Membership in vocational training fund; inadmissible constitutional complaint

4A_365/2009Bundesgericht / I. zivilrechtliche Abteilung07.01.2010Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court treated the filing as a subsidiary constitutional complaint because no reviewable fundamental legal question existed. Most arguments did not satisfy the strict reasoning requirements for constitutional complaints, so they were not considered. The only examined claim, that the cantonal courts had arbitrarily interpreted and applied Art. 60(3) BBG in holding the appellant liable for a CHF 230 contribution to the Schreiner vocational training fund, was rejected. The complaint was dismissed insofar as admissible, and court costs of CHF 500 were imposed on the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 113 ff., 116, 42 Abs. 2, 106 Abs. 2, 117 BGG; subsidiäre Verfassungsbeschwerde and requirements of reasoning. A filing that does not involve a legally cognizable fundamental question is to be treated as a subsidiary constitutional complaint. Such a remedy allows only the invocation of constitutional rights and requires specific, reasoned challenge to the cantonal decision. General assertions and unparticularized criticism are insufficient. An arbitrariness complaint against the interpretation and application of cantonal or federal law must demonstrate, with reference to the reasons of the challenged judgment, that the solution is manifestly untenable; absent such showing, the complaint is dismissed under Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG (cf. consid. 2-4).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
4A_365/2009

Urteil vom 7. Januar 2010
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Bundesrichterin Rottenberg Liatowitsch,
Bundesrichter Kolly,
Gerichtsschreiber Huguenin.

Parteien
A.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Verband X.________,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Berufsbildungsfonds,

Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Zürich, III. Zivilkammer, vom 10. Juli 2009.
In Erwägung,
dass der Beschwerdeführer mit Klage vom 13. August 2008 den Antrag stellte, es sei festzustellen, dass die mit Zahlungsbefehl vom 23. Juli 2008 in der Betreibung Nr. 41'626 des Betreibungsamtes Wädenswil betriebene Forderung im Betrage von Fr. 230.-- nebst 5 % Zins seit 23. Dezember 2007 nicht besteht;

dass der Einzelrichter im beschleunigten Verfahren am Bezirksgericht Horgen die Klage des Beschwerdeführers mit Urteil vom 5. März 2009 abwies;

dass in der Urteilsbegründung festgehalten wurde, dass der Beschwerdeführer, der eine Schreinerei betreibe, aufgrund von Art. 60 Abs. 3 des Berufsbildungsgesetzes (abgekürzt: BBG) dem am 1. Juli 2005 vom Bundesrat für allgemein verbindlich erklärten Reglement betreffend den Berufsbildungsfonds der Schreiner (abgekürzt: BBF-S) unterstanden habe und deshalb gemäss Art. 4 des Bundesratsbeschlusses für das Jahr 2007 dem Beschwerdegegner den Grundbeitrag von Fr. 230.-- schulde;

dass der Beschwerdeführer das Urteil des Einzelrichters mit Nichtigkeitsbeschwerde anfocht, die vom Obergericht des Kantons Zürich mit Zirkular-Erledigungsbeschluss vom 10. Juli 2009 abgewiesen wurde, soweit darauf einzutreten war;

dass der Beschwerdeführer dem Bundesgericht eine Beschwerde in Zivilsachen einreichte, mit der er die Aufhebung beider kantonaler Entscheide beantragte;

dass der Beschwerdeführer in der Beschwerdeschrift geltend macht, es stelle sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung im Sinne von Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG, weil in Bezug auf die Frage der Unterstellung von Aussenstehenden und Personen, die keine Arbeitgeber sind, unter den Berufsbildungsfonds zwei widersprüchliche Urteile ergangen seien (Urteile des Einzelrichters im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Horgen vom 3. April 2007 und vom 9. Oktober 2007);

dass entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers kein Widerspruch zwischen den beiden Urteilen besteht, worauf bereits im Urteil vom 9. Oktober 2007 ausdrücklich hingewiesen wurde (Erwägung 4), weil in jenem Fall die Verpflichtung zur Einreichung eines Arbeitnehmerverzeichnisses streitig war, die für das Jahr 2005 für den Beschwerdeführer nicht galt, weil diese Verpflichtung im W/G-GAV (Weiterbildungs- und Gesundheitsschutz-GAV für das Schreinergewerbe) nicht vorgesehen war, dagegen in den GAV 2001-2005 und GAV 2005-2008, die aber für das Jahr 2005 nicht allgemein verbindlich erklärt worden waren;

dass die Eingabe des Beschwerdeführers damit als subsidiäre Verfassungsbeschwerde im Sinne der Art. 113 ff. BGG zu behandeln ist;

dass mit einer solchen Beschwerde ausschliesslich die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden kann (Art. 116 BGG);

dass in der Beschwerdeschrift dargelegt werden muss, welche verfassungsmässigen Rechte durch das kantonale Gericht bzw. die kantonalen Gerichte verletzt worden sind, und solche Rügen unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides bzw. der angefochtenen Entscheide zu begründen sind (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 117 BGG);

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers in seiner Beschwerdeschrift diesen Begründungsanforderungen mit Ausnahme der nachfolgend behandelten, auf Seite 16 der Beschwerdeschrift erhobenen Rüge nicht genügen, weshalb insoweit auf die Beschwerde nicht einzutreten ist;

dass der Beschwerdeführer mit dieser Rüge geltend macht, die kantonalen Gerichte hätten Art. 60 Abs. 3 BBG willkürlich ausgelegt und angewendet;

dass diese Rüge unbegründet ist und insoweit auf die zutreffenden Urteilserwägungen des Obergerichts (S. 6 und 7) und des Bezirksgerichts (S. 5 ff.) verwiesen werden kann (Art. 109 Abs. 3 BGG);

dass aus diesen Gründen die Beschwerde im Verfahren nach Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG abzuweisen ist, soweit auf sie eingetreten werden kann;

dass die Gerichtskosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 BGG);

erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, III. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 7. Januar 2010
Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Klett Huguenin

Schlagwörter

vocational training fundconstitutional complaintarbitrarinessreasoned appealcourt costssubsidy contribution

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the federal appeal raised a reviewable constitutional complaint and met the Federal Supreme Court's reasoning requirements.

Extrahierter Entscheid

The filing had to be treated as a subsidiary constitutional complaint, but most arguments failed to satisfy the strict pleading requirements; only one arbitrariness claim was examined.

Extrahierte Begründung

Under Art. 113 ff., 116, 42(2), 106(2), and 117 BGG, only constitutional rights may be invoked and must be specifically reasoned with reference to the challenged decision.

Kernrechtsfrage

Whether the cantonal courts arbitrarily interpreted and applied Art. 60(3) BBG in finding the appellant liable for the vocational training fund contribution.

Extrahierter Entscheid

No arbitrariness was shown; the cantonal judgments were correct on this point.

Extrahierte Begründung

The Supreme Court referred to the reasoning of the Obergericht and Bezirksgericht and held that the challenge was unfounded.

Kernrechtsfrage

Whether the appeal should be allowed to the extent admissible.

Extrahierter Entscheid

The appeal was rejected in simplified procedure insofar as it was admissible.

Extrahierte Begründung

Since the admissible complaint was unfounded and the remainder did not meet the pleading standards, dismissal under Art. 109(2)(a) BGG was appropriate.

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