Non-entry for insufficiently reasoned constitutional complaint

4D_21/2009Bundesgericht / I. zivilrechtliche Abteilung15.04.2009Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court dealt with a constitutional complaint against the Administrative Court of Appenzell Ausserrhoden, which had refused legal aid in an eviction-related matter. The appellant’s two submissions did not comply with the reasoning requirements for complaints before the Federal Supreme Court, because they did not sufficiently set out which rights had been violated. The Court therefore did not enter into the complaint and ordered the appellant to pay court costs of CHF 300.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 2 BGG, Art. 106 Abs. 2 BGG; requirements for reasoning of a constitutional complaint. The complaint must, by reference to the reasoning of the contested decision, specify the rights allegedly infringed and set out the constitutional violation in a reasoned manner. The Federal Supreme Court examines violations of constitutional rights only if they are expressly invoked and substantiated; purely appellatory criticism is insufficient (consid. 1). Where these requirements are not met, the Court may refuse to enter into the matter under Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG. Court costs are borne by the unsuccessful party pursuant to Art. 66 Abs. 1 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
4D_21/2009

Urteil vom 15. April 2009
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Huguenin.

Parteien
A.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Verwaltungsgericht von Appenzell Ausserrhoden, Einzelrichter.

Gegenstand
Unentgeltliche Rechtspflege,

Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts von Appenzell Ausserrhoden, Einzelrichter, vom 30. Januar 2009.

In Erwägung,
dass der Regierungsrat von Appenzell Ausserrhoden mit Entscheid vom 18. November 2008 auf den Rekurs des Beschwerdeführers gegen den Vollzugsbefehl des Departements Sicherheit und Justiz vom 1. Oktober 2008 betreffend Ausweisung aus dem Mietobjekt nicht eintrat;
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 26. November 2008 gegen diesen Entscheid Beschwerde beim Verwaltungsgericht von Appenzell Ausserrhoden einreichte;
dass das Verwaltungsgericht mit Entscheid vom 30. Januar 2009 das Begehren des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege abwies;
dass der Beschwerdeführer dem Verwaltungsgericht am 5. Februar 2009 eine vom 3. Januar 2009 datierte Eingabe einreichte, in der er erklärte, dessen Entscheid vom 30. Januar 2009 anfechten zu wollen;
dass das Verwaltungsgericht die Eingabe zuständigkeitshalber dem Bundesgericht zustellte;
dass der Beschwerdeführer dem Bundesgericht eine vom 11. Februar 2009 datierte Eingabe einreichte, in der er erneut den Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 30. Januar 2009 kritisierte;
dass in einer Beschwerde an das Bundesgericht unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides dargelegt werden muss, welche Rechte der beschwerdeführenden Partei durch das kantonale Gericht verletzt worden sind (Art. 42 Abs. 2 BGG), wobei eine allfällige Verletzung der bundesrechtlichen Verfassungsrechte vom Bundesgericht nicht von Amtes wegen geprüft wird, sondern nur dann, wenn entsprechende Rügen in der Beschwerdeschrift ausdrücklich erhoben und begründet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG);
dass beide Eingaben des Beschwerdeführers diese Begründungsanforderungen offensichtlich nicht erfüllen, weshalb auf die Beschwerde in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht einzutreten ist;
dass die Gerichtskosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 BGG);
erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 300.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer und dem Verwaltungsgericht von Appenzell Ausserrhoden, Einzelrichter, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 15. April 2009
Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Klett Huguenin

Schlagwörter

constitutional complaintreasoned appealinadmissibilitylegal aidcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the constitutional complaint met the Federal Supreme Court's reasoning requirements under Art. 42(2) and Art. 106(2) BGG.

Extrahierter Entscheid

The submissions did not sufficiently identify which rights were violated or substantiate any constitutional violation.

Extrahierte Begründung

The Court does not examine constitutional rights ex officio; they must be expressly invoked and reasoned. Both filings failed to meet these requirements, so the complaint was inadmissible.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be imposed on the appellant.

Extrahierter Entscheid

Court costs were imposed on the appellant.

Extrahierte Begründung

As the complaint was not admitted, the appellant had to bear the costs under Art. 66(1) BGG.

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