Non-payment of advance costs leads to non-entry

4A_596/2010Bundesgericht / I. zivilrechtliche Abteilung15.12.2010Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A tenant appealed to the Federal Supreme Court against cantonal decisions in an eviction dispute but did not pay the ordered CHF 500 advance costs, even after a grace period. The Court held that the second order was deemed served because she had to ensure receipt at the address she had provided. As the advance payment was still missing, the Court did not enter into the complaint. It also waived court costs.

Omnilex-Regeste

Art. 62 Abs. 3 BGG, Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG; non-payment of the ordered advance costs after expiry of the supplementary deadline entails non-entry into the appeal. Service of a judicial order is deemed effective when the addressee, by leaving without leaving an address for service, frustrates delivery at the address indicated; the party must ensure receipt of court correspondence at the address provided (consid. 2). Under Art. 66 Abs. 1 second sentence BGG, the Federal Supreme Court may waive court costs in light of the circumstances.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
4A_596/2010

Urteil vom 15. Dezember 2010
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Huguenin.

Verfahrensbeteiligte
A.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Kanton Zürich, Immobilienamt der Baudirektion,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Beat Rohrer,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Ausweisung; Fristwiederherstellung,

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, vom 5. März 2010 und den Zirkulationsbeschluss des Kassationsgerichts des Kantons Zürich vom 31. August 2010.
In Erwägung,
dass das Mietgericht des Bezirkes Meilen der Beschwerdeführerin mit Urteil vom 26. November 2009 befahl, die Liegenschaft am X.________weg 4 in 8634 Hombrechtikon innert einer Frist von 30 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft des Urteils zu räumen;

dass das Obergerichts des Kantons Zürich mit Beschluss vom 5. März 2010 auf eine von der Beschwerdeführerin gegen das Urteil des Mietgerichts erhobene Berufung nicht eintrat;

dass die Beschwerdeführerin gegen diesen Entscheid kantonale Nichtigkeitsbeschwerde erhob, auf die das Kassationsgericht des Kantons Zürich mit Zirkulationsbeschluss vom 31. August 2010 nicht eintrat;

dass die Beschwerdeführerin dem Bundesgericht am 25. Oktober 2010 eine Beschwerdeschrift einreichte, in der sie beantragte, die Entscheide des Ober- und des Kassationsgerichts aufzuheben;

dass die Beschwerdeführerin vom Bundesgericht mit Verfügung vom 27. Oktober 2010 gemäss Art. 62 BGG aufgefordert wurde, bis 11. November 2010 einen Kostenvorschuss von Fr. 500.-- einzuzahlen;

dass der Empfang dieser Verfügung am 4. November 2010 bestätigt wurde;

dass innerhalb der angesetzten Frist keine Zahlung einging, weshalb der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 22. November 2010 unter Hinweis auf Art. 62 Abs. 3 BGG eine Nachfrist zur Zahlung des Kostenvorschusses bis 3. Dezember 2010 angesetzt wurde;

dass die entsprechende Sendung von der Post an das Bundesgericht zurückgeschickt wurde, wobei auf dem Briefumschlag vermerkt wurde, dass die Verfügung der Beschwerdeführerin nicht habe zugestellt werden können, weil sie ohne Adressangabe abgereist sei;

dass die Verfügung vom 22. November 2010 unter den gegebenen Umständen gemäss der Praxis des Bundesgerichts als zugestellt gilt, weil die Beschwerdeführerin dafür hätte sorgen müssen, dass die gerichtliche Sendung an der von ihr selbst angegebenen Adresse in Empfang genommen wird (BGE 119 V 89 E. 4b/aa S. 94);

dass der verlangte Kostenvorschuss auch innerhalb der mit der Verfügung vom 22. November 2010 angesetzten Nachfrist nicht bezahlt worden ist, weshalb auf die Beschwerde gestützt auf Art. 62 Abs. 3 BGG im Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG nicht einzutreten ist;

dass unter den gegebenen Umständen auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten ist (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG);

erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Obergericht des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, und dem Kassationsgericht des Kantons Zürich schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 15. Dezember 2010

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Klett Huguenin

Schlagwörter

evictionadvance costsnon-entryservice of processgrace periodcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complaint could be entered into despite non-payment of the required advance costs

Extrahierter Entscheid

No. Because the advance costs were not paid within the set time limit and the grace period, the Federal Supreme Court could not hear the complaint.

Extrahierte Begründung

Under Art. 62 Abs. 3 BGG, failure to pay the ordered advance costs after a supplementary deadline results in non-entry under Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG. The service of the second order was deemed effective because the appellant had to ensure receipt at the address she had provided.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged

Extrahierter Entscheid

No court costs were imposed in view of the circumstances.

Extrahierte Begründung

The court exercised its discretion and waived costs under Art. 66 Abs. 1 second sentence BGG.

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