Inadmissibility for insufficient reasoning in constitutional complaint

4D_68/2011Bundesgericht / I. zivilrechtliche Abteilung21.10.2011Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court held that the complainant's filing against the Lucerne Higher Court's refusal to enter into revision was inadmissible because it did not satisfy the statutory reasoning requirements for a constitutional complaint. Although denial of justice, arbitrariness, and unlawfulness were alleged, the filing did not engage with the cantonal court's reasons or explain any concrete constitutional violation. The Court therefore declined to enter into the complaint and, given the circumstances, waived court costs.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 1, Art. 106 Abs. 2 and Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; requirements of reasoning in a constitutional complaint; the Federal Supreme Court does not examine constitutional violations ex officio. A complaint must, by reference to the reasoning of the challenged decision, set out in a concrete and comprehensible manner which constitutional rights were violated and why. Mere assertions of denial of justice, arbitrariness or unlawfulness, without addressing the impugned reasoning, are insufficient and lead to non-entry. Court costs may be waived under Art. 66 Abs. 1 BGG in the circumstances of the case.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
4D_68/2011

Urteil vom 21. Oktober 2011
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Huguenin.

Verfahrensbeteiligte
L.________,
Beschwerdeführer,

gegen

M.________,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Nichteintreten,

Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Luzern, I. Kammer als Revisionsinstanz, vom 30. September 2010.
In Erwägung,
dass das Obergericht des Kantons Luzern mit Entscheid vom 2. Juli 2010 auf die Nichtigkeitsbeschwerde des Beschwerdeführers gegen einen Entscheid des Amtsgerichtspräsidenten von Entlebuch vom 23. April 2010 mangels Zahlung des Kostenvorschusses nicht eintrat;

dass der Beschwerdeführer am 8. Juli 2010 beim Obergericht um Revision des Entscheides vom 2. Juli 2010 ersuchte;

dass das Obergericht mit Entscheid vom 30. September 2010 auf die Revision nicht eintrat, weil der Beschwerdeführer den von ihm verlangten Kostenvorschuss nicht bezahlt hatte;
dass der Beschwerdeführer dem Obergericht eine vom 30. August 2011 datierte Eingabe einreichte, in der er erklärte, dessen Entscheid vom 30. September 2010 mit "Rechtsverweigerungsbeschwerde" anzufechten;

dass das Obergericht die Eingabe am 6. September 2011 an das Bundesgericht weiter leitete;

dass in einer Beschwerde an das Bundesgericht unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides dargelegt werden muss, welche Rechte der beschwerdeführenden Partei durch das kantonale Gericht verletzt worden sind (Art. 42 Abs. 1 BGG), wobei eine allfällige Verletzung der bundesrechtlichen Verfassungsrechte vom Bundesgericht nicht von Amtes wegen geprüft wird, sondern nur dann, wenn solche Rügen in der Beschwerdeschrift ausdrücklich erhoben und begründet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG);

dass die Eingabe vom 30. August 2011 diesen Begründungsanforderungen offensichtlich nicht genügt, weil zwar eine Verweigerung des rechtlichen Gehörs sowie willkürliches und rechtswidriges Handeln des Obergerichts behauptet wird, jedoch nicht konkret und in verständlicher Weise auf die Begründung des angefochtenen Entscheides eingegangen und nicht dargelegt wird, inwiefern das Obergericht die entsprechenden Verfassungsbestimmungen verletzt haben soll;

dass damit auf die Beschwerde mangels hinreichender Begründung nicht einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG);

dass unter den gegebenen Umständen auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten ist (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG);

erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Luzern, I. Kammer als Revisionsinstanz, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 21. Oktober 2011

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Klett

Der Gerichtsschreiber: Huguenin

Schlagwörter

constitutional complaintreasoning requirementsnon-entrycost advancearbitrarinessdenial of justicecourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the constitutional complaint met the Federal Supreme Court's reasoning requirements.

Extrahierter Entscheid

No. The filing did not specifically and comprehensibly address the challenged decision or explain how constitutional provisions were violated.

Extrahierte Begründung

Under Art. 42(1) and Art. 106(2) BGG, the complainant had to explain the alleged violations in light of the cantonal court's reasoning; generic allegations of denial of justice, arbitrariness, and unlawfulness were insufficient.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged despite inadmissibility.

Extrahierter Entscheid

No court costs were imposed in view of the circumstances.

Extrahierte Begründung

The court exercised its discretion under the federal costs rule and waived costs.

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