Non-entry due to lack of jurisdiction and insufficient reasoning

4A_670/2011Bundesgericht / I. zivilrechtliche Abteilung29.11.2011Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The claimant appealed to the Federal Supreme Court against a district court order that had struck his employment-law claim from the roll after he failed to pay the required advance on costs. The Federal Supreme Court held that the appeal was inadmissible because the challenged decision was not issued by an upper cantonal court acting as an appellate instance, and because the filing did not meet the federal reasoning requirements. The court therefore did not enter into the appeal, waived court costs exceptionally, and awarded no party compensation to the respondent.

Omnilex-Regeste

Art. 75 BGG, Art. 42 Abs. 2 and Art. 106 Abs. 2 BGG; admissibility of the federal appeal and requirement of substantiated reasoning. A federal appeal lies only against decisions of last cantonal instances rendered by an upper court acting as appellate authority, subject to the statutory exceptions. A first-instance district court order does not satisfy Art. 75 BGG. Moreover, the appeal must, by reference to the challenged decision, explain which rights were violated and on what grounds; mere disagreement or absence of specific objections is insufficient. If these prerequisites are lacking, non-entry follows under Art. 108 Abs. 1 lit. a and b BGG. Costs may exceptionally be waived under Art. 66 Abs. 1 second sentence BGG; compensation is denied where the respondent incurred no reimbursable expense (Art. 68 Abs. 1 BGG).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
4A_670/2011

Urteil vom 29. November 2011
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Widmer.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Z.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Jürg Domenig,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Abschreibung der Klage,

Beschwerde gegen den Abschreibungsentscheid des Bezirksgerichts Landquart vom 21. Oktober 2011.

Die Präsidentin hat in Erwägung,
dass der Beschwerdeführer mit Klage vom 2. März 2011 beim Bezirksgericht Landquart beantragte, der Beschwerdegeger sei zu verplichten, ihm aus einem Arbeitsverhältnis die Beträge von Fr. 25'320.--, Fr. 900.-- und von Fr. 721.15 zu bezahlen;
dass der Präsident des Bezirksgerichts ein Gesuch des Beschwerdeführers, es sei ihm für das Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen mit Entscheid vom 17. Juni 2011 abwies und die vom Beschwerdeführer dagegen eingelegten Rechtsmittel erfolglos blieben;
dass der Beschwerdeführer den von ihm in der Folge geforderten Kostenvorschuss von Fr. 8'000.-- nicht innerhalb der angesetzten Frist leistete, worauf das Bezirksgericht die Klage am 21. Oktober 2011 als erledigt abschrieb;
dass der Beschwerdeführer gegen diesen Entscheid mit Eingabe vom 25. Oktober 2011 beim Bundesgericht Beschwerde erhob;
dass die Beschwerde nach Art. 75 Abs. 1 BGG gegen Entscheide letzter kantonaler Instanzen zulässig ist, wobei es sich bei diesen um obere Gerichte handeln muss (Art. 75 Abs. 2 Satz 1 BGG);
dass ein solches oberes Gericht zudem als Rechtsmittelinstanz entscheiden muss (Art. 75 Abs. 2 Satz 2 BGG), es sei denn, es liege einer der Ausnahmefälle von Art. 75 Abs. 2 lit. a bis c BGG vor (BGE 137 III 238 E. 2.2 in fine S. 240);
dass es sich beim Bezirksgericht, das den angefochtenen Entscheid gefällt hat, nicht um ein oberes kantonales Gericht handelt, das als Rechtsmittelinstanz entschieden hat;
dass somit auf die Beschwerde gegen den Entscheid des Bezirksgerichts nicht eingetreten werden kann (Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG);
dass in den Rechtsmitteln an das Bundesgericht zudem unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids dargelegt werden muss, welche Rechte der beschwerdeführenden Partei durch das kantonale Gericht verletzt worden sind, und solche Rügen zu begründen sind (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG);

dass die Eingabe vom 25. Oktober 2011 diesen Anforderungen offensichtlich nicht genügt, indem der Beschwerdeführer keine Rügen gegen den angefochtenen Entscheid erhebt, die den genannten Begründungsanforderungen genügen würden;
dass somit auf die Beschwerde auch mangels hinreichender Begründung nicht einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG);
dass ausnahmsweise auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten ist (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG);
dass der Beschwerdegegner keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung hat, da ihm aus dem bundesgerichtlichen Verfahren kein Aufwand entstanden ist (Art. 68 Abs. 1 BGG);

erkannt:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Es wird keine Parteientschädigung gesprochen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Bezirksgericht Landquart schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 29. November 2011
Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Klett

Der Gerichtsschreiber: Widmer

Schlagwörter

non-entryadmissibilityreasoning requirementcourt costsparty compensationlegal aidcost advance

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Admissibility of the federal appeal against the district court's dismissal order

Extrahierter Entscheid

The appeal is inadmissible because the challenged decision was not issued by an upper cantonal court acting as an appellate instance.

Extrahierte Begründung

Under Art. 75 BGG, a federal appeal lies only against decisions of last cantonal instances that are upper courts deciding as appeal courts, subject to exceptions not applicable here. The Bezirksgericht Landquart does not meet these requirements.

Kernrechtsfrage

Admissibility for insufficient reasoning

Extrahierter Entscheid

The appeal is also inadmissible because the filing did not address the challenged decision's reasoning with the required specificity.

Extrahierte Begründung

The appellant failed to show, by reference to the cantonal decision, which rights were violated and why, contrary to Arts. 42(2) and 106(2) BGG.

Kernrechtsfrage

Court costs and party compensation before the Federal Supreme Court

Extrahierter Entscheid

No court costs are levied and no party compensation is awarded.

Extrahierte Begründung

The court exceptionally waived costs under Art. 66(1) second sentence BGG; the respondent incurred no compensable expense under Art. 68(1) BGG.

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