Non-entry on appeal for lack of reasoning

4A_206/2011Bundesgericht / I. zivilrechtliche Abteilung09.05.2011Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court held that the appellant’s filing could not challenge the district court judgment directly because it was not a final cantonal decision. As to the cantonal appellate decision, the federal appeal failed to meet the reasoning requirements: the appellant did not address the grounds of the non-entry decision and merely argued that a deadline extension should have been granted. The Court therefore issued a non-entry decision in summary procedure and waived court costs.

Omnilex-Regeste

Art. 75 Abs. 1, Art. 42 Abs. 1, Art. 106 Abs. 2 and Art. 108 Abs. 1 lit. a and b BGG; admissibility and reasoning requirements for a federal appeal against a cantonal non-entry decision. The Federal Supreme Court examines only final cantonal decisions; challenges directed against a non-final first-instance judgment are inadmissible. The appeal must specifically engage with the contested reasoning and show which rights were violated; bare assertions or a renewed presentation of the merits do not suffice. Constitutional grievances are reviewed only if expressly raised and substantiated. Where the submission manifestly lacks adequate reasoning, non-entry in summary procedure is appropriate (consid. 1-3).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
4A_206/2011

Urteil vom 9. Mai 2011
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Huguenin.

Verfahrensbeteiligte
A.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Obergericht des Kantons Thurgau,

Gegenstand
Nichteintreten auf Berufung,

Beschwerde gegen den Zirkularentscheid des Obergerichts des Kantons Thurgau, vom 11. Februar 2011.
In Erwägung,
dass die Einzelrichterin des Bezirksgerichts Kreuzlingen mit Entscheid vom 19. Januar 2011 das Gesuch des Beschwerdeführers um Kraftloserklärung von zwei Inhaberschuldbriefen abwies;

dass der Beschwerdeführer an das Obergericht des Kantons Thurgau gelangte, das mit Zirkularentscheid vom 11. Februar 2011 auf seine Berufung nicht eintrat;

dass das Obergericht in der Entscheidbegründung festhielt, dass der Beschwerdeführer innerhalb der nicht erstreckbaren Frist von Art. 311 Abs. 1 ZPO keine Berufungsbegründung eingereicht habe, weshalb auf die Berufung nicht einzutreten sei;

dass der Beschwerdeführer dem Bundesgericht eine vom 22. März 2011 datierte Rechtsschrift einreichte, in der er erklärte, das Urteil des Obergerichts mit Beschwerde anzufechten;

dass auf die Beschwerde von vornherein nicht einzutreten ist, soweit der Beschwerdeführer in der Beschwerdeschrift auch den Entscheid der Einzelrichterin des Bezirksgerichts Kreuzlingen kritisiert, da es sich dabei nicht um ein letztinstanzliches Urteil im Sinne von Art. 75 Abs. 1 BGG handelt;

dass in einer Beschwerde an das Bundesgericht unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides dargelegt werden muss, welche Rechte der beschwerdeführenden Partei durch das kantonale Gericht verletzt worden sind (Art. 42 Abs. 1 BGG), wobei eine allfällige Verletzung der bundesrechtlichen Verfassungsrechte vom Bundesgericht nicht von Amtes wegen geprüft wird, sondern nur dann, wenn solche Rügen in der Beschwerdeschrift ausdrücklich erhoben und begründet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG);

dass in der Rechtsschrift vom 22. März 2011 gar nicht auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides eingegangen, sondern bloss behauptet wird, dem Beschwerdeführer hätte eine Nachfrist zur Begründung der Berufung angesetzt werden müssen, womit nicht ersichtlich ist, inwiefern das Obergericht Bundesrecht verletzt haben soll;

dass aus diesen Gründen auf die Beschwerde im Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. a und b BGG nicht einzutreten ist;

dass unter den gegebenen Umständen auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten ist (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG);

erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer und dem Obergericht des Kantons Thurgau schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 9. Mai 2011

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Klett Huguenin

Schlagwörter

non-entryappeal admissibilityreasoning requirementfinal decisionsummary procedurecourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the federal appeal could challenge the first-instance judgment of the District Court of Kreuzlingen directly.

Extrahierter Entscheid

No. The district court decision was not a final cantonal decision subject to federal appeal.

Extrahierte Begründung

Only the cantonal appellate decision was challenged before the Federal Supreme Court; the first-instance ruling was not a last-instance judgment under Art. 75(1) BGG.

Kernrechtsfrage

Whether the appeal to the Federal Supreme Court was sufficiently reasoned to comply with Art. 42(1) and Art. 106(2) BGG.

Extrahierter Entscheid

No. The filing did not engage with the reasons of the challenged decision and merely repeated that a time limit extension should have been granted.

Extrahierte Begründung

A constitutional or federal-law complaint must explain, by reference to the contested reasons, which rights were violated; such argumentation was absent.

Kernrechtsfrage

Whether the Federal Supreme Court should enter into the appeal under Art. 108(1)(a) and (b) BGG.

Extrahierter Entscheid

No entry was warranted because the appeal was manifestly insufficiently reasoned.

Extrahierte Begründung

The deficiencies in the submission justified non-entry in summary procedure.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged.

Extrahierter Entscheid

No court costs were imposed in the circumstances.

Extrahierte Begründung

The court waived costs under Art. 66(1) second sentence BGG.

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