Direct constitutional complaint against residency permit decision inadmissible

2P.265/2003Bundesgericht / II. öffentlich-rechtliche Abteilung24.10.2003Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court held that the appellants could not bring a direct constitutional complaint against the Zurich Government’s decision confirming non-renewal of a residence permit. Because they asserted a substantive entitlement to the permit, they first had to appeal to the Zurich Administrative Court. No independent procedural grievance amounting to formal denial of justice was raised. The Court therefore did not enter into the complaint under the simplified procedure and imposed court costs of CHF 1,000 on the appellants jointly and severally. The request for suspensive effect became moot.

Omnilex-Regeste

Art. 36a OG; direct constitutional complaint against a cantonal government decision concerning a residence permit is inadmissible where the complainant asserts a substantive entitlement to the permit. In such a case the ordinary cantonal judicial remedy must be exhausted first; direct recourse to the Federal Supreme Court is reserved for independent procedural complaints amounting to a formal denial of justice and not dependent on standing in the merits (consid. 1). If no admissible procedural grievance is raised, the court will not enter into the complaint in summary procedure. The request for suspensive effect becomes moot. Costs follow the outcome pursuant to Art. 152 OG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
2P.265/2003 /leb

Urteil vom 24. Oktober 2003
II. Öffentlichrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Wurzburger, Präsident,
Bundesrichter Hungerbühler, Bundesrichter Merkli,
Gerichtsschreiber Häberli.

Parteien

  1. A.________,
  2. B.________,
  3. C.________,
  4. D.________,
  5. E.________,
  6. F.________,
  7. G.________,
    Beschwerdeführer,
    alle vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Guido Hensch, Genferstrasse 23, 8027 Zürich,

gegen

Regierungsrat des Kantons Zürich,
Kaspar Escher-Haus, 8090 Zürich.

Gegenstand
Art. 9, 11 und 29 BV (Aufenthaltsbewilligung),

Staatsrechtliche Beschwerde gegen den Beschluss des Regierungsrats des Kantons Zürich vom 17. September 2003.

Nach Einsicht

  • in den Rekursentscheid des Regierungsrates des Kantons Zürich vom 17. September 2003, mit dem die von der kantonalen Direktion für Soziales und Sicherheit (Migrationsamt) verfügte Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung für A.________ und seine Familie bestätigt wird,
  • in die dagegen erhobene staatsrechtliche Beschwerde vom 21. Oktober 2003, mit welcher die Aufhebung des angefochtenen Regierungsratsentscheides sowie die Rückweisung der Sache zur neuen Entscheidbefindung beantragt wird, verbunden mit einem Gesuch um aufschiebende Wirkung und einem Begehren um Erhebung von Beweisen (psychiatrisches Gutachten),

wird in Erwägung gezogen,

  • dass der Rekursentscheid des Regierungsrates, soweit ein Anspruch auf die streitigen Aufenthaltsbewilligungen behauptet wird, gemäss der publizierten Rechtsprechung (BGE 127 II 161) zuerst mit Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Zürich anzufechten ist, bevor das Bundesgericht (mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde) angerufen werden kann,
  • dass eine staatsrechtliche Beschwerde nur dann sofort direkt gegen den Rekursentscheid des Regierungsrates zulässig ist, soweit es um die Geltendmachung von Verfahrensgarantien geht, deren Verletzung eine formelle Rechtsverweigerung darstellt und unabhängig von der Legitimation in der Sache gerügt werden kann (BGE 127 II 161 E. 2c S. 166 f. und 3b S. 167; 114 Ia 307 E. 3c S. 312 f.),
  • dass auf die vorliegende Beschwerde, soweit darin unter Hinweis auf Art. 8 EMRK und Art. 13 BV sowie das Verhältnismässigkeitsprinzip Ansprüche auf eine Anwesenheitsbewilligung geltend gemacht werden, demnach nicht eingetreten werden kann, da hierüber zuerst das - von den Beschwerdeführern ebenfalls angerufene - kantonale Verwaltungsgericht zu befinden hat,
  • dass mit der Beschwerde gegen den Rekursentscheid des Regierungsrates keine Verfahrensrügen erhoben werden, welche unabhängig von der Legitimation in der Sache zulässig wären, sondern - unter dem Titel des rechtlichen Gehörs - nur Einwendungen gegen das Beweisverfahren, welche untrennbar mit der Beurteilung der behaupteten Ansprüche verknüpft sind und daher im vorliegende Verfahren nicht gehört werden können (BGE 117 Ia 90 E. 4A S. 95),
  • dass auf die vorliegende staatsrechtliche Beschwerde daher im Verfahren nach Art. 36a OG (Verzicht auf Einholung von Akten und Vernehmlassungen) nicht einzutreten ist,
  • dass mit dem sofortigen Entscheid in der Sache das gestellte Gesuch um aufschiebende Wirkung hinfällig wird,
  • dass bei diesem Ausgang die Kosten des Verfahrens den Beschwerdeführern aufzuerlegen sind (Art. 152 OG),

und im Verfahren nach Art. 36a OG erkannt:
1.
Auf die staatsrechtliche Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- wird den Beschwerdeführern auferlegt, unter solidarischer Haftung.
3.
Dieses Urteil wird den Beschwerdeführern, dem Regierungsrat und dem Verwaltungsgericht des Kantons Zürich schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 24. Oktober 2003
Im Namen der II. öffentlichrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

immigrationresidence permitadmissibilityconstitutional complaintformal denial of justiceexhaustion of remediescourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the constitutional complaint was directly admissible against the cantonal government's decision on renewal of residence permits

Extrahierter Entscheid

No; the complaint was inadmissible because the alleged entitlement to a permit had first to be pursued before the cantonal administrative court.

Extrahierte Begründung

Under the case law, the government decision had to be challenged first before the Zurich Administrative Court when a substantive entitlement to the permit was asserted. Direct constitutional complaint was only possible for procedural guarantees amounting to formal denial of justice, which were not raised here.

Kernrechtsfrage

Whether the request for suspensive effect remained pending

Extrahierter Entscheid

It became moot once the court decided the matter immediately.

Extrahierte Begründung

A final decision on admissibility rendered the request for suspensive effect unnecessary.

Kernrechtsfrage

Allocation of court costs

Extrahierter Entscheid

The appellants had to bear the court fee jointly and severally.

Extrahierte Begründung

Costs follow the unsuccessful outcome of the proceedings.

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