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4D_87/2012 ΓÇó Non-entry on constitutional complaint for insufficient reasoning
4D_87/2012Bundesgericht / I. zivilrechtliche Abteilung25.10.2012Dismissed
The appellant sought waiver of CHF 1,400 in court costs imposed in four cases. The cantonal court declared the waiver request inadmissible because it was not substantiated even after a deadline had been set. The Federal Supreme Court treated the filing as a subsidiary constitutional complaint because the value in dispute was below CHF 30,000. As the appellant did not address the cantonal reasoning or properly invoke constitutional rights, the complaint was not entertained. Legal aid was denied for lack of prospects, court costs of CHF 500 were charged to the appellant, and no party compensation was awarded to the cantonal court.
Art. 74 Abs. 1 lit. b, Art. 113 ff., Art. 116, Art. 42 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2, Art. 117 and Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; subsidiary constitutional complaint and reasoning requirements. Where the value in dispute does not reach the threshold for an ordinary civil appeal, the filing is to be treated as a subsidiary constitutional complaint. Such a remedy permits only the invocation of constitutional rights; the appellant must specifically engage with the reasoning of the challenged decision and demonstrate, with precise argument, which constitutional guarantees were infringed. New factual allegations beyond the binding findings of the cantonal authority are inadmissible unless their admissibility is properly substantiated. If these requirements are manifestly not met, the complaint is not entered into; hopelessness also precludes legal aid.
{T 0/2}
4D_87/2012
Urteil vom 25. Oktober 2012
I. zivilrechtliche Abteilung
Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Leemann.
Verfahrensbeteiligte
A.________,
Beschwerdeführer,
gegen
Obergericht des Kantons Bern,
Zivilabteilung, 2. Zivilkammer,
Beschwerdegegner.
Gegenstand
Erlass der Gerichtskosten,
Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Bern, Zivilabteilung, 2. Zivilkammer, vom 31. August 2012.
In Erwägung,
dass A.________ (Beschwerdeführer) das Obergericht des Kantons Bern mit Gesuch vom 7. August 2012 sinngemäss um Erlass der ihm in vier Verfahren auferlegten Gerichtskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 1'400.-- ersuchte;
dass das Obergericht des Kantons Bern auf das Erlassgesuch des Beschwerdeführers mit Entscheid vom 31. August 2012 nicht eintrat, nachdem er sein Gesuch auch innert der ihm gesetzten Nachfrist in keiner Weise begründet hatte;
dass der Beschwerdeführer dem Bundesgericht mit Eingabe vom 23. September 2012 erklärte, den Entscheid des Obergerichts des Kantons Bern vom 31. August 2012 mit Beschwerde anfechten zu wollen;
dass die Beschwerde in Zivilsachen nach Art. 72 ff. BGG im vorliegenden Fall nicht erhoben werden kann, weil der erforderliche Mindeststreitwert von Fr. 30'000.-- nicht gegeben ist (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG);
dass die Eingabe des Beschwerdeführers unter diesen Umständen als subsidiäre Verfassungsbeschwerde im Sinne der Art. 113 ff. BGG zu behandeln ist;
dass mit der subsidiären Verfassungsbeschwerde nur die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden kann (Art. 116 BGG);
dass in den Rechtsmitteln an das Bundesgericht unter Bezugnahme auf die Erwägungen des kantonalen Entscheids dargelegt werden muss, welche Rechte der beschwerdeführenden Partei durch das kantonale Gericht verletzt worden sind (Art. 42 Abs. 2 BGG), wobei eine allfällige Verletzung der bundesrechtlichen Grundrechte oder kantonaler verfassungsmässiger Rechte vom Bundesgericht nicht von Amtes wegen geprüft wird, sondern nur dann, wenn entsprechende Rügen in der Beschwerdeschrift ausdrücklich erhoben und begründet werden (Art. 106 Abs. 2 i.V.m. Art. 117 BGG);
dass sich der Beschwerdeführer nicht mit den Erwägungen des angefochtenen Entscheids auseinandersetzt und aufzeigt, inwiefern die Vorinstanz mit ihrem Nichteintretensentscheid seine verfassungsmässigen Rechte verletzt hätte, sondern dem Bundesgericht einen Sachverhalt unterbreitet, der über den vorinstanzlich verbindlich festgestellten hinausgeht, ohne rechtsgenügend zu begründen, inwiefern dies nach Art. 118 Abs. 2 BGG zulässig sein soll;
dass die Eingabe des Beschwerdeführers vom 23. September 2012 die erwähnten Begründungsanforderungen daher offensichtlich nicht erfüllt, weshalb auf die Beschwerde in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht eingetreten werden kann;
dass das sinngemässe Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege bereits wegen Aussichtslosigkeit der Beschwerde abzuweisen ist (Art. 64 BGG);
dass der Beschwerdeführer bei diesem Verfahrensausgang kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG);
dass dem Beschwerdegegner keine Parteientschädigung zuzusprechen ist (Art. 68 Abs. 3 BGG);
erkennt die Präsidentin:
1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewiesen.
3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.
4.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer und dem Obergericht des Kantons Bern, Zivilabteilung, 2. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 25. Oktober 2012
Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Klett
Der Gerichtsschreiber: Leemann