Inadmissibility for insufficiently reasoned civil complaint

4A_382/2009Bundesgericht / I. zivilrechtliche Abteilung22.09.2009Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court dealt with a civil complaint against a Basel-Stadt appellate decision confirming that the disputed relationship was not an employment contract and upholding the arbitral court's refusal to hear the case for lack of functional jurisdiction. The complainant's filing did not meet the statutory reasoning requirements because it did not explain, with reference to the cantonal decision, which rights had been violated. The Court therefore declined to enter into the complaint. It also rejected the request for court-appointed counsel because the matter was hopeless, and it waived court costs.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2, Art. 108 Abs. 1 lit. b, Art. 64 Abs. 1 and Art. 66 Abs. 1 BGG; requirements for a civil complaint before the Federal Supreme Court and consequences of insufficient reasoning. A complaint must, in light of the challenged reasoning, set out in a substantiated manner which federal rights were violated; mere disagreement with the lower-court decision is insufficient. Constitutional guarantees are examined only if expressly invoked and reasoned. If the complaint fails to satisfy these formal substantiation requirements, the Court does not enter into the matter. Legal aid is refused where the remedy appears hopeless; in such circumstances, court costs may be waived.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
4A_382/2009

Urteil vom 22. September 2009
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Huguenin.

Parteien
A.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

X.________ SA,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Qualifikation des Vertrages; Zuständigkeit,

Beschwerde gegen das Urteil des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt, Ausschuss, vom 3. Juni 2009.
In Erwägung,
dass das Gewerbliche Schiedsgericht von Basel-Stadt mit Urteil vom 8. Dezember 2008 auf die Klage der Beschwerdeführerin mangels funktioneller Zuständigkeit nicht eintrat;

dass das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt die Beschwerde der Beschwerdeführerin mit Urteil vom 3. Juni 2009 abwies, wobei es in der Urteilsbegründung die Auffassung des Gewerblichen Schiedsgerichts bestätigte, dass das Rechtsverhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin, das Gegenstand der Streitigkeit bildet, nicht als Arbeitsvertrag zu qualifizieren sei;

dass die Beschwerdeführerin dem Bundesgericht eine vom 22. August 2009 datierte Eingabe einreichte, in der sie erklärte, den Entscheid des Appellationsgerichts mit Beschwerde in Zivilsachen beim Bundesgericht anzufechten;

dass in einer Beschwerde an das Bundesgericht unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides dargelegt werden muss, welche Rechte der beschwerdeführenden Partei durch das kantonale Gericht verletzt worden sind (Art. 42 Abs. 2 BGG), wobei eine allfällige Verletzung der bundesrechtlichen Verfassungsrechte vom Bundesgericht nicht von Amtes wegen geprüft wird, sondern nur dann, wenn solche Rügen in der Beschwerdeschrift ausdrücklich erhoben und begründet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG);

dass die Anwendung des kantonalen Zivilprozessrechts durch die Vorinstanz vom Bundesgericht einzig unter dem Blickwinkel eines Verstosses gegen Bundesrecht bzw. gegen Bundesverfassungsrecht überprüft werden könnte (Art. 95 BGG; BGE 133 III 462 E. 2.3 S. 466; BGE 134 II 349 E. 3 S. 351), was aber - wie bereits festgehalten - das Vorbringen entsprechender Rügen in der Beschwerdeschrift voraussetzen würde;

dass die Eingabe der Beschwerdeführerin vom 22. August 2009 diesen Begründungsanforderungen offensichtlich nicht genügt, weshalb auf die Beschwerde mangels hinreichender Begründung nicht einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG);

dass das Gesuch um Beiordnung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters wegen Aussichtslosigkeit der Beschwerde abzuweisen ist (Art. 64 Abs. 1 BGG);
dass unter den gegebenen Umständen auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten ist (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG);

erkennt die Präsidentin:

1.
Das Gesuch um Beiordnung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters wird abgewiesen.

2.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

3.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt, Ausschuss, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 22. September 2009
Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Klett Huguenin

Schlagwörter

inadmissibilityinsufficient reasoninglegal aidcourt costsemployment contract qualificationfunctional jurisdiction

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the civil complaint met the Federal Supreme Court's reasoning requirements.

Extrahierter Entscheid

No. The submission did not sufficiently explain which rights were violated and therefore could not be examined on the merits.

Extrahierte Begründung

A federal complaint must engage with the reasoning of the challenged decision and specify the alleged violations; constitutional rights are reviewed only if expressly raised and substantiated. The filing did not satisfy these requirements.

Kernrechtsfrage

Whether the applicant was entitled to court-appointed counsel.

Extrahierter Entscheid

No, because the complaint had no prospects of success.

Extrahierte Begründung

Unsuccessful or hopeless proceedings do not justify the appointment of counsel under the legal-aid provision.

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