Non-entry for insufficiently reasoned challenge to CAS award

4A_574/2009Bundesgericht / I. zivilrechtliche Abteilung04.02.2010Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The appellant challenged a CAS decision in the Swiss Federal Supreme Court. The Court noted that international arbitration appeals are limited to the grounds of Article 190(2) PILA and must be specifically reasoned under Article 77(3) BGG. The appellant only invoked a generic violation of the right to defense without showing a legally relevant ground. The complaint was therefore inadmissible and the Court did not enter into it under Article 108(1)(a) BGG. In view of the circumstances, no court costs were charged.

Omnilex-Regeste

Art. 77 Abs. 1 und 3 BGG; Art. 190 Abs. 2 IPRG; Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG; Art. 66 Abs. 1 BGG: An appeal in international arbitration is admissible only for the exhaustively listed grounds of Article 190(2) PILA and only insofar as these grounds are specifically invoked and reasoned. A merely abstract allegation, such as a general violation of the right to defense, does not satisfy the strict reasoning requirement. Where the appeal is manifestly inadmissible for lack of legally sufficient motivation, the Court does not enter into the merits. Under the circumstances, court costs may be waived (consid. 2-3).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
4A_574/2009

Urteil vom 4. Februar 2010
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Hurni.

Parteien
A.________,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin Monica Dairatani,

gegen

Agen?ia X.________,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Nichteintreten,

Beschwerde gegen den Entscheid des Tribunal Arbitral du Sport (TAS) vom 9. April 2008.
In Erwägung,
dass das Tribunal Arbitral du Sport (TAS) mit Entscheid vom 9. April 2008 nicht auf die Berufung der Beschwerdeführerin gegen das Urteil der Berufungskommission der rumänischen Anti-Doping-Agentur vom 25. Januar 2008 eingetreten ist;
dass die Beschwerdeführerin dem Bundesgericht zwei undatierte, am 11. November 2009 bzw. 17. Dezember 2009 der rumänischen Post übergebene Eingaben einreichte, aus denen sich ergibt, dass sie den Entscheid des TAS beim Bundesgericht anfechten will;
dass die Beschwerde innerhalb von dreissig Tagen seit der Zustellung des angefochtenen Entscheides beim Bundesgerichts eingereicht werden musste (Art. 100 Abs. 1 BGG);
dass den Akten keine Empfangsbescheinigung entnommen werden kann, sich aus einer am 29. April 2008 beim TAS eingegangenen Eingabe der Beschwerdeführerin jedoch ergibt, dass die Beschwerdeführerin jedenfalls vor diesem Datum vom angefochtenen Entscheid Kenntnis erhalten hatte;
dass aus den nachfolgenden Gründen aber letztlich offen gelassen werden kann, ob die am 11. bzw. 17. Dezember 2009 der rumänischen Post übergebene Beschwerdeschrift dem Bundesgericht fristgerecht eingereicht wurde;
dass im Bereich der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit die Beschwerde in Zivilsachen unter den Voraussetzungen der Art. 190-192 IPRG zulässig ist (Art. 77 Abs. 1 BGG);
dass sich der Sitz des Schiedsgerichts vorliegend in Lausanne befindet, die Parteien im relevanten Zeitpunkt weder ihren Sitz bzw. Wohnsitz noch ihren gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz hatten und die Parteien die Bestimmungen des 12. Kapitels des IPRG nicht schriftlich ausgeschlossen haben, weshalb diese zur Anwendung gelangen (Art. 176 Abs. 1 und 2 IPRG);
dass gegen internationale Schiedsentscheide allein die Rügen zulässig sind, die in Art. 190 Abs. 2 IPRG abschliessend aufgezählt sind (BGE 134 III 186 E. 5 S. 187; 128 III 50 E. 1a S. 53; 127 III 279 E. 1a S. 282);
dass das Bundesgericht nach Art. 77 Abs. 3 BGG nur die Rügen prüft, die in der Beschwerde vorgebracht und begründet worden sind;
dass die Beschwerdeführerin lediglich pauschal die Verletzung ihres "Verteidigungsrechts" ("right to defense") rügt, ohne aufzuzeigen, inwiefern die Vorinstanz dadurch eine Rechtsverletzung im Sinne der in Art. 190 Abs. 2 IPRG vorgesehenen Rügegründe begangen hätte;
dass demzufolge auf die mangels rechtsgenüglicher Begründung offensichtlich unzulässige Beschwerde im Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG nicht einzutreten ist;
dass unter den gegebenen Umständen auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten ist (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG);

erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Tribunal Arbitral du Sport schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 4. Februar 2010
Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Klett Hurni

Schlagwörter

arbitrationinadmissibilityreasoning requirementright of defensecourt costsnon-entry

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the challenge to the CAS award was filed in time

Extrahierter Entscheid

The Court left the timeliness question open.

Extrahierte Begründung

Although the record did not show the exact receipt date, a filing at the CAS showed the appellant knew of the award by 29 April 2008; the Court ultimately did not decide timeliness because another ground was decisive.

Kernrechtsfrage

Whether the complaint stated admissible and sufficiently reasoned grounds under Article 190(2) PILA

Extrahierter Entscheid

No. A generic reference to a violation of the right to defense was insufficient.

Extrahierte Begründung

In international arbitration only the exhaustive grounds of Article 190(2) PILA may be invoked, and the Federal Supreme Court examines only properly raised and reasoned grievances. The appellant failed to explain how the arbitral tribunal committed a legally relevant violation.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged

Extrahierter Entscheid

No court costs were levied.

Extrahierte Begründung

Given the circumstances, the Court waived costs under Article 66(1) BGG.

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