Non-entry on subsidiary constitutional complaint for insufficient reasoning

4D_43/2009Bundesgericht / I. zivilrechtliche Abteilung23.04.2009Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The applicant sought federal review of the cantonal refusal of legal aid for a tort action against his brother. Because the amount in dispute was below CHF 30,000 and no question of fundamental importance was shown, the Federal Supreme Court treated the filing as a subsidiary constitutional complaint. The submissions did not identify or substantiate any constitutional rights violation with reference to the cantonal reasoning, so the court did not enter into the matter. It nevertheless waived court costs.

Omnilex-Regeste

Art. 74 Abs. 1 lit. b, Art. 74 Abs. 2 lit. a, Art. 116, Art. 117 and Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; requirements of the subsidiary constitutional complaint and non-entry for insufficient reasoning. Where the amount in dispute falls below the threshold for the civil appeal and no question of fundamental importance is demonstrated, a filing is to be treated as a subsidiary constitutional complaint. Such a remedy permits only the invocation of constitutional rights; the complaint must specifically identify the violated constitutional guarantees and engage with the reasoning of the challenged decision. Purely appellatory or unsubstantiated submissions do not satisfy Art. 42 Abs. 2 and Art. 106 Abs. 2 BGG as applicable through Art. 117 BGG, leading to non-entry under Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG. Costs may be waived under Art. 66 Abs. 1 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
4D_43/2009

Urteil vom 23. April 2009
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Huguenin.

Parteien
A.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Obergericht des Kantons Bern,
Appellationshof, 2. Zivilkammer.

Gegenstand
Unentgeltliche Prozessführung,

Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Bern, Appellationshof, 2. Zivilkammer, vom 24. Februar 2009.

In Erwägung,
dass der Beschwerdeführer im Hinblick auf eine Klage aus unerlaubter Handlung, die er gegen seinen Bruder B.________ erhebt, ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege samt Beiordnung eines Anwaltes stellte;
dass die Gerichtspräsidentin 7 des Gerichtskreises VIII Bern-Laupen dieses Gesuch mit Entscheid vom 4. Februar 2009 wegen Aussichtslosigkeit des Rechtsbegehrens abwies;
dass der Beschwerdeführer an das Obergericht des Kantons Bern rekurrierte, dessen Appellationshof den Rekurs mit Entscheid vom 24. Februar 2009 abwies;
dass der Beschwerdeführer dem Bundesgericht eine vom 24. März 2009 datierte Eingabe einreichte, in der er die Absicht äusserte, den Entscheid des Obergerichts vom 24. Februar 2009 mit Beschwerde anzufechten, und ein Gesuch um Verlängerung der Frist zur Einreichung der Beschwerdeschrift stellte;
dass der Beschwerdeführer vom Bundesgericht mit Schreiben vom 31. März 2009 darauf hingewiesen wurde, dass die dreissigtägige Beschwerdefrist von Art. 100 Abs. 1 BGG nicht verlängert werden könne, weil es sich dabei um eine gesetzliche Frist im Sinne von Art. 47 Abs. 1 BGG handle;
dass der Beschwerdeführer darauf dem Bundesgericht eine vom 3. April 2009 datierte Eingabe einreichte, in der er darum ersuchte, dass seine Eingabe vom 24. März 2009 als Beschwerde behandelt werde und ihm für das bundesgerichtliche Verfahren keine Gerichtskosten auferlegt werden, und in der er Anmerkungen betreffend seine Klage machte;
dass die Beschwerde in Zivilsachen nach Art. 72 ff. BGG angesichts des massgebenden Streitwertes von weniger als Fr. 30'000.-- (vgl. Rechtsmittelbelehrung des angefochtenen Entscheides) nicht erhoben werden kann (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG), und nicht ersichtlich ist, dass eine solche Beschwerde dennoch zulässig ist, weil sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung im Sinne von Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG stellen würde;
dass die Eingaben des Beschwerdeführers vom 24. März und 3. April 2009 unter diesen Umständen als subsidiäre Verfassungsbeschwerde im Sinne der Art. 113 ff. BGG zu behandeln sind;
dass mit einer solchen Beschwerde ausschliesslich die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden kann (Art. 116 BGG);
dass in der Beschwerdeschrift dargelegt werden muss, welche verfassungsmässigen Rechte durch das kantonale Gericht verletzt worden sind, und solche Rügen unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides zu begründen sind (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 117 BGG);
dass die Eingaben des Beschwerdeführers vom 24. März und 3. April 2009 diesen Anforderungen offensichtlich nicht genügen, weshalb auf die Beschwerde mangels hinreichender Begründung nicht einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 lit. b in Verbindung mit Art. 117 BGG);
dass unter den gegebenen Umständen auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten ist (Art. 66 Abs. 1 BGG), womit das Gesuch um Befreiung von diesen Kosten gegenstandslos wird;

erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer und dem Obergericht des Kantons Bern, Appellationshof, 2. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 23. April 2009
Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Klett Huguenin

Schlagwörter

legal aidhopeless claimsubsidiary constitutional complaintadmissibilityreasoning requirementcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the filing could be treated as a civil appeal despite the amount in dispute being below CHF 30,000

Extrahierter Entscheid

A civil appeal was unavailable because the amount in dispute was below the statutory threshold and no question of fundamental importance was apparent.

Extrahierte Begründung

The contested legal aid dispute fell under Arts. 72 ff. BGG, but Art. 74(1)(b) BGG barred the ordinary civil appeal and Art. 74(2)(a) BGG was not shown to apply.

Kernrechtsfrage

Whether the submissions satisfied the requirements for a subsidiary constitutional complaint

Extrahierter Entscheid

They did not; the complaint lacked sufficient constitutional reasoning.

Extrahierte Begründung

A subsidiary constitutional complaint may only allege violations of constitutional rights and must identify and substantiate them with reference to the challenged decision; the two filings failed to do so, so non-entry was required under Art. 108(1)(b) in conjunction with Art. 117 BGG.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged for the federal proceedings

Extrahierter Entscheid

No court costs were imposed.

Extrahierte Begründung

Given the circumstances, the court dispensed with costs under Art. 66(1) BGG, making the request for exemption moot.

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