No standing in constitutional complaint over residence permit

2P.60/2005Bundesgericht / II. öffentlich-rechtliche Abteilung28.02.2005Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

Four applicants challenged a cantonal refusal of residence permits by constitutional complaint. The Federal Supreme Court held that, because no legal entitlement to the permits existed, they lacked standing to attack the merits. Only procedural-rights complaints would have been admissible, but their submissions merely sought substantive review of the proportionality and evidentiary assessment. The court therefore did not enter into the complaint. It also imposed a court fee of CHF 800 on applicants 1 and 2 jointly and severally. The request for suspensive effect became moot.

Omnilex-Regeste

Art. 88 OG; standing in constitutional complaint against refusal of a residence permit where no legal entitlement exists. In the absence of a cognizable claim to the permit, the complainant is not entitled to challenge the merits of the decision by way of staatsrechtliche Beschwerde; admissible only are grievances concerning the denial of procedural rights amounting to a formal denial of justice or denial of the right to be heard. Complaints framed as incomplete reasoning, arbitrary evidentiary assessment, omitted investigations, or disproportionality review are inadmissible where they in substance seek substantive judicial review of the permit refusal (consid. 2). If the complaint is not entered into, the costs are borne by the complainants pursuant to Art. 156 OG, with the court fee determined under Arts. 153 and 153a OG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
2P.60/2005 /kil

Urteil vom 28. Februar 2005
II. Öffentlichrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Merkli, Präsident,
Bundesrichter Hungerbühler, Wurzburger,
Gerichtsschreiber Feller.

Parteien

  1. A.________,
  2. B.________,
  3. C.________,
  4. D.________
    Beschwerdeführer,
    alle vier vertreten durch Rechtsanwalt
    lic. iur. Daniel J. Senn,

gegen

Departement für Justiz und Sicherheit des Kantons Thurgau, Regierungsgebäude, 8510 Frauenfeld,
Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau, Frauenfelderstrasse 16, 8570 Weinfelden.

Gegenstand
Art. 5, 9 und 29 BV (Aufenthaltsbewilligung),

Staatsrechtliche Beschwerde gegen den Entscheid
des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 1. Dezember 2004.

Das Bundesgericht hat nach Einsicht
in den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 1. Dezember 2004,
in die von A.________, B.________, C.________ und D.________ gegen diesen Entscheid erhobene staatsrechtliche Beschwerde vom 9. Februar 2005,

in Erwägung,
dass die Beschwerdeführer gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 1. Dezember 2004 gleichzeitig auch Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben haben, auf welche das Bundesgericht mit heutigem Urteil wegen Fehlens eines Rechtsanspruchs auf die nachgesuchten Aufenthaltsbewilligungen gestützt auf Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 OG nicht eintritt (2A.85/2005),
dass die Beschwerdeführer bei Fehlen eines Rechtsanspruchs auf eine ausländerrechtliche Bewilligung zur staatsrechtlichen Beschwerde nicht legitimiert sind (Art. 88 OG), soweit sie den Bewilligungsentscheid in der Sache selbst als verfassungswidrig (willkürlich, unverhältnismässig) rügen (BGE 126 I 81 E. 3b S. 85 ff, mit Hinweisen),

dass sie einzig insofern zur Beschwerde berechtigt sein könnten, als sie die Verletzung von ihnen im kantonalen Verfahren zustehenden Parteirechten rügen wollen, deren Missachtung eine formelle Rechtsverweigerung bzw. eine Gehörsverletzung darstellt (grundlegend BGE 114 Ia 307 E. 3c S. 312 f.; vgl. auch BGE 127 II 161 E. 3b S. 167; 126 I 81 E. 3b S. 86 sowie E. 7b S. 94),
dass dabei aber Rügen nicht zu hören sind, die im Ergebnis auf eine materielle Prüfung des Bewilligungsentscheids abzielen, wie die Behauptung, dass die Begründung des angefochtenen Entscheids unvollständig oder zu wenig differenziert ausgefallen sei oder sich nicht mit sämtlichen von den Parteien vorgetragenen Argumenten auseinandersetze, dass in willkürlicher antizipierter Beweiswürdigung Abklärungen unterlassen oder dass die Parteivorbringen willkürlich gewürdigt worden seien (vgl. BGE 114 Ia 307 E. 3c S. 313; 126 I 81 E. 7b S. 94; 118 Ia 232 E. 1c S. 236; 117 Ia 90 E. 4a S. 95),
dass, soweit die Verletzung von eigentlichen Verfahrensrechten (Anspruch auf rechtliches Gehör) gerügt wird, dies mit willkürlicher Beweiswürdigung oder mit willkürlich unvollständiger Sachverhaltsfeststellung begründet wird und die Vorbringen in der staatsrechtlichen Beschwerde insgesamt darauf hinaus laufen, dem Verwaltungsgericht eine unkorrekte und unvollständige Verhältnismässigkeitsprüfung vorzuwerfen,
dass mithin keine bei fehlender Legitimation in der Sache zulässigen Rügen erhoben werden,
dass demzufolge auf die staatsrechtliche Beschwerde nicht einzutreten ist,
dass dementsprechend die Beschwerdeführer die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens zu tragen haben (Art. 156 OG), wobei die Gerichtsgebühr (Art. 153 und 153a OG) den Beschwerdeführern 1 und 2 je zur Hälfte unter Solidarhaft aufzuerlegen ist,

dass das Gesuch um aufschiebende Wirkung mit dem vorliegenden Urteil gegenstandslos wird,

im Verfahren nach Art. 36a OG erkannt:
1.
Auf die staatsrechtliche Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 800.-- wird den Beschwerdeführern 1 und 2 unter Solidarhaft auferlegt.
3.
Dieses Urteil wird den Beschwerdeführern, dem Departement für Justiz und Sicherheit des Kantons Thurgau und dem Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 28. Februar 2005
Im Namen der II. öffentlichrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

residence permitstandingconstitutional complaintright to be heardformal denial of justiceproportionalitycourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the applicants had standing to bring a constitutional complaint against the residence-permit decision

Extrahierter Entscheid

Because they had no legal entitlement to the requested residence permits, they could not challenge the merits by constitutional complaint; only procedural-rights claims would be admissible, and none were properly raised.

Extrahierte Begründung

The complaint attacked the substance of the permit refusal under the guise of arbitrariness, disproportionality, and incomplete fact-finding. Such arguments are inadmissible without standing on the merits.

Kernrechtsfrage

Whether the complaint alleged admissible violations of procedural rights

Extrahierter Entscheid

No. The asserted hearing and fairness complaints ultimately sought review of the merits and proportionality assessment rather than a genuine denial of procedural rights.

Extrahierte Begründung

The court held that claims of incomplete reasoning, selective evidence appraisal, or insufficient fact-finding are not admissible procedural complaints when they aim at substantive reconsideration.

Kernrechtsfrage

Court costs and fee allocation

Extrahierter Entscheid

The applicants had to bear the federal court fee, imposed jointly and severally on applicants 1 and 2.

Extrahierte Begründung

As the complaint was not entered into, the costs followed the applicants.

Setzen Sie Ihre Recherche in ChatGPT oder Claude fort

Verbinden Sie Omnilex, um den Rechtskorpus über Ihren KI-Assistenten zu durchsuchen.