Unreasoned constitutional complaint inadmissible

4D_58/2012Bundesgericht / I. zivilrechtliche Abteilung16.07.2012Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court held that the constitutional complaint against the Zurich cantonal judgment was inadmissible because it did not satisfy the statutory reasoning requirements. Although the complainant invoked several constitutional and Convention rights, he failed to show in a substantiated way how the cantonal court had violated them. The Court therefore declined to hear the complaint, denied free legal assistance as hopeless, imposed CHF 500 in court costs on the complainant, and awarded no party compensation to the respondent.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2 i.V.m. Art. 117, Art. 108 Abs. 1 lit. b and Art. 64 BGG; requirements for admissibility of a constitutional complaint. The pleading must, with reference to the decisive reasoning of the cantonal judgment, specifically explain which constitutional rights were violated and in what respect. Mere citation of constitutional guarantees or the ECHR without concrete, reasoned application to the challenged considerations is insufficient. Constitutional rights are examined only if expressly and duly substantiated. A manifestly unreasoned filing is not entered upon; in such a case, free legal assistance is refused for lack of prospects of success.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
4D_58/2012

Urteil vom 16. Juli 2012
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Leemann.

Verfahrensbeteiligte
A.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Pensionskasse X.________ AG,
vertreten durch Y.________ AG,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Schlichtungsverfahren; Ausstand,

Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, vom 30. Mai 2012.
In Erwägung,
dass A.________ (Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 23. Dezember 2011 bei der Schlichtungsbehörde Zürich ein Schlichtungsgesuch stellte;
dass die Schlichtungsbehörde den Parteien nach Durchführung einer Schlichtungsverhandlung mit Beschluss vom 7. Februar 2012 einen Urteilsvorschlag unterbreitete und darin die Begehren des Beschwerdeführers abwies;
dass die Schlichtungsbehörde mit Beschluss vom 18. April 2012 das vom Beschwerdeführer mit Eingabe vom 12. März 2012 gestellte Ausstandsbegehren, den Antrag auf Wiederherstellung sowie das Wiedererwägungsgesuch abwies;
dass das Obergericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 30. Mai 2012 eine vom Beschwerdeführer gegen den Entscheid der Schlichtungsbehörde vom 18. April 2012 erhobene Beschwerde abwies;
dass das Obergericht unter anderem erwog, das vom Beschwerdeführer erst mit Eingabe vom 12. März 2012 erhobene Ausstandsbegehren gegen den der Schlichtungsbehörde vorsitzenden Gerichtsschreiber sei nach den anwendbaren Verfahrensbestimmungen verspätet erfolgt;
dass der Beschwerdeführer dem Bundesgericht mit Eingabe vom 22. Juni 2012 erklärte, das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 30. Mai 2012 mit Beschwerde anfechten zu wollen;
dass in den Rechtsmitteln an das Bundesgericht unter Bezugnahme auf die Erwägungen des kantonalen Entscheids dargelegt werden muss, welche Rechte der beschwerdeführenden Partei durch das kantonale Gericht verletzt worden sind (Art. 42 Abs. 2 BGG), wobei eine allfällige Verletzung der bundesrechtlichen Grundrechte oder kantonaler verfassungsmässiger Rechte vom Bundesgericht nicht von Amtes wegen geprüft wird, sondern nur dann, wenn entsprechende Rügen in der Beschwerdeschrift ausdrücklich erhoben und begründet werden (Art. 106 Abs. 2 i.V.m. Art. 117 BGG);
dass der Beschwerdeführer zwar verschiedene verfassungsmässige Rechte erwähnt, wie etwa das Willkürverbot (Art. 9 BV), den Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV), den Anspruch auf ein unabhängiges Gericht (Art. 30 Abs. 1 BV) und Art. 6 Ziff. 1 EMRK, deren angebliche Verletzung jedoch nicht unter Bezugnahme auf die konkreten Erwägungen der Vorinstanz begründet, sodass nicht erkennbar ist, inwiefern der angefochtene Entscheid gegen die vom Beschwerdeführer genannten Bestimmungen verstossen soll;
dass die Eingabe des Beschwerdeführers vom 22. Juni 2012 die erwähnten Begründungsanforderungen daher offensichtlich nicht erfüllt, weshalb auf die Beschwerde in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht eingetreten werden kann;
dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahren bereits wegen Aussichtslosigkeit der Beschwerde abzuweisen ist (Art. 64 BGG);
dass der Beschwerdeführer bei diesem Verfahrensausgang kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG);
dass der Beschwerdegegner keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung hat, da ihm aus dem bundesgerichtlichen Verfahren kein Aufwand erwachsen ist;

erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 16. Juli 2012

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Klett

Der Gerichtsschreiber: Leemann

Schlagwörter

inadmissibilityreasoning requirementsconstitutional complaintrecusalfree legal assistancecourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the constitutional complaint met the Federal Supreme Court's reasoning requirements

Extrahierter Entscheid

No. The filing did not engage with the cantonal court's reasoning and therefore did not show which rights had been violated.

Extrahierte Begründung

A constitutional complaint must identify, with reference to the challenged reasoning, which rights were infringed; constitutional rights are examined only if expressly invoked and substantiated. The complaint merely mentioned rights without reasoned application to the decision.

Kernrechtsfrage

Whether leave to proceed in forma pauperis should be granted

Extrahierter Entscheid

No, because the complaint was hopeless.

Extrahierte Begründung

Unemployment/indigence aid is refused when the appeal has no prospects of success; here the complaint was manifestly insufficient.

Kernrechtsfrage

Costs and party compensation

Extrahierter Entscheid

The complainant bears the court costs, and no party compensation is awarded to the respondent.

Extrahierte Begründung

The unsuccessful party is liable for costs; the respondent incurred no compensable expense in the federal proceedings.

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