Non-entry on subsidiary constitutional complaint in labour dispute

4D_15/2010Bundesgericht / I. zivilrechtliche Abteilung08.03.2010Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court treated the filing as a subsidiary constitutional complaint because the amount in dispute did not reach the threshold for a civil appeal and no question of fundamental importance was shown. It held that the submission failed to meet the constitutional pleading requirements, so it declined to enter into the complaint. The request for appointed counsel was refused for lack of prospects of success, and no court costs were imposed.

Omnilex-Regeste

Art. 74 BGG, Art. 116 BGG, Art. 42 Abs. 2 and Art. 106 Abs. 2 in conjunction with Art. 117 BGG; admissibility of the subsidiary constitutional complaint and requirements of substantiation. Where the amount in dispute for an appeal in civil matters is not reached and no question of fundamental importance exists, the filing is to be treated as a subsidiary constitutional complaint. Such a remedy allows only the pleading of constitutional violations, which must be specifically invoked and reasoned by reference to the challenged decision; a merely appellatory presentation is insufficient and leads to non-entry under Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG. Legal aid is refused if the complaint lacks prospects of success (Art. 64 Abs. 1 BGG); costs may be waived in the circumstances under Art. 66 Abs. 1 second sentence BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
4D_15/2010

Urteil vom 8. März 2010
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Huguenin.

Parteien
A.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

X.________ AG,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Arbeitsvertrag; Entschädigung,

Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Zürich, III. Zivilkammer,
vom 26. November 2009.
In Erwägung,
dass die Einzelrichterin des Arbeitsgerichtes Zürich mit Urteil vom 23. Juli 2009 die Beschwerdegegnerin verpflichtete, der Beschwerdeführerin den Lohn für den Monat Mai 2009 in der Höhe von Fr. 3'739.90 netto zu bezahlen, und erkannte, dass von der Zusprechung einer angemessenen Entschädigung für die Beschwerdeführerin abgesehen werde, sowie feststellte, dass zwischen der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin gültige, ungekündigte Arbeitsverträge für August 2009, September 2009 und November 2009 beständen;

dass die Beschwerdeführerin dieses Urteil mit Nichtigkeitsbeschwerde anfocht, die vom Obergericht des Kantons Zürich mit Sitzungs-Erledigungsbeschluss vom 26. November 2009 abgewiesen wurde, soweit es darauf eintrat;

dass die Beschwerdeführerin dem Bundesgericht eine vom 31. Januar 2010 datierte Eingabe einreichte, aus der hervorgeht, dass sie die kantonalen Entscheide beim Bundesgericht anfechten will;

dass eine Beschwerde in Zivilsachen im vorliegenden Fall nicht zulässig ist, weil der erforderliche Streitwert von Fr. 15'000.-- (Art. 74 Abs. 1 lit. a BGG) nicht erreicht wird und sich keine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung im Sinne vom Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG stellt;

dass die Eingabe der Beschwerdeführerin unter diesen Umständen als subsidiäre Verfassungsbeschwerde im Sinne von Art. 113 ff. BGG zu behandeln ist;

dass mit einer solchen Beschwerde ausschliesslich die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden kann (Art. 116 BGG);

dass in der Beschwerdeschrift dargelegt werden muss, welche verfassungsmässigen Rechte durch das kantonale Gericht bzw. die kantonalen Gerichte verletzt worden sind, und solche Rügen unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides bzw. der angefochtenen Entscheide zu begründen sind (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 117 BGG);

dass die Eingabe der Beschwerdeführerin vom 31. Januar 2010 diesen Anforderungen offensichtlich nicht genügt, weshalb auf die Beschwerde mangels hinreichender Begründung nicht einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG);
dass unter den gegebenen Umständen auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten ist (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG), womit das Gesuch um Befreiung von diesen Kosten gegenstandslos wird;

dass das Gesuch um Beiordnung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes wegen Aussichtslosigkeit der Beschwerde abzuweisen ist (Art. 64 Abs. 1 BGG);

erkennt die Präsidentin:

1.
Das Gesuch um Beiordnung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes wird abgewiesen.

2.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

3.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, III. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 8. März 2010
Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Klett Huguenin

Schlagwörter

admissibilityconstitutional complaintsubstantiationlegal aidcourt costslabour disputevalue in dispute

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether an appeal in civil matters was admissible despite the low amount in dispute.

Extrahierter Entscheid

No; the required amount in dispute was not reached and no legal question of fundamental importance arose.

Extrahierte Begründung

The dispute value under Art. 74(1)(a) BGG was below CHF 15,000 and Art. 74(2)(a) BGG did not apply.

Kernrechtsfrage

Whether the submission could be treated as a subsidiary constitutional complaint and met the pleading requirements.

Extrahierter Entscheid

It was treated as a subsidiary constitutional complaint, but it was inadmissible because it did not sufficiently allege the violation of constitutional rights.

Extrahierte Begründung

Under Art. 116 BGG only constitutional rights may be invoked, and the complaint must specify and reason such violations with reference to the challenged decision; the filing did not meet these requirements.

Kernrechtsfrage

Whether legal aid counsel should be appointed.

Extrahierter Entscheid

Denied because the complaint had no prospects of success.

Extrahierte Begründung

Art. 64(1) BGG requires prospects of success, which were lacking.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged.

Extrahierter Entscheid

No court costs were imposed.

Extrahierte Begründung

The court waived costs in the circumstances under Art. 66(1) second sentence BGG.

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