch, dass die Beschwerdebegründung als ungenügend beurteilt worden sei, verschiedene Tatsachen versehentlich nicht berücksichtigt worden seien;

dass der Revisionsgrund von Art. 121 lit. c BGG nicht gegeben ist, weil mit dem Nichteintreten auf die Beschwerde alle im Zusammenhang mit dem Entscheid des Obergerichts vom 16. Dezember 2011 stehenden Anträge beurteilt worden sind;

dass sodann die von den Gesuchstellern erwähnten, angeblich in den Akten liegenden Tatsachen für den Nichteintretensentscheid offensichtlich unerheblich waren, womit auch der Revisionsgrund von Art. 121 lit. d BGG ausser Betracht fällt;

dass schliesslich nicht in verständlicher Weise begründet wird und auch nicht ersichtlich ist, inwiefern die in der Eingabe vom 14. Februar 2012 ebenfalls erwähnten Revisionsgründe von Art. 121 lit. a und Art. 122 BGG gegeben sein sollen;

dass demnach das Gesuch um Revision des Urteils des Bundesgerichts vom 1. Februar 2012 abzuweisen ist, soweit darauf eingetreten werden kann;

dass Verfügungen der Instruktionsrichterin des Bundesgerichts nicht anfechtbar sind (Art. 32 Abs. 3 BGG);

dass es den Gesuchstellern jedoch freistand, mit ihrer "Berufung" vom 20. Februar 2012 erneut ein Gesuch um aufschiebende Wirkung zu stellen und die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das bundesgerichtliche Verfahren zu verlangen;

dass das Gesuch um aufschiebende Wirkung indessen mit dem Entscheid in der Sache gegenstandslos wird;

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege samt Rechtsbeistand wegen Aussichtslosigkeit des Revisionsgesuchs abzuweisen ist (Art. 64 Abs. 1 BGG);

dass die Gerichtskosten den Gesuchstellern unter solidarischer Haftung aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 und 5 BGG);

dass auf der Grundlage des Streitwertes von Fr. 65'988.--, wie er vom Obergericht im Beschluss vom 16. Dezember 2011 festgehalten worden ist, Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- angemessen sind (Art. 65 Abs. 3 lit. b BGG und Tarif für die Gerichtsgebühren vom 31. März 2006 [SR 173.110.210.1], Ziff. 1);

erkennt das Bundesgericht:

1.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege samt Rechtsbeistand wird abgewiesen.

2.
Das Revisionsgesuch wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden den Gesuchstellern unter solidarischer Haftbarkeit auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 6. März 2012

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Klett

Der Gerichtsschreiber: Huguenin

Schlagwörter

revisionlegal aidsuspensive effectinadmissibilitycourt costsomitted rulingoverlooked facts

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether revision grounds under Art. 121 lit. c BGG were met because the Court allegedly failed to decide all requests.

Extrahierter Entscheid

No. By declaring the complaint inadmissible, the Court had decided all requests connected to the cantonal judgment.

Extrahierte Begründung

An inadmissibility decision necessarily disposes of the requests raised in relation to the challenged lower-court decision, so no omitted ruling existed.

Kernrechtsfrage

Whether revision grounds under Art. 121 lit. d BGG were met because allegedly overlooked facts were in the file.

Extrahierter Entscheid

No. The alleged facts were obviously irrelevant for the inadmissibility decision.

Extrahierte Begründung

Revision for overlooked facts requires facts that could have influenced the outcome; irrelevant facts cannot support the remedy.

Kernrechtsfrage

Whether revision grounds under Art. 121 lit. a or Art. 122 BGG were sufficiently substantiated.

Extrahierter Entscheid

No. The applicants did not explain in a comprehensible way why those grounds should apply.

Extrahierte Begründung

Unsupported or unintelligible assertions are insufficient to establish statutory revision grounds.

Kernrechtsfrage

Whether the applicants were entitled to free legal aid and counsel in the revision proceedings.

Extrahierter Entscheid

No, because the revision request had no prospects of success.

Extrahierte Begründung

A manifestly hopeless revision application does not satisfy the statutory requirements for legal aid.

Kernrechtsfrage

Whether the request for suspensive effect should be granted.

Extrahierter Entscheid

It became moot once the Court decided the matter.

Extrahierte Begründung

The procedural request lost purpose with the final decision on the revision.

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