Federal appeal inadmissible for insufficient reasoning

4A_12/2011Bundesgericht / I. zivilrechtliche Abteilung20.01.2011Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court held that the appellant’s submission did not satisfy the statutory reasoning requirements for a federal appeal. In particular, it failed to specify, by reference to the cantonal decision, which rights had been violated and did not validly raise constitutional complaints. The appellant’s new assertion that the claim had been assigned on 23 September 2010 was inadmissible as a new fact. The appeal was therefore not entered into, and the appellant was ordered to pay court costs of CHF 500.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 1, Art. 99 Abs. 1, Art. 105 Abs. 1-2, Art. 106 Abs. 2 and Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; admissibility of a federal appeal and limits of review. The Federal Supreme Court examines only properly reasoned grievances; the appellant must, by reference to the contested reasoning, show which federal rights were violated. Constitutional rights are reviewed only if specifically invoked and substantiated. New facts and evidence are inadmissible in principle. Review of cantonal procedural law is confined to the perspective of federal law or constitutional rights and presupposes corresponding, precise allegations. If the appeal manifestly lacks sufficient reasoning, the Court does not enter into the matter.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
4A_12/2011

Urteil vom 20. Januar 2011
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Huguenin.

Verfahrensbeteiligte
X.________ AG,
Beschwerdeführerin,

gegen

A.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Humbert Entress,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Erledigungsbeschluss,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Thurgau vom 4. November 2010.
In Erwägung,
dass das Bezirksgericht Kreuzlingen mit Beschluss vom 26. Mai 2010 auf die von der Beschwerdeführerin gegen die Beschwerdegegnerin erhobene Klage wegen Rechtshängigkeit einer identischen Klage nicht eintrat;

dass die Beschwerdeführerin an das Obergericht des Kantons Thurgau gelangte, das mit Entscheid vom 4. November 2010 den Rekurs der Beschwerdeführerin abwies;

dass die Beschwerdeführerin mit Rechtsschrift vom 31. Dezember 2010 den Entscheid des Obergerichts mit Beschwerde beim Bundesgericht anfocht;

dass die Beschwerdeführerin in der Beschwerdeschrift vorbringt, sie habe die eingeklagte Forderung am 23. September 2010 an die Y.________ abgetreten;

dass dieses Vorbringen nicht zu hören ist, weil es sich dabei um ein gemäss Art. 99 Abs. 1 BGG unzulässiges Novum handelt;

dass in einer Beschwerde an das Bundesgericht unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides dargelegt werden muss, welche Rechte der beschwerdeführenden Partei durch das kantonale Gericht verletzt worden sind (Art. 42 Abs. 1 BGG), wobei eine allfällige Verletzung der bundesrechtlichen Verfassungsrechte vom Bundesgericht nicht von Amtes wegen geprüft wird, sondern nur dann, wenn solche Rügen in der Beschwerdeschrift ausdrücklich erhoben und begründet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG);
dass die Anwendung und Auslegung des kantonalen Zivilprozessrechts vom Bundesgericht einzig unter dem Blickwinkel eines Verstosses gegen Bundesrecht bzw. gegen Bundesverfassungsrecht überprüft werden kann (Art. 95 BGG; BGE 136 I 241 E. 2.4; 134 III 379 E. 1.2 S. 382 f.), was aber - wie bereits festgehalten - das Vorbringen entsprechender Rügen in der Beschwerdeschrift voraussetzt;

dass das Bundesgericht seinem Entscheid den Sachverhalt zugrunde legt, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG), und es davon nur abweichen kann, wenn eine Sachverhaltsfeststellung offensichtlich unrichtig, mithin willkürlich ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG), was die beschwerdeführende Partei präzise geltend zu machen hat;
dass die Eingabe der Beschwerdeführerin vom 31. Dezember 2010 diese Anforderungen nicht erfüllt, weshalb auf die Beschwerde mangels hinreichender Begründung nicht einzutreten ist (Ar. 108 Abs. 1 lit. b BGG);

dass die Gerichtskosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 BGG);

erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Thurgau schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 20. Januar 2011

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Klett Huguenin

Schlagwörter

inadmissibilityreasoning requirementnew factsfederal appealcostslis pendens

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the federal appeal was sufficiently reasoned and admissible.

Extrahierter Entscheid

No. The filing did not meet the Federal Supreme Court's reasoning requirements and therefore could not be heard.

Extrahierte Begründung

The appellant did not show, with reference to the cantonal reasoning, which rights were violated. Constitutional complaints were not expressly raised and substantiated; review of cantonal procedural law required such substantiated federal-law arguments.

Kernrechtsfrage

Whether the assertion that the claim had been assigned on 23 September 2010 could be considered.

Extrahierter Entscheid

No. The assignment allegation was an inadmissible new fact.

Extrahierte Begründung

Facts raised for the first time before the Federal Supreme Court are barred under the rules on new allegations.

Kernrechtsfrage

Court costs

Extrahierter Entscheid

The appellant must bear the court costs of CHF 500.

Extrahierte Begründung

Costs follow the outcome of the inadmissible appeal.

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