Federal appeal dismissed for lack of admissibility

4A_400/2009Bundesgericht / I. zivilrechtliche Abteilung19.10.2009Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court dealt with a complaint against a cantonal refusal of free legal aid and the associated order to provide security for costs. The appellant also sought a stay of the federal proceedings. The Court rejected the stay request, refused to enter into the complaint insofar as it targeted the first-instance cantonal order because that order was not a final decision, and held that the challenge to the appellate cantonal decision was insufficiently reasoned. The complaint was therefore not entered into as a whole. No court costs were imposed.

Omnilex-Regeste

Art. 75 Abs. 1, Art. 113, Art. 42 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2, Art. 117 and Art. 108 Abs. 1 lit. a and b BGG; admissibility and reasoning requirements of a complaint to the Federal Supreme Court. A cantonal decision is challengeable only if it is final within the meaning of the Federal Supreme Court Act. A complaint must, by reference to the reasons of the challenged decision, specifically demonstrate which rights were violated; mere invocation of statutory provisions or constitutional rights is insufficient. The Court examines constitutional grievances only if expressly raised and reasoned. Failing these requirements, the Court may decline entry without examining the merits. In exceptional circumstances, no costs may be charged under Art. 66 Abs. 1 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
4A_400/2009

Urteil vom 19. Oktober 2009
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Huguenin.

Parteien
A.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Obergericht des Kantons Bern, Appellationshof, 1. Zivilkammer,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
unentgeltliche Rechtspflege,

Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts
des Kantons Bern, Appellationshof, 1.Zivilkammer,
vom 3. Juni 2009.
In Erwägung,
dass der Gerichtspräsident 4 des Gerichtskreises X Thun mit Entscheid vom 2. April 2009 das Gesuch des Beschwerdeführers um Erteilung des Rechts zur unentgeltlichen Rechtspflege abwies und diesen aufforderte, innert 20 Tagen eine Kostensicherheit von Fr. 4'000.-- zu leisten, mit Hinweis darauf, dass Nichtleistung der Sicherheit kostenfällige Rückweisung der Klage zur Folge habe;

dass der Beschwerdeführer beim Obergericht des Kantons Bern Rekurs erhob, dessen Appellationshof das Rechtsmittel mit Entscheid vom 3. Juni 2009 abwies;

dass der Beschwerdeführer dem Bundesgericht eine vom 17. August 2009 datierte Eingabe einreichte, in der er erklärte, die beiden kantonalen Entscheide mit Beschwerde anzufechten;

dass der Beschwerdeführer dem Bundesgericht zwei weitere, vom 25. und 27. August 2009 datierte Eingaben einreichte;

dass das vom Beschwerdeführer gestellte Sistierungsgesuch abzuweisen ist, weil unter den gegebenen Umständen kein Grund für die Sistierung des bundesgerichtlichen Verfahren ersichtlich ist;

dass von vornherein auf die Beschwerde nicht einzutreten ist, soweit damit auch der Entscheid des Gerichtspräsidenten 4 des Gerichtskreises X Thun angefochten wird, weil es sich dabei nicht um einen letztinstanzlichen Entscheid im Sinne von Art. 75 Abs. 1 bzw. Art. 113 BGG handelt;

dass in einer Beschwerde an das Bundesgericht unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides dargelegt werden muss, welche Rechte der beschwerdeführenden Partei durch das kantonale Gericht verletzt worden sind (Art. 42 Abs. 2 BGG), wobei eine allfällige Verletzung der bundesrechtlichen Verfassungsrechte vom Bundesgericht nicht von Amtes wegen geprüft wird, sondern nur dann, wenn entsprechende Rügen in der Beschwerdeschrift ausdrücklich erhoben und begründet werden (Art. 106 Abs. 2 und Art. 117 BGG);

dass in den Eingaben des Beschwerdeführers zwar von der Verletzung des Obligationenrechts sowie von Art. 9 und 29 BV die Rede ist, dass damit aber nicht ausreichend und in verständlicher Weise auf die Einzelheiten der Entscheidbegründung des Appellationshofs eingegangen wird, sodass nicht erkennbar ist, inwiefern dessen Entscheid gegen die vom Beschwerdeführer angerufenen Bestimmungen verstossen soll;

dass somit die Beschwerde nicht hinreichend begründet wurde, soweit damit der Entscheid des Appellationshofes angefochten wird;

dass aus diesen Gründen auf die Beschwerde als Ganzes in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. a und b BGG nicht einzutreten ist;

dass unter den gegebenen Umständen auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten ist (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG);

erkennt die Präsidentin:

1.
Das Gesuch um Sistierung des bundesgerichtlichen Verfahrens wird abgewiesen.

2.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

3.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 19. Oktober 2009
Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Klett Huguenin

Schlagwörter

free legal aidcost securityadmissibilityreasoned complaintnon-entryconstitutional complaintcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the federal proceedings should be suspended

Extrahierter Entscheid

No circumstances justified suspending the federal proceedings.

Extrahierte Begründung

The Court found no reason to stay the case on the facts presented.

Kernrechtsfrage

Whether the complaint against the Thun court president's decision was admissible

Extrahierter Entscheid

The complaint was inadmissible insofar as it challenged the first-instance decision, because that decision was not a final cantonal decision under the Federal Supreme Court Act.

Extrahierte Begründung

Only a final cantonal decision may be challenged in this way; the cited order did not meet that requirement.

Kernrechtsfrage

Whether the complaint against the Bern appellate court decision was sufficiently reasoned

Extrahierter Entscheid

The complaint was not sufficiently reasoned and therefore could not be examined on the merits.

Extrahierte Begründung

Although the appellant mentioned breach of the Code of Obligations and constitutional rights, he did not engage in a clear and comprehensible way with the appellate court's reasoning, as required by the Federal Supreme Court Act.

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