Non-entry for insufficiently reasoned subsidiary constitutional complaint

4D_5/2012Bundesgericht / I. zivilrechtliche Abteilung20.02.2012Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The appellants challenged a cantonal judgment ordering them to pay CHF 4,500 plus interest and enforcement costs to the respondent. The Federal Supreme Court held that their submission did not meet the strict reasoning requirements of a subsidiary constitutional complaint because it only invoked constitutional rights in general terms and did not address the cantonal court’s reasoning in detail. The complaint was therefore not entered into. The appellants were ordered to pay federal court costs of CHF 500 jointly and severally, with equal internal sharing.

Omnilex-Regeste

Art. 116 BGG, Art. 42 Abs. 2 and Art. 106 Abs. 2 in conjunction with Art. 117 BGG; subsidiäre Verfassungsbeschwerde: Begründungsanforderungen and non-entry under Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG. A subsidiary constitutional complaint is admissible only for alleged violations of constitutional rights and must, in the complaint itself, specifically designate the rights invoked and engage with the reasoning of the cantonal decision. General references to constitutional provisions or to other submissions do not satisfy the duty to reason; the Federal Supreme Court does not examine grievances not developed in a self-contained and precise manner (consid. 2). Costs follow the outcome and may be imposed jointly and severally under Art. 66 Abs. 1 and 5 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
4D_5/2012

Urteil vom 20. Februar 2012
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Hurni.

Verfahrensbeteiligte

  1. A.________,
  2. B.________,
    Beschwerdeführer,

gegen

C.________,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Schadenersatzansprüche,

Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Bern, Zivilabteilung, 2. Zivilkammer, vom 19. Dezember 2011.
In Erwägung,
dass das Regionalgericht Oberland mit Entscheid vom 23. Juni 2011 die Beschwerdeführer dazu verurteilte, dem Beschwerdegegner den Betrag von Fr. 4'500.-- nebst Zins zu 5 % seit 1. Mai 2010 zuzüglich Betreibungskosten von Fr. 82.-- zu bezahlen;
dass das Obergericht des Kantons Bern mit Entscheid vom 19. Dezember 2011 die von den Beschwerdeführern gegen den Entscheid des Regionalgerichts eingelegte Beschwerde abwies;
dass die Beschwerdeführer dem Bundesgericht am 19. Januar 2012 eine Eingabe einreichten, aus der sich ergibt, dass sie den Entscheid des Obergerichts mit subsidiärer Verfassungsbeschwerde anfechten wollen;
dass mit einer subsidiären Verfassungsbeschwerde ausschliesslich die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden kann (Art. 116 BGG);
dass in der Beschwerdeschrift dargelegt werden muss, welche verfassungsmässigen Rechte durch das kantonale Gericht verletzt worden sind, und solche Rügen in Auseinandersetzung mit den Erwägungen des angefochtenen Entscheides präzise zu begründen sind (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 117 BGG; BGE 134 V 138 E. 2.1 S. 143; 133 III 439 E. 3.2 S. 444 mit Hinweis);
dass die Begründung in der Beschwerdeschrift selbst enthalten sein muss, weshalb blosse Verweise auf andere Schriftstücke unbeachtlich sind (BGE 131 III 384 E. 2.3 S. 387 f.);
dass sich die Beschwerdeführer in ihrer Eingabe zwar in allgemeiner Weise auf Art. 8, 9 und 30 BV berufen, dabei jedoch nicht unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids im Einzelnen dartun, inwiefern die Vorinstanz die entsprechenden Verfassungsnormen verletzt haben soll;
dass somit auf die Beschwerde mangels hinreichender Begründung nicht einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG);
dass die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens dem Verfahrensausgang entsprechend den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftbarkeit aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 und 5 BGG);
erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden den Beschwerdeführern (unter solidarischer Haftbarkeit und intern zu gleichen Teilen) auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern, Zivilabteilung, 2. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 20. Februar 2012

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Klett

Der Gerichtsschreiber: Hurni

Schlagwörter

non-entryconstitutional complaintreasoning requirementcivil damagescourt costsjoint and several liability

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the subsidiary constitutional complaint was sufficiently reasoned to be admissible.

Extrahierter Entscheid

No. The appellants merely invoked constitutional rights in general terms without showing, with reference to the challenged reasoning, how the cantonal court allegedly violated them.

Extrahierte Begründung

A subsidiary constitutional complaint may only allege violations of constitutional rights and must identify and specifically argue the rights violated in relation to the impugned decision; bare references to other submissions are insufficient.

Kernrechtsfrage

Who bears the costs of the federal proceedings.

Extrahierter Entscheid

The appellants must bear the federal court costs jointly and severally, in equal internal shares.

Extrahierte Begründung

Costs follow the outcome of the proceedings.

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