Non-entry in subsidiary constitutional complaint for insufficient reasoning

4D_80/2012Bundesgericht / I. zivilrechtliche Abteilung12.10.2012Dismissed

Zusammenfassung

X.________ GmbH and Y.________ GmbH disputed payment of CHF 3,932.80 for transport services. After the cantonal courts ordered payment and lifted the opposition in enforcement, X.________ GmbH sought federal review. The Federal Supreme Court treated the filing as a subsidiary constitutional complaint because the value in dispute was below the threshold for a civil-law appeal. It held that the complaint was inadmissible because it did not address the cantonal reasoning or properly allege a violation of constitutional rights. The appellant was ordered to pay court costs, and the respondent received no party compensation.

Regest

Art. 106 Abs. 2, 108 Abs. 1 lit. b, 113 ff., 116 and 117 BGG; subsidiary constitutional complaint: the Federal Supreme Court examines only expressly and duly reasoned allegations of violation of constitutional rights. The complainant must engage with the reasoning of the challenged decision and demonstrate, by reference to the contested considerations, in what respect a constitutionally protected right was infringed. Mere presentation of an alternative factual version or reliance on attachments does not satisfy the strict pleading burden. If these requirements are not met, the complaint is not entered into in summary procedure under Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG. Costs follow the outcome under Art. 66 Abs. 1 BGG; no party compensation is due where the opposing party incurred no compensable expense.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
4D_80/2012

Urteil vom 12. Oktober 2012
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Leemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________ GmbH,
Beschwerdeführerin,

gegen

Y.________ GmbH,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Transportvertrag; Frachtkosten,

Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Schaffhausen vom 7. September 2012.
In Erwägung,
dass die X.________ GmbH (Beklagte, Beschwerdeführerin) und die Y.________ GmbH (Klägerin, Beschwerdegegnerin) einen Vertrag über den Transport von Waren von Hamburg nach Schaffhausen abschlossen;
dass die Beklagte die Bezahlung der von der Klägerin gestellten Rechnung über Fr. 3'932.80 verweigerte;
dass das Kantonsgericht Schaffhausen die Beklagte mit Entscheid vom 30. November 2011 verurteilte, der Klägerin 3'932.80 nebst Zins zu 5 % seit 16. November 2010 sowie Fr. 70.-- Zahlungsbefehlskosten zu bezahlen und es den Rechtsvorschlag in der von der Klägerin eingeleiteten Betreibung aufhob;
dass das Obergericht des Kantons Schaffhausen eine von der Beklagten gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 7. September 2012 abwies, soweit es darauf eintrat;
dass die Beklagte dem Bundesgericht mit Eingabe vom 22. September 2012 erklärte, das Urteil des Obergerichts des Kantons Schaffhausen vom 7. September 2012 mit Beschwerde anfechten zu wollen;
dass die Beschwerde in Zivilsachen nach Art. 72 ff. BGG im vorliegenden Fall nicht erhoben werden kann, weil der erforderliche Mindeststreitwert von Fr. 30'000.-- nicht gegeben ist (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG);
dass die Eingabe der Beschwerdeführerin unter diesen Umständen als subsidiäre Verfassungsbeschwerde im Sinne der Art. 113 ff. BGG zu behandeln ist;
dass mit der subsidiären Verfassungsbeschwerde nur die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden kann (Art. 116 BGG);
dass in den Rechtsmitteln an das Bundesgericht unter Bezugnahme auf die Erwägungen des kantonalen Entscheids dargelegt werden muss, welche Rechte der beschwerdeführenden Partei durch das kantonale Gericht verletzt worden sind (Art. 42 Abs. 2 BGG), wobei eine allfällige Verletzung der bundesrechtlichen Grundrechte oder kantonaler verfassungsmässiger Rechte vom Bundesgericht nicht von Amtes wegen geprüft wird, sondern nur dann, wenn entsprechende Rügen in der Beschwerdeschrift ausdrücklich erhoben und begründet werden (Art. 106 Abs. 2 i.V.m. Art. 117 BGG);
dass sich die Beschwerdeführerin nicht mit den Erwägungen des angefochtenen Entscheids auseinandersetzt und aufzeigt, inwiefern die Vorinstanz mit ihrem Entscheid ihre verfassungsmässigen Rechte verletzt hätte, sondern dem Bundesgericht unter Hinweis auf zahlreiche Beilagen einen Sachverhalt unterbreitet, der über den vorinstanzlich verbindlich festgestellten hinausgeht, ohne rechtsgenügend zu begründen, inwiefern dies nach Art. 118 Abs. 2 BGG zulässig sein soll;
dass die Eingabe der Beschwerdeführerin vom 22. September 2012 die erwähnten Begründungsanforderungen daher offensichtlich nicht erfüllt, weshalb auf die Beschwerde in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht eingetreten werden kann;
dass die Beschwerdeführerin bei diesem Verfahrensausgang kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG);
dass die Beschwerdegegnerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung hat, da ihr aus dem bundesgerichtlichen Verfahren kein Aufwand erwachsen ist;

erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Schaffhausen schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 12. Oktober 2012

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Klett

Der Gerichtsschreiber: Leemann

Schlagwörter

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