No standing for subsidiary constitutional complaint over residence permit

2D_77/2007Bundesgericht / II. öffentlich-rechtliche Abteilung24.08.2007Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court held that the adult appellant had no legally protected entitlement to a residence permit and therefore could not bring an ordinary appeal or a subsidiary constitutional complaint. His objections regarding the foreigners ordinance, factual findings, arbitrariness, and alleged violations of Art. 8 ECHR and Art. 13 BV were not reviewable. The Court found the complaint manifestly inadmissible and entered no proceedings on it under the simplified procedure. Court costs of CHF 500 were charged to the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 113 ff. BGG, Art. 115 lit. b BGG, Art. 116 BGG; standing for subsidiary constitutional complaint in aliens-law permit cases: where the complainant has no enforceable legal claim to the requested residence permit, he lacks a legally protected interest and is not entitled to invoke arbitrariness or evidentiary complaints in the merits. Constitutional guarantees invoked against the refusal of a permit do not suffice to create standing if the asserted norms confer no substantive entitlement (consid. 2.1-2.2). A manifestly inadmissible complaint is dealt with by non-entry in simplified procedure under Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG, with costs following the procedural outcome (consid. 2.3).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
2D_77/2007 /leb

Urteil vom 24. August 2007
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Merkli, Präsident,
Gerichtsschreiber Feller.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer, vertreten durch
Rechtsanwalt lic. iur. Jörg Zurkirchen,

gegen

Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Luzern, Postfach 4168, 6002 Luzern.

Gegenstand
Aufenthaltsbewilligung,

subsidiäre Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid des Justiz- und Sicherheitsdepartements des Kantons Luzern vom 19. Juli 2007.

Der Präsident zieht in Erwägung:
1.
Mit Verfügung vom 27. März 2006 stellte das Migrationsamt des Kantons Luzern fest, dass die Niederlassungsbewilligung von X.________, geboren 1984, erloschen sei und die Voraussetzungen zur Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung nach Art. 13 lit. f der Verordnung vom 6. Oktober 1986 über die Begrenzung der Zahl der Ausländer (Begrenzungsverordnung [BVO; SR 823.21]) nicht erfüllt seien. Das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern wies mit Urteil vom 9. März 2007 die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde ab, soweit darauf einzutreten war (Frage des Erlöschens der Niederlassungsbewilligung). Auf die Beschwerde trat es nicht ein, soweit um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung gemäss Art. 13 lit. f BVO ersucht wurde; diesbezüglich wurde die Sache dem Justiz- und Polizeidepartement des Kantons Luzern zur Behandlung als Verwaltungsbeschwerde überwiesen. Das Departement wies die Verwaltungsbeschwerde mit Verfügung vom 19. Juli 2007 ab und bestätigte die Verfügung des Amtes für Migration vom 27. März 2006.

Mit subsidiärer Verfassungsbeschwerde vom 22. August 2007 beantragt X.________ dem Bundesgericht, den Departementsentscheid vom 19. Juli 2007 aufzuheben und ihm eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen, eventuell die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
2.
2.1 Nicht Gegenstand der vorliegenden Beschwerde bildet die Frage des Erlöschens der Niederlassungsbewilligung. Darüber hat das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern mit in Rechtskraft erwachsenem Urteil entschieden. Streitig ist nur noch die Verweigerung einer Aufenthaltsbewilligung. Auf deren Erteilung steht dem - volljährigen - Beschwerdeführer unter keinem Titel ein Rechtsanspruch zu. Einen solchen kann er insbesondere nicht aus Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV ableiten (vgl. BGE 130 II 281 E. 3; was die Beziehung zum Stiefvater betrifft, s. BGE 120 Ib 256 E. 1d S. 261). Auch die Begrenzungsverordnung vermag ihm keinen Anspruch zu verschaffen (BGE 130 II 281 E. 2.2 S. 284). Fehlt es dem Beschwerdeführer an einem Bewilligungsanspruch, ist das ordentliche Rechtsmittel, die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten, unzulässig (Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG; s. auch Art. 83 lit. c Ziff. 5 BGG). Als bundesrechtliches Rechtsmittel fällt - höchstens - die subsidiäre Verfassungsbeschwerde in Betracht (Art. 113 BGG).
2.2 Mit der subsidiären Verfassungsbeschwerde kann bloss die Verletzung verfassungsmässiger Rechte gerügt werden (Art. 116 BGG). Zu diesem Rechtsmittel ist nur berechtigt, wer ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids hat (Art. 115 lit. b BGG).

Von vornherein nicht zulässig sind die Rügen des Beschwerdeführers über die angeblich unrichtige Anwendung von Bestimmungen der Begrenzungsverordnung oder über unvollständige, unrichtige Sachverhaltsfeststellungen; es handelt sich dabei nicht um Rügen verfassungsrechtlicher Art. Der Beschwerdeführer rügt zwar auch die Verletzung des Willkürverbots gemäss Art. 9 BV. Da er aber keinen Rechtsanspruch auf die verweigerte Bewilligung hat, ist er zur subsidiären Verfassungsbeschwerde wegen Verletzung des Willkürverbots nicht legitimiert (BGE 133 I 185), auch nicht hinsichtlich der Beweiswürdigung, weil sich die Beurteilung dieser Fragen nicht von der ausgeschlossenen Willkürprüfung in der Sache selber trennen lässt (BGE 114 Ia 307 E. 3c S. 313). Nachdem der Beschwerdeführer sodann, wie gesehen, aus den weiteren von ihm als verletzt gerügten Grundrechten (Art. 8 EMRK und Art. 13 BV) im Zusammenhang mit der streitigen ausländerrechtlichen Bewilligung von vornherein nichts ableiten kann, ist die subsidiäre Verfassungsbeschwerde auch insofern nicht gegeben.
2.3 Auf die offensichtlich unzulässige Beschwerde (Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG) ist im vereinfachten Verfahren nicht einzutreten.

Diesem Verfahrensausgang entsprechend sind die Gerichtskosten (Art. 65 BGG) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt der Präsident
im Verfahren nach Art. 108 BGG:
1.
Auf die subsidiäre Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.
3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer und dem Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Luzern schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 24. August 2007
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

residence permitsubsidiary constitutional complaintstandingadmissibilitylegal interestarbitrarinesscostsimmigration

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the subsidiary constitutional complaint was admissible despite the lack of a legal entitlement to a residence permit.

Extrahierter Entscheid

The complaint was inadmissible because the appellant, as an adult, had no enforceable right to the requested residence permit under the invoked grounds.

Extrahierte Begründung

The right to challenge under the subsidiary constitutional complaint requires a legally protected interest. The appellant could not derive a permit entitlement from Art. 8 ECHR, Art. 13 BV, or the Ordinance on the Limitation of the Number of Foreigners; therefore ordinary review was excluded and constitutional complaint standing failed.

Kernrechtsfrage

Whether alleged arbitrary application of the foreigners ordinance and erroneous fact-finding could be reviewed.

Extrahierter Entscheid

These grievances were not admissible in the subsidiary constitutional complaint in the absence of a protected legal position.

Extrahierte Begründung

Without a claim to the permit, review of arbitrariness in the merits and related evidentiary complaints is not available under this remedy.

Kernrechtsfrage

Allocation of court costs after non-entry.

Extrahierter Entscheid

Court costs were imposed on the appellant because the complaint was clearly inadmissible.

Extrahierte Begründung

Costs follow the procedural outcome under the Federal Supreme Court Act.

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