Constitutional complaint dismissed for insufficient reasoning

4D_106/2010Bundesgericht / I. zivilrechtliche Abteilung01.10.2010Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

X. challenged the Aargau High Court's dismissal of his late appeal against the revocation of his legal aid. The Federal Supreme Court held that his filing did not comply with the substantiation requirements for a constitutional complaint: it failed to identify the violated rights and to argue any constitutional breach. The complaint was therefore not entered into. In light of the circumstances, the Court waived court costs.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2, Art. 95 and Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; requirements for a constitutional complaint against the application of cantonal procedural law. The complaint must, by reference to the reasons of the challenged decision, state which rights were violated and, where constitutional rights are invoked, set out the corresponding objections expressly and in a reasoned manner. The Federal Supreme Court reviews cantonal procedural law only for violation of federal law or constitutional rights; it does not examine constitutional violations ex officio. If these substantiation requirements are not met, the court does not enter into the complaint. Cost waiver may be ordered in the circumstances under Art. 66 Abs. 1 second sentence BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
4D_106/2010

Urteil vom 1. Oktober 2010
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Huguenin.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Obergericht des Kantons Aargau, Zivilgericht, 4. Kammer,

Gegenstand
unentgeltliche Rechtspflege,

Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Aargau, Zivilgericht, 4. Kammer, vom 26. August 2010.
In Erwägung,
dass der Präsident des Bezirksgerichts Kulm im Verfahren zwischen dem Beschwerdeführer und Y.________ mit Verfügung vom 10. September 2009 die am 17. November 2008 dem Beschwerdeführer erteilte unentgeltliche Rechtspflege widerrief;

dass der Beschwerdeführer diese Verfügung beim Obergericht des Kantons Aargau anfocht, das mit Entscheid vom 26. August 2010 in Anwendung des kantonalen Verfahrensrechts auf seine Beschwerde wegen Verspätung nicht eintrat;

dass der Beschwerdeführer dem Bundesgericht eine vom 10. September 2010 datierte Eingabe einreichte, in der er erklärte, "Einsprache" gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Aargau einzulegen;

dass in einer Beschwerde an das Bundesgericht unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides dargelegt werden muss, welche Rechte der beschwerdeführenden Partei durch das kantonale Gerichts verletzt worden sind (Art. 42 Abs. 2 BGG), wobei eine allfällige Verletzung der bundesrechtlichen Verfassungsrechte vom Bundesgericht nicht von Amtes wegen geprüft wird, sondern nur dann, wenn solche Rügen in der Beschwerdeschrift ausdrücklich erhoben und begründet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG);

dass die Anwendung und Auslegung des kantonalen Verfahrensrechts vom Bundesgericht einzig unter dem Blickwinkel eines Verstosses gegen Bundesrecht bzw. gegen Bundesverfassungsrecht überprüft werden kann (Art. 95 BGG; BGE 134 II 349 E. 3 S. 351), was aber - wie bereits festgehalten - das Vorbringen entsprechender Rügen in der Beschwerdeschrift voraussetzt;

dass die Eingabe des Beschwerdeführers vom 10. September 2010 diese Anforderungen offensichtlich nicht erfüllt, weshalb auf die Beschwerde mangels hinreichender Begründung nicht einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG);

dass unter den gegebenen Umständen auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten ist (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG);

erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer und dem Obergericht des Kantons Aargau, Zivilgericht, 4. Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 1. Oktober 2010

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Klett Huguenin

Schlagwörter

legal aidconstitutional complaintadmissibilityreasoning requirementslate appealcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the constitutional complaint met the federal reasoning requirements and could be examined on the merits.

Extrahierter Entscheid

No. The filing did not explain, with reference to the cantonal decision, which rights had been violated or properly substantiate any constitutional breach.

Extrahierte Begründung

A federal complaint must specify the rights allegedly violated and, for constitutional rights, raise and reason the objections expressly. The submission failed to do so, so the complaint was inadmissible for insufficient reasoning.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged.

Extrahierter Entscheid

No court costs were imposed in view of the circumstances.

Extrahierte Begründung

The court exercised its discretion to waive costs.

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