Federal appeal inadmissible for insufficient reasoning

4A_46/2012Bundesgericht / I. zivilrechtliche Abteilung13.02.2012Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court held that the appellant's complaint against the Zurich cantonal decision on legal aid did not satisfy the federal reasoning requirements. Because the filing failed to clearly address the challenged decision and instead mixed criticism of the cantonal president's ruling and the peace judge's conduct, the Court did not enter into the complaint under Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG. The request for legal aid before the Federal Supreme Court was denied as the appeal was hopeless, and court costs of CHF 500 were charged to the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 1, Art. 106 Abs. 2, Art. 108 Abs. 1 lit. b, Art. 64 Abs. 1 and Art. 66 Abs. 1 BGG; admissibility of a federal complaint and denial of legal aid for lack of prospects. A complaint to the Federal Supreme Court must, by reference to the reasoning of the challenged judgment, specify which rights were violated; merely appellatory criticism or a mixture of objections against different cantonal decisions does not satisfy the duty to state reasons. Constitutional grievances are reviewed only if expressly invoked and substantiated. If the complaint is manifestly insufficiently reasoned, non-entry is ordered; hopelessness then precludes legal aid, and costs are borne by the unsuccessful appellant.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
4A_46/2012

Urteil vom 13. Februar 2012
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Huguenin.

Verfahrensbeteiligte
A.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Obergericht des Kantons Zürich, II. Zivilkammer,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
unentgeltliche Prozessführung,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, vom 30. November 2011.
In Erwägung,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 2. September 2011 beim Friedensrichteramt Zürich Kreise 7 und 8 ein Schlichtungsgesuch betreffend eine Schadenersatzforderung gegen Rechtsanwalt Dr. B.________ einreichte und gleichzeitig um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ersuchte;

dass der Präsident des Obergerichts des Kantons Zürich mit Urteil vom 30. September 2011 das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege mit der Begründung abwies, dass die gemäss Art. 117 ZPO erforderliche Voraussetzung der Bedürftigkeit nicht gegeben sei;

dass der Beschwerdeführer diesen Entscheid beim Obergericht des Kantons Zürich anfocht, das mit Urteil vom 30. November 2011 die Beschwerde abwies und das Urteil des Präsidenten des Obergerichts vom 30. September 2011 bestätigte;

dass der Beschwerdeführer dem Bundesgericht eine vom 19. Januar 2012 datierte Eingabe einreichte, in der er erklärte, das Urteil des Obergerichts vom 30. November 2011 mit Beschwerde anzufechten;

dass von vornherein nicht auf die Beschwerde einzutreten ist, soweit der Beschwerdeführer in der Rechtsschrift vom 19. Januar 2012 auch das Urteil des Obergerichtspräsidenten vom 30. September 2011 kritisiert, da es sich dabei nicht um einen kantonal letztinstanzlichen Entscheid im Sinne von Art. 75 Abs. 1 BGG handelt;
dass in einer Beschwerde an das Bundesgericht unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides dargelegt werden muss, welche Rechte der beschwerdeführenden Partei durch das kantonale Gericht verletzt worden sind (Art. 42 Abs. 1 BGG), wobei eine allfällige Verletzung der bundesrechtlichen Verfassungsrechte vom Bundesgericht nicht von Amtes wegen geprüft wird, sondern nur dann, wenn solche Rügen in der Beschwerdeschrift ausdrücklich erhoben und begründet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG);
dass das Bundesgericht seinem Entscheid den Sachverhalt zugrunde legt, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG), und es davon nur abweichen kann, wenn eine Sachverhaltsfeststellung offensichtlich unrichtig, mithin willkürlich ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 97 Abs. 1 und Art. 105 Abs. 2 BGG), was die beschwerdeführende Partei präzise geltend zu machen hat;

dass es demnach nicht angeht, in einer Beschwerde an das Bundesgericht appellatorische Kritik an der Beweiswürdigung des kantonalen Gerichts zu üben und Ergänzungen bezüglich der tatsächlichen Feststellungen vorzunehmen, als ob dem Bundesgericht im Beschwerdeverfahren die freie Prüfung aller Tatfragen zukäme (BGE 134 II 244 E. 2.2; 133 II 249 E. 1.4.3 S. 254 f.; 130 I 258 E. 1.3 S. 261 f.);

dass die Rechtsschrift vom 19. Januar 2012 den erwähnten Begründungsanforderungen offensichtlich nicht genügt, vor allem weil die Kritik am angefochtenen Entscheid mit jener am Entscheid des Obergerichtspräsidenten vom 30. September 2011 und am Verhalten des Friedensrichters vermischt wird, sodass nicht erkennbar wird, inwiefern das Obergericht mit dem angefochtenen Entscheid gegen die in der Beschwerdeschrift angerufenen Gesetzesvorschriften verstossen haben soll;

dass demnach auf die Beschwerde mangels hinreichender Begründung im Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht einzutreten ist;

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das bundesgerichtliche Verfahren, über das unter den gegebenen Umständen nicht vorgängig separat entschieden werden musste (vgl. Urteil 4A_20/2011 vom 11. April 2011 E. 7.2.2), wegen Aussichtslosigkeit der Beschwerde abzuweisen ist (Art. 64 Abs. 1 BGG);

dass die Gerichtskosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 BGG);

erkennt die Präsidentin:

1.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewiesen.

2.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer und dem Obergericht des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 13. Februar 2012

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Klett

Der Gerichtsschreiber: Huguenin

Schlagwörter

legal aidadmissibilityreasoning requirementconstitutional complaintappellatory criticismcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the federal complaint met the reasoning requirements for admissibility.

Extrahierter Entscheid

It did not; the complaint mixed criticism of different decisions and failed to show, in a comprehensible way, which federal rights the cantonal court had violated.

Extrahierte Begründung

A federal complaint must identify the challenged reasoning and specify the rights allegedly violated; the Court does not review constitutional claims ex officio and does not entertain merely appellatory criticism of fact-finding.

Kernrechtsfrage

Whether the appellant was entitled to legal aid in the federal proceedings.

Extrahierter Entscheid

No; the request had to be denied because the complaint was hopeless.

Extrahierte Begründung

Since the complaint was not sufficiently reasoned and thus incapable of success, legal aid could not be granted.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be imposed on the appellant.

Extrahierter Entscheid

Yes; the appellant had to bear the federal court costs.

Extrahierte Begründung

As the proceeding was not successful, costs were charged to the appellant under the general cost rule.

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