Federal appeal inadmissible for insufficient reasoning

4A_572/2009Bundesgericht / I. zivilrechtliche Abteilung25.01.2010Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The appellant challenged a cantonal decision refusing him legal aid for his appeal in a tort case. Before the Federal Supreme Court, he also attacked the district court judgment, although that part was not based on a cantonal final decision. The court held that the submission did not meet the BGG reasoning requirements and did not properly address the cantonal court’s findings. The appeal was therefore not entered into. In view of the circumstances, no court costs were imposed.

Omnilex-Regeste

Art. 75 Abs. 1, Art. 42 Abs. 2, Art. 105 Abs. 1-2, Art. 106 Abs. 2 und Art. 108 Abs. 1 lit. a und b BGG; requirements of a federal appeal and non-entry for insufficient reasoning. A submission that criticizes also a non-final first-instance judgment is inadmissible to that extent. As to the cantonal decision, the appellant must, by reference to the grounds of the challenged judgment, specifically show which federal rights were violated; mere criticism is insufficient. Allegations directed against factual findings require precise invocation of manifest inaccuracy or legal error. If these requirements are not met, the appeal is not entered into. Costs may exceptionally be waived under Art. 66 Abs. 1 second sentence BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
4A_572/2009

Urteil vom 25. Januar 2010
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Huguenin.

Parteien
A.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Obergericht des Kantons Luzern, I. Kammer,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
unentgeltliche Prozessführung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Luzern vom 27. Oktober 2009.
In Erwägung,
dass der Beschwerdeführer Klage wegen unerlaubter Handlung erhob und die Zahlung von Fr. 4'000.-- Schadenersatz und Fr. 96'000.-- Genugtuung verlangte;

dass das Amtsgericht Hochdorf die Klage mit Urteil vom 23. September 2009 abwies, wobei es seinen Entscheid damit begründete, dass der Beschwerdeführer seine Behauptungen betreffend den erlittenen Schaden nicht ausreichend substanziiert habe und dass nach den gegebenen Umständen keine Genugtuung im Sinne von Art. 49 Abs. 2 OR geschuldet sei, weil die Persönlichkeitsverletzung nicht als schwer zu betrachten sei;

dass der Beschwerdeführer dieses Urteil mit Appellation beim Obergericht des Kantons Luzern anfocht und um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für dieses Verfahren ersuchte;

dass das Obergericht das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege für das Appellationsverfahren mit Entscheid vom 27. Oktober 2009 wegen Aussichtslosigkeit der Appellation abwies;

dass der Beschwerdeführer dem Bundesgericht eine vom 14. November 2009 datierte Eingabe einreichte, in der er erklärte, den Entscheid des Obergerichts vom 27. Oktober 2009 mit Beschwerde anzufechten;

dass von vornherein auf die Beschwerde nicht einzutreten ist, soweit in der Begründung nicht nur der Entscheid des Obergerichts, sondern auch jener des Amtsgerichts kritisiert wird, da es sich dabei nicht um einen kantonal letztinstanzlichen Entscheid handelt (Art. 75 Abs. 1 BGG);

dass in einer Beschwerde an das Bundesgericht unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides dargelegt werden muss, welche Rechte der beschwerdeführenden Partei durch das kantonale Gericht verletzt worden sind (Art. 42 Abs. 2 BGG), wobei eine allfällige Verletzung der bundesrechtlichen Verfassungsrechte vom Bundesgericht nicht von Amtes wegen geprüft wird, sondern nur dann, wenn entsprechende Rügen in der Beschwerdeschrift ausdrücklich erhoben und begründet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG);

dass das Bundesgericht seinem Entscheid den Sachverhalt zugrunde legt, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG), und es davon nur abweichen kann, wenn eine Sachverhaltsfeststellung offensichtlich unrichtig, mithin willkürlich ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG), was die beschwerdeführende Partei präzise geltend zu machen hat;

dass die Eingabe des Beschwerdeführers vom 14. November 2009 diesen Begründungsanforderungen offensichtlich nicht genügt, soweit damit der Entscheid des Obergerichts kritisiert wird;

dass aus diesen Gründen auf die Beschwerde als Ganzes in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. a und b BGG nicht einzutreten ist;

dass unter den gegebenen Umständen auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten ist (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG);

erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer und dem Obergericht des Kantons Luzern schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 25. Januar 2010
Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Klett Huguenin

Schlagwörter

legal aidinadmissibilityreasoning requirementcantonal final decisionfederal appealcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the federal appeal met the admissibility and reasoning requirements under the BGG.

Extrahierter Entscheid

It did not; the submission failed to identify, with the required precision, which federal rights were violated by the cantonal decision.

Extrahierte Begründung

The appellant also attacked the district court judgment, which is not a cantonal final decision. As to the cantonal decision, the appeal did not satisfy the specific reasoning duty of Art. 42(2) BGG and the requirements for challenging facts under Art. 105(1)-(2) and Art. 106(2) BGG.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged for the federal proceedings.

Extrahierter Entscheid

No court costs were imposed in the circumstances.

Extrahierte Begründung

Given the circumstances of the case, the court exercised its discretion to waive costs under Art. 66(1) second sentence BGG.

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