Non-entry for insufficient substantiation; legal aid denied

4D_19/2012Bundesgericht / I. zivilrechtliche Abteilung09.03.2012Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court dealt with a constitutional complaint by X.________ AG in liquidation against a cantonal decision confirming the non-entry into a request for restoration of a deadline to pay a CHF 1,500 cost advance. The complaint did not address the cantonal reasoning and failed to satisfy the heightened substantiation requirements for constitutional grievances. The Court therefore did not enter into the complaint, rejected the request for free legal aid because the appeal was hopeless, declared the suspensive-effect request moot, and imposed CHF 500 in costs on the appellant. No party compensation was awarded to the canton.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2, Art. 108 Abs. 1 lit. b and Art. 117 BGG; substantiation of a constitutional complaint: the appellant must, by reference to the reasoning of the challenged decision, indicate precisely which constitutional rights were violated and in what respect. The Federal Supreme Court does not examine fundamental-rights grievances ex officio, but only insofar as they are expressly raised and reasoned. Mere presentation of facts going beyond the binding findings of the previous instance, without showing admissibility under Art. 118 Abs. 2 BGG, is insufficient and leads to non-entry (consid. 2). An application for legal aid in federal proceedings must be refused where the complaint is manifestly devoid of prospects of success; the issue whether a legal person may benefit from legal aid in an exceptional case then need not be examined further (consid. 3).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
4D_19/2012

Urteil vom 9. März 2012
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Leemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________ AG in Liquidation,
Beschwerdeführerin,

gegen

Kanton Zürich, vertreten durch das Handelsregisteramt des Kantons Zürich,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
erforderliche Massnahmen gemäss Art. 731b OR / Fristwiederherstellung,

Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, vom 19. Januar 2012.
In Erwägung,
dass das Bezirksgericht Zürich mit Verfügung vom 24. Oktober 2011 das Gesuch der X.________ AG in Liquidation (Beschwerdeführerin) um unentgeltliche Prozessführung ablehnte und der Beschwerdeführerin die Frist zur Leistung des Kostenvorschusses in der Höhe von Fr. 1'500.-- neu ansetzte;
dass das Obergericht des Kantons Zürich eine von der Beschwerdeführerin gegen die bezirksgerichtliche Verfügung vom 24. Oktober 2011 erhobene Beschwerde mit Urteil vom 18. November 2011 abwies, soweit es darauf eintrat;
dass das Bezirksgericht Zürich der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 29. November 2011 eine Nachfrist ansetzte, um den Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- zu bezahlen, wobei es darauf hinwies, dass bei Säumnis auf das Fristwiederherstellungsgesuch nicht eingetreten werde;
dass das Bezirksgericht Zürich, nachdem der Vorschuss nicht geleistet worden war, am 15. Dezember 2011 androhungsgemäss auf das Wiederherstellungsgesuch der Beschwerdeführerin nicht eintrat;
dass das Obergericht des Kantons Zürich eine von der Beschwerdeführerin gegen die bezirksgerichtliche Verfügung vom 15. Dezember 2011 erhobene Beschwerde mit Urteil vom 19. Januar 2012 abwies, soweit es darauf eintrat, und die bezirksgerichtliche Verfügung bestätigte;
dass die Beschwerdeführerin dem Bundesgericht mit Eingabe vom 29. Februar 2012 erklärte, den Entscheid des Obergerichts des Kantons Zürich vom 19. Januar 2012 mit Beschwerde anfechten zu wollen;
dass in den Rechtsmitteln an das Bundesgericht unter Bezugnahme auf die Erwägungen des kantonalen Entscheids dargelegt werden muss, welche Rechte der beschwerdeführenden Partei durch das kantonale Gericht verletzt worden sind (Art. 42 Abs. 2 BGG), wobei eine allfällige Verletzung der bundesrechtlichen Grundrechte oder kantonaler verfassungsmässiger Rechte vom Bundesgericht nicht von Amtes wegen geprüft wird, sondern nur dann, wenn entsprechende Rügen in der Beschwerdeschrift ausdrücklich erhoben und begründet werden (Art. 106 Abs. 2 i.V.m. Art. 117 BGG);
dass sich die Beschwerdeführerin nicht mit den Erwägungen des angefochtenen Entscheids auseinandersetzt, sondern dem Bundesgericht mit verschiedenen Behauptungen einen Sachverhalt unterbreitet, der über den vorinstanzlich verbindlich festgestellten hinausgeht, ohne rechtsgenügend zu begründen, inwiefern dies nach Art. 118 Abs. 2 BGG zulässig sein soll;
dass die Eingabe der Beschwerdeführerin vom 29. Februar 2012 die erwähnten Begründungsanforderungen offensichtlich nicht erfüllt;
dass aus den genannten Gründen auf die Beschwerde in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht eingetreten werden kann;
dass das Gesuch um Gewährung der aufschiebenden Wirkung mit dem Entscheid in der Sache gegenstandslos wird;
dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das bundesgerichtliche Verfahren bereits wegen Aussichtslosigkeit der Beschwerde abzuweisen ist (Art. 64 BGG), weshalb nicht geprüft werden muss, ob im Übrigen überhaupt ein Ausnahmefall für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege an eine juristische Person in Betracht käme (vgl. BGE 131 II 306 E. 5.3.3 S. 326 f.; 119 Ia 337 E. 4c und e S. 340);
dass die Beschwerdeführerin bei diesem Verfahrensausgang kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG);
dass dem Beschwerdegegner keine Parteientschädigung zuzusprechen ist (Art. 68 Abs. 3 BGG);

erkennt die Präsidentin:

1.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewiesen.

2.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 9. März 2012

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Klett

Der Gerichtsschreiber: Leemann

Schlagwörter

constitutional complaintsubstantiation requirementsnon-entrylegal aiddeadline restorationcost advancecostssuspensive effect

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the constitutional complaint met the Federal Supreme Court's substantiation requirements.

Extrahierter Entscheid

No. The filing did not engage with the reasoning of the cantonal judgment and did not properly explain any admissible deviation from the facts found below.

Extrahierte Begründung

Under Art. 42(2), 106(2) and 117 BGG, constitutional complaints must clearly identify the rights violated and, for fundamental rights, raise specific and reasoned arguments. The appellant merely asserted facts beyond the binding findings without showing why this was permissible under Art. 118(2) BGG.

Kernrechtsfrage

Whether the request for free legal aid in the federal proceedings should be granted.

Extrahierter Entscheid

No, because the complaint was manifestly without prospects of success.

Extrahierte Begründung

Since the appeal was inadmissible for insufficient reasoning, it lacked any prospect of success. The court therefore did not need to examine whether a legal person could in principle qualify under an exception.

Kernrechtsfrage

Whether the request for suspensive effect remained pending.

Extrahierter Entscheid

It became moot once the court disposed of the matter.

Extrahierte Begründung

The substantive non-entry decision rendered the interim request without object.

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