Inadmissibility of constitutional complaint for insufficient reasoning

4D_54/2012Bundesgericht / I. zivilrechtliche Abteilung23.07.2012Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A party appealed to the Federal Supreme Court against a Schwyz cantonal decision that had refused to clarify or correct its prior remand ruling. The Federal Supreme Court held that an ordinary civil appeal was unavailable because the value in dispute was below the statutory threshold and no fundamental legal question was shown. Treated as a subsidiary constitutional complaint, the filing failed because it did not address the cantonal court's reasoning or identify any constitutional violation with the required specificity. The Court therefore did not enter into the matter and waived court costs.

Omnilex-Regeste

Art. 74 Abs. 1 lit. b and Abs. 2 lit. a BGG; Art. 113 ff., 116, 106 Abs. 2 and 117 BGG: admissibility and reasoning requirements of the subsidiary constitutional complaint. Where the value in dispute does not reach the threshold for the ordinary civil appeal and no question of fundamental importance is shown, the filing is to be treated as a subsidiary constitutional complaint. Such a remedy may invoke only constitutional rights and must, in a targeted manner and by reference to the challenged reasoning, demonstrate which constitutional guarantees were violated. A merely appellatory submission that does not engage with the grounds of the decision is manifestly insufficient and leads to non-entry under Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG. Costs may be waived under Art. 66 Abs. 1 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
4D_54/2012

Urteil vom 23. Juli 2012
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Huguenin.

Verfahrensbeteiligte
A.________,
Beschwerdeführer,

gegen

X.________ AG,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Erläuterung,

Beschwerde gegen den Beschluss des Kantonsgerichts des Kantons Schwyz, 2. Zivilkammer, vom 10. April 2012.
In Erwägung,
dass das Bezirksgericht Einsiedeln den Beschwerdeführer mit Urteil vom 11. Oktober 2011 zur Zahlung von Fr. 1'158.55 nebst Zins sowie Fr. 70.-- Zahlungsbefehlskosten an die Beschwerdegegnerin verpflichtete;

dass der Beschwerdeführer an das Kantonsgericht Schwyz gelangte, das mit Beschluss vom 5. März 2012 das Urteil des Bezirksgerichts aufhob und die Sache im Sinne der Erwägungen an die erste Instanz zurückwies;

dass der Beschwerdeführer das Kantonsgericht mit Eingabe vom 28. März 2012 darum ersuchte, seinen Entscheid zu erläutern und zu berichtigen;

dass das Kantonsgericht mit Beschluss vom 10. April 2012 auf das Erläuterungs- und Berichtigungsgesuch nicht eintrat;

dass in der Entscheidbegründung ausführlich dargelegt wurde, warum entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers die Voraussetzungen von Art. 334 Abs. 1 ZPO nicht gegeben sind, das heisst das Dispositiv des Beschlusses vom 5. März 2012 weder unklar, widersprüchlich oder unvollständig ist noch mit der Begründung im Widerspruch steht;

dass der Beschwerdeführer dem Bundesgericht eine vom 15. Mai 2012 datierte Eingabe einreichte, in der er erklärte, den Beschluss des Kantonsgerichts vom 10. April 2012 mit Beschwerde in Zivilsachen und Verfassungsbeschwerde anzufechten;

dass eine Beschwerde in Zivilsachen im vorliegenden Fall nicht zulässig ist, weil der erforderliche Streitwert von Fr. 30'000.-- (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) nicht erreicht wird und sich keine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung im Sinne vom Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG stellt;

dass die Eingabe des Beschwerdeführers unter diesen Umständen als subsidiäre Verfassungsbeschwerde im Sinne von Art. 113 ff. BGG zu behandeln ist;

dass mit einer solchen Beschwerde ausschliesslich die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden kann (Art. 116 BGG);
dass in der Beschwerdeschrift dargelegt werden muss, welche verfassungsmässigen Rechte durch das kantonale Gericht verletzt worden sind, und solche Rügen unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides zu begründen sind (Art. 106 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 117 BGG);

dass die Eingabe vom 15. Mai 2012 diese Begründungsanforderungen offensichtlich nicht erfüllt, weil gar nicht auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides eingegangen wird, das heisst nicht dargelegt wird, inwiefern das Kantonsgericht Art. 334 Abs. 1 ZPO willkürlich oder sonst verfassungswidrig ausgelegt oder angewendet haben sollte und warum der Kostenspruch, so wie er begründet wurde, auf der Verletzung von Verfassungsrecht beruhen soll;

dass demnach auf die Beschwerde mangels genügender Begründung im Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht einzutreten ist;

dass das Gesuch um aufschiebende Wirkung mit dem Entscheid in der Sache gegenstandslos wird;

dass unter den gegebenen Umständen auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten ist (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG), womit das Gesuch um Befreiung von diesen Kosten gegenstandslos wird;

dass das Urteil des Bundesgerichts dem Beschwerdeführer, der Wohnsitz in Deutschland hat und kein Zustellungsdomizil in der Schweiz bezeichnete, auf dem Weg der Rechtshilfe zuzustellen ist;

erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht des Kantons Schwyz, 2. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 23. Juli 2012

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Klett

Der Gerichtsschreiber: Huguenin

Schlagwörter

inadmissibilityconstitutional complaintreasoning requirementvalue in disputeinterpretation and correctioncourt costsnon-entry

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the federal appeal was admissible as a civil-law appeal or subsidiary constitutional complaint.

Extrahierter Entscheid

A civil-law appeal was unavailable because the value in dispute did not reach CHF 30,000 and no legal question of fundamental importance arose; the filing was treated as a subsidiary constitutional complaint.

Extrahierte Begründung

The statutory prerequisites for the ordinary civil appeal were not met, so only the subsidiary constitutional complaint remained possible.

Kernrechtsfrage

Whether the constitutional complaint met the reasoning requirements.

Extrahierter Entscheid

The complaint was inadmissible because it did not engage with the cantonal court's reasoning or substantiate any violation of constitutional rights.

Extrahierte Begründung

Under the relevant Federal Supreme Court pleading rules, a constitutional complaint must identify the constitutional rights allegedly violated and explain, with reference to the contested reasoning, why the decision is unconstitutional; the filing failed to do so.

Kernrechtsfrage

Whether costs should be charged and whether the request for exemption from costs became moot.

Extrahierter Entscheid

No court costs were charged, so the request for exemption from costs became moot.

Extrahierte Begründung

Given the circumstances, the court waived costs under the Federal Supreme Court Act.

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