Non-entry for insufficiently reasoned appeal in enforcement matter

4A_364/2012Bundesgericht / I. zivilrechtliche Abteilung24.07.2012Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The appellant challenged a cantonal enforcement order, but the cantonal court had already issued a non-entry decision because the appeal was inadequately reasoned. The Federal Supreme Court held that the filing could not attack the first-instance order directly, since it was not a cantonal final decision. It further held that the federal appeal itself did not satisfy the reasoning requirements of Arts. 42 and 106 BGG, because the appellant did not engage with the reasons for non-entry and relied on external filings. The Court therefore did not enter into the appeal under Art. 108 BGG and ordered court costs against the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 75 Abs. 1, Art. 42 Abs. 1 and 2, Art. 106 Abs. 2, Art. 108 Abs. 1 lit. a and b BGG; non-entry for insufficiently reasoned appeal. The Federal Supreme Court examines only the cantonal decision that constitutes the last cantonal instance. The statement of grounds must be set out in the appeal itself and must, by reference to the challenged reasoning, indicate which rights were violated; merely incorporating external submissions is ineffective. Constitutional grievances are reviewed only if expressly invoked and substantiated. Where these requirements are not met, the appeal is not entered into in summary procedure.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
4A_364/2012

Urteil vom 24. Juli 2012
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Huguenin.

Verfahrensbeteiligte
A.________,
Beschwerdeführer,

gegen

B.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Damian Keel,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Vollstreckung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Kantonsgerichts St. Gallen, Einzelrichterin im Obligationenrecht, vom 22. Mai 2012.
In Erwägung,
dass das Kreisgericht St. Gallen mit Entscheid vom 30. April 2012 die Vollstreckung von Ziff. 1 des Entscheides des Einzelrichters am Kreisgericht St. Gallen vom 2. September 2011 (SZ.2011.80-SG2ZE-KUI) anordnete, dem Gesuchsgegner (= Beschwerdeführer) für den freiwilligen Vollzug seiner Herausgabepflicht eine Frist von 5 Tagen seit Zustellung des Entscheides ansetzte und diesem für den Fall der Nichterfüllung eine Ordnungsbusse von Fr. 50.-- für jeden Tag androhte;

dass der Beschwerdeführer diesen Entscheid beim Kantonsgericht St. Gallen anfocht, das am 22. Mai 2012 auf dessen Beschwerde nicht eintrat, weil die Beschwerdeschrift die gesetzlichen Anforderungen an die Begründung einer Beschwerde nicht erfüllte;

dass der Beschwerdeführer dem Bundesgericht eine vom 16. Juni 2012 datierte Eingabe einreichte, in der er erklärte, den Entscheid des Kantonsgerichts vom 22. Mai 2012 mit Beschwerde anzufechten;

dass von vornherein nicht auf die Beschwerde einzutreten ist, soweit in der Rechtsschrift vom 16. Juni 2012 der Entscheid des Kreisgerichts St. Gallen vom 30. April 2012 kritisiert wird, da es sich dabei nicht um einen kantonal letztinstanzlichen Entscheid im Sinne von Art. 75 Abs. 1 BGG handelt;

dass in einer Beschwerde an das Bundesgericht unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides dargelegt werden muss, welche Rechte der beschwerdeführenden Partei durch das kantonale Gericht verletzt worden sind (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), wobei eine allfällige Verletzung der bundesrechtlichen Verfassungsrechte vom Bundesgericht nicht von Amtes wegen geprüft wird, sondern nur dann, wenn solche Rügen in der Beschwerdeschrift ausdrücklich erhoben und begründet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG);
dass die Beschwerdebegründung in der Beschwerdeschrift selbst enthalten sein muss (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 400; 131 III 384 E. 2.3), weshalb die Verweise in der Rechtsschrift vom 16. Juni 2012 auf andere Schriftstücke, die "integrierende Bestandteile" der Beschwerde sein sollen, unbeachtlich sind;

dass in der Beschwerdeschrift im Übrigen mit keinem Wort zur Begründung Stellung genommen wird, mit welcher im angefochtenen Entscheid auf die Beschwerde nicht eingetreten wurde;

dass aus diesen Gründen auf die Beschwerde im Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. a und b BGG nicht einzutreten ist;

dass die Gerichtskosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 BGG);

erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht St. Gallen, Einzelrichterin im Obligationenrecht, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 24. Juli 2012

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Klett

Der Gerichtsschreiber: Huguenin

Schlagwörter

enforcementnon-entryappeal admissibilityreasoning requirementsfederal supreme courtcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal could challenge the first-instance enforcement order instead of the cantonal appellate non-entry decision.

Extrahierter Entscheid

The complaint was inadmissible insofar as it attacked the first-instance decision, because that was not a final cantonal decision under Art. 75(1) BGG.

Extrahierte Begründung

Only the cantonal last-instance decision was open to federal appeal.

Kernrechtsfrage

Whether the federal appeal met the reasoning requirements under Arts. 42 and 106 BGG.

Extrahierter Entscheid

It did not. The appellant failed to explain, with reference to the reasons of the challenged decision, which rights had been violated, and incorporated references to other filings were disregarded.

Extrahierte Begründung

The statement of grounds must be contained in the appeal itself; constitutional claims must be expressly raised and substantiated.

Kernrechtsfrage

Whether the Federal Supreme Court should enter into the appeal under Art. 108 BGG.

Extrahierter Entscheid

No, because the appeal was manifestly insufficiently reasoned.

Extrahierte Begründung

The defects justified non-entry in summary procedure.

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