Federal appeal inadmissible for insufficient reasoning

4A_625/2009Bundesgericht / I. zivilrechtliche Abteilung15.02.2010Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A man appealed to the Federal Supreme Court against a letter from the president of the Thurgau cantonal court that declined jurisdiction over prospective damages claims arising from his son’s criminal case. The Federal Supreme Court held that the filing did not satisfy the appeal’s reasoning requirements because it failed to identify any violated rights or properly challenge the cantonal reasoning. The appeal was therefore not entertained. Given the circumstances, the Court waived court costs.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 2 and Art. 106 Abs. 2 BGG; admissibility of a federal appeal: the appellant must, by reference to the contested reasoning, set out specifically which rights were violated; constitutional or fundamental-rights grievances are examined only if expressly raised and substantiated. A submission that merely announces an appeal without engaging with the challenged decision is manifestly insufficient. In such a case, non-entry follows under Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG. Court costs may be waived under Art. 66 Abs. 1 sentence 2 BGG where the circumstances so justify.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
4A_625/2009

Urteil vom 15. Februar 2010
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Leemann.

Parteien
A.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Obergericht des Kantons Thurgau,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Zuständigkeit,

Beschwerde gegen das Schreiben des Präsidenten des Obergerichts des Kantons Thurgau
vom 19. November 2009.
In Erwägung,
dass A.________ (Beschwerdeführer) dem Obergericht des Kantons Thurgau mehrere Schreiben zustellte, in denen er erklärte, gegen den Rechtsvertreter seines Sohnes sowie einen Untersuchungsrichter bzw. die Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit einem gegen seinen Sohn geführten Strafverfahren eine Schadenersatzklage einreichen zu wollen;
dass der Präsident des Obergerichts des Kantons Thurgau dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 19. November 2009 mitteilte, es fehle dem Obergericht die Zuständigkeit und ihn darauf hinwies, dass er sich für eine Schadenersatzklage gegen den Rechtsvertreter seines Sohnes an das zuständige Friedensrichteramt zu wenden habe, während für Schadensatzforderungen aus Amtshandlungen der Staatsanwaltschaft oder eines Untersuchungsrichters die Anklagekammer in Bischofszell zuständig sei;
dass der Beschwerdeführer dem Bundesgericht eine vom 9. Dezember 2009 datierte Eingabe einreichte, in der er erklärte, gegen den Entscheid des Präsidenten des Obergerichts des Kantons Thurgau vom 19. November 2009 Beschwerde einzureichen;
dass in den Rechtsmitteln an das Bundesgericht unter Bezugnahme auf die Erwägungen des kantonalen Entscheids dargelegt werden muss, welche Rechte der beschwerdeführenden Partei durch das kantonale Gericht verletzt worden sind (Art. 42 Abs. 2 BGG), wobei eine allfällige Verletzung der bundesrechtlichen Grundrechte oder kantonaler verfassungsmässiger Rechte vom Bundesgericht nicht von Amtes wegen geprüft wird, sondern nur dann, wenn entsprechende Rügen in der Beschwerdeschrift ausdrücklich erhoben und begründet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG);
dass die Eingabe des Beschwerdeführers vom 9. Dezember 2009 die erwähnten Begründungsanforderungen offensichtlich nicht erfüllt, weshalb auf die Beschwerde in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht eingetreten werden kann;
dass unter den gegebenen Umständen auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten ist (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG);

erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer und dem Obergericht des Kantons Thurgau schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 15. Februar 2010
Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Klett Leemann

Schlagwörter

inadmissibilityreasoning requirementsjurisdictioncourt costsfederal appeal

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the federal appeal met the reasoning requirements of Art. 42(2) and Art. 106(2) BGG

Extrahierter Entscheid

No. The submission did not explain which rights were violated or sufficiently substantiate any constitutional or fundamental-rights complaint.

Extrahierte Begründung

The appellant merely announced an appeal against the cantonal letter and did not engage with the reasons given by the cantonal authority, so the statutory pleading requirements were not satisfied.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged

Extrahierter Entscheid

No court costs were imposed in view of the circumstances.

Extrahierte Begründung

The Court exercised its discretion to waive costs under Art. 66(1) sentence 2 BGG.

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