Non-entry for insufficient substantiation of appeal

4A_576/2009Bundesgericht / I. zivilrechtliche Abteilung24.03.2010Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Court held that the appellant did not meet the federal substantiation requirements for a complaint challenging the cantonal decision on standing. She failed to show, with constitutional reasoning, how the Appellationshof had arbitrarily applied Bernese procedural law. The appeal was therefore manifestly inadmissible and no entry was made. Court costs of CHF 500 were charged to the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2 and Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG; requirements for a federal appeal challenging the application of cantonal law. An appeal must, in reference to the reasoning of the challenged decision, specifically state which rights were violated and substantiate the constitutional objections; the Federal Court does not examine constitutional violations ex officio. Complaints about cantonal law are admissible only as complaints of constitutional violation, in particular arbitrariness. If these substantiation requirements are not met, the appeal is manifestly inadmissible and non-entry is ordered. Costs follow the outcome under Art. 66 Abs. 1 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
4A_576/2009

Urteil vom 24. März 2010
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Hurni.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Fürsprecher André Gross,
Beschwerdeführerin,

gegen

Arbeitsgericht der Stadt Bern,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
arbeitsrechtliche Streitigkeit,

Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Bern, Appellationshof, 2. Zivilkammer, vom 16. Oktober 2009.

In Erwägung,
dass das Arbeitsgericht der Stadt Bern in einem zwischen Y.________ und der Beschwerdeführerin hängigen Verfahren mit Verfügung vom 7. August 2009 insbesondere festhielt, dass dem Kläger die Gewährung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege bestätigt werde;
dass die Beschwerdeführerin an das Obergericht des Kantons Bern gelangte, dessen Appellationshof mit Entscheid vom 16. Oktober 2009 auf die Beschwerde mangels Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführerin nicht eintrat;
dass die Beschwerdeführerin den Entscheid des Appellationshofs am 16. November 2009 mit Beschwerde beim Bundesgericht anfocht;
dass die Beschwerdeführerin gleichzeitig ein Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung stellte, welches mit Präsidialverfügung vom 14. Dezember 2009 gutgeheissen wurde;
dass in einer Beschwerde an das Bundesgericht unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides dargelegt werden muss, welche Rechte der beschwerdeführenden Partei durch das kantonale Gericht verletzt worden sind (Art. 42 Abs. 2 BGG), wobei eine allfällige Verletzung der bundesrechtlichen Verfassungsrechte vom Bundesgericht nicht von Amtes wegen geprüft wird, sondern nur dann, wenn solche Rügen in der Beschwerdeschrift ausdrücklich erhoben und begründet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG);
dass die Verletzung kantonalen Rechts nur unter dem Aspekt des Verstosses gegen verfassungsmässige Rechte gerügt werden kann (Art. 95 BGG e contrario);
dass die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde darzulegen versucht, dass sie gestützt auf die Bestimmungen der Berner Zivilprozessordnung zur Beschwerde vor der Vorinstanz legitimiert sei, dabei aber nicht in einer den Begründungsanforderungen gemäss Art. 106 Abs. 2 BGG genügenden Weise darlegt, inwiefern die Vorinstanz das bernische Recht willkürlich bzw. anderweitig unter Verletzung verfassungsmässiger Rechte angewendet hätte;
dass demzufolge auf die offensichtlich unzulässige Beschwerde im Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG nicht einzutreten ist;
dass die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens dem Verfahrensausgang entsprechend der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 BGG);

erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern, Appellationshof, 2. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 24. März 2010

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Klett Hurni

Schlagwörter

legal aidstandingsubstantiation requirementconstitutional complaintarbitrarinessnon-entrycourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appellant sufficiently substantiated a constitutional complaint against the cantonal finding of lack of standing.

Extrahierter Entscheid

No. The appeal did not explain in a legally sufficient manner how the cantonal court had arbitrarily or otherwise unconstitutionally applied Bernese procedural law.

Extrahierte Begründung

Under Art. 42(2) and Art. 106(2) BGG, the appellant had to identify the rights violated and substantiate constitutional objections specifically; merely arguing entitlement to appeal under cantonal law was insufficient.

Kernrechtsfrage

Whether the Federal Court could enter into the appeal despite the deficiency.

Extrahierter Entscheid

No. The appeal was manifestly inadmissible and had to be dismissed by non-entry.

Extrahierte Begründung

Because the appeal failed to meet the federal substantiation requirements, the case fell under summary non-entry under Art. 108(1)(a) BGG.

Kernrechtsfrage

Allocation of federal court costs.

Extrahierter Entscheid

Costs were charged to the appellant in line with the outcome.

Extrahierte Begründung

The losing party bears the costs under Art. 66(1) BGG.

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