No standing for constitutional complaint against residence permit refusal

2P.190/2003Bundesgericht / II. öffentlich-rechtliche Abteilung11.07.2003Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Court refused to enter into the constitutional complaint against the Luzern authorities’ refusal to renew the residence permits of X. and Y. after X.’s conviction for a sexual offense against a child. It held that no enforceable entitlement to the permit existed, so the appellants lacked standing to challenge the merits by arbitrariness review. Because no procedural-guarantee claims were raised, the case could neither be treated as an administrative appeal nor as a constitutional complaint on formal-denial grounds. The requests for suspensive effect and a second exchange of briefs became moot. Court costs of CHF 500 were imposed jointly and severally on the appellants.

Omnilex-Regeste

Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 OG, Art. 88 OG; admissibility of constitutional complaint against refusal to renew a residence permit lacking any federal or treaty-based entitlement. Where the grant or renewal of an immigration permit lies in the authorities’ discretion and no enforceable right exists, administrative judicial review is excluded and the applicant lacks a legally protected interest to invoke arbitrariness by staatsrechtliche Beschwerde. Only claims of denial of justice or other procedural violations may be raised independently of the merits; absent such allegations, the Federal Court will not enter into the complaint in summary procedure under Art. 36a OG. Ancillary requests become moot upon non-entry, and costs follow the outcome (consid. 2–3).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
2P.190/2003 /kil

Urteil vom 11. Juli 2003
II. Öffentlichrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Wurzburger, Präsident,
Bundesrichter Betschart, Müller,
Gerichtsschreiber Hugi Yar.

Parteien
X.________,
Y.________,
Beschwerdeführer,
beide vertreten durch Fürsprecher Markus Fischer, Hotelgasse 1, Postfach 316, 3000 Bern 7,

gegen

Wirtschaftsdepartement des Kantons Luzern, Bahnhofstrasse 15, 6002 Luzern.

Gegenstand
Art. 9 BV (Aufenthaltsbewilligung/Wegweisung),

Staatsrechtliche Beschwerde gegen den Entscheid des Wirtschaftsdepartements des Kantons Luzern vom 4. Juni 2003.

Das Bundesgericht stellt fest und zieht in Erwägung:
1.
Mit Verfügung vom 5. Februar 2003 lehnte es das Amt für Migration des Kantons Luzern ab, die Aufenthaltsbewilligung für X.________ und Y.________ sowie deren Kinder A.________ und B.________ zu verlängern, nachdem X.________ am 6. Juli 2000 vom Obergericht des Kantons Luzern der sexuellen Handlung mit einem Kind schuldig gesprochen und zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 3 Monaten verurteilt worden war. Das Wirtschaftsdepartement des Kantons Luzern bestätigte diesen Entscheid auf Beschwerde hin am 10. Juni 2003. X.________ und Y.________ beantragen vor Bundesgericht mit staatsrechtlicher Beschwerde, den Entscheid des Wirtschaftsdepartements wegen Willkür (Art. 9 BV) aufzuheben.
2.
Auf ihre offensichtlich unzulässige Eingabe ist ohne Weiterungen im vereinfachten Verfahren nach Art. 36a OG nicht einzutreten: Auf dem Gebiet der Fremdenpolizei ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen die Verweigerung von Bewilligungen ausgeschlossen, auf die das Bundesrecht keinen Anspruch einräumt (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 OG). Die Gewährung bzw. Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung liegt im freien Ermessen der Behörden, soweit der Betroffene sich nicht auf eine Sondernorm des Bundesrechts oder eines Staatsvertrags berufen kann, die ihm ein entsprechendes Recht verschafft (Art. 4 ANAG; SR 142.20; BGE 128 II 145 E. 1.1.1 mit Hinweisen). Das Bestehen eines solchen ist vorliegend nicht ersichtlich und wird auch nicht behauptet. Besteht kein Anspruch auf die verweigerte Bewilligung, fehlt es den Beschwerdeführern praxisgemäss aber auch an einem rechtlich geschützten Interesse im Sinne von Art. 88 OG, um die Bewilligungsverweigerung wegen einer Verletzung des Willkürverbots (Art. 9 BV) mit staatsrechtlicher Beschwerde anfechten zu können (vgl. BGE 126 I 81 E. 3 - 7 S. 85 ff.). Zwar wären sie befugt, losgelöst von einem Anspruch in der Sache selber eine Verletzung von Verfahrensgarantien geltend zu machen, deren Missachtung eine formelle Rechtsverweigerung darstellt (BGE 127 II 161 E. 2c u. 3b); entsprechende Rügen erheben sie indessen nicht. Auf ihre Eingabe ist deshalb weder als Verwaltungsgerichtsbeschwerde noch als staatsrechtliche Beschwerde einzutreten. Soweit sie darauf hinweisen, Y.________ sei schwanger und gemäss ärztlicher Bestätigung zurzeit nicht reisefähig, wird dem Einwand gegebenenfalls durch die kantonalen Behörden im Rahmen des Wegweisungsvollzugs Rechnung zu tragen sein. Mit dem vorliegenden Nichteintretensentscheid werden die Gesuche um aufschiebende Wirkung und Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels gegenstandslos.
3.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend haben die unterliegenden Beschwerdeführer die bundesgerichtlichen Kosten zu tragen (Art. 156 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 153 und Art. 153a OG). Parteientschädigungen sind nicht geschuldet (vgl. Art. 159 Abs. 2 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht
im Verfahren nach Art. 36a OG:
1.
Auf die staatsrechtliche Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftbarkeit auferlegt.
3.
Dieses Urteil wird den Beschwerdeführern und dem Wirtschaftsdepartement des Kantons Luzern schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 11. Juli 2003
Im Namen der II. öffentlichrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

residence permitstandingconstitutional complaintarbitrarinessnon-entryimmigrationcosts

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the constitutional complaint against the refusal to extend the residence permit was admissible despite no enforceable entitlement to the permit.

Extrahierter Entscheid

The complaint was inadmissible because no federal-law or treaty-based right to the permit existed, so the appellants lacked legally protected interest to invoke arbitrariness.

Extrahierte Begründung

In immigration matters, administrative judicial review is excluded where no federal entitlement to the permit exists. Without such a claim, a constitutional complaint attacking the merits is also unavailable; only procedural rights amounting to a formal denial of justice could be raised, and none were asserted.

Kernrechtsfrage

Whether the appeal could be treated as a complaint alleging procedural violations or as a request for interim relief and a second exchange of briefs.

Extrahierter Entscheid

No. The appellants did not raise procedural-guarantee claims, and the requests for suspensive effect and a second written exchange became moot once the case was not entered into.

Extrahierte Begründung

The court noted that the only possible exception would be procedural complaints independent of the substantive entitlement, but such arguments were absent. The ancillary requests therefore fell away with the non-entry decision.

Kernrechtsfrage

Allocation of federal court costs and party compensation.

Extrahierter Entscheid

Costs were imposed on the appellants jointly and severally; no party compensation was awarded.

Extrahierte Begründung

The losing party bears costs, and no compensation is due to the respondent in these circumstances.

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